Resident Evil 2 (Remake)

Es darf sich wieder ordentlich gegruselt werden, dank der Neuauflage des Horror-Survival Klassikers Resident Evil 2 aus dem Jahr 1998. rush’B’fast fühlt für Euch den Zombies auf den Zahn.

War damals wirklich alles besser?

Wenn ich mich zurückerinnere, wie geil war eigentlich das Jahr 1998! Da hat die Unterhaltungsindustrie aber mal richtig Gas gegeben. Neben Filmen wie Fear and Loathing in Las Vegas, The Big Lebowski und Blade, Musik von den Beastie Boys (Intergalactic) und Fatboy Slim (Rockafeller Skank), war da auch noch dieser eine Moment, der Spielgeschichte schreiben sollte, der Release von Resident Evil 2 – meinem absoluten All-Time-Favorit der Horror-Survival-Serie.

Und nun, 21 Jahre später, kehre ich nach Raccoon City zurück und bin gespannt, ob mich der Klassiker von damals mit seinem neuen Gewand erneut verzaubert, bzw. mir eine ordentliche Gänsehaut verpasst. Kaum habe ich im Remake von Resident Evil 2 die Steuerung über Leon S. Kennedy oder Claire Redfield übernommen, und bin allein auf meine Sinne und den gewohnt kompakten Inventarplatz konzentriert, ist das Jahr 1998 plötzlich ganz schnell vergessen! Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Spannung nicht nur für Neueinsteiger der Serie sondern auch für die alten Hasen, die wissen möchten, was es denn Neues gibt in der Zombie überlaufenen Kleinstadt Raccoon City?

Neuer Treffpunkt, gleiche Handlung

Im Remake von Resident Evil 2 beginnt die Handlung etwas früher als im Original von 1998 und wir bekommen eher einen kleinen Einblick auf die Vorgeschichte von Leon S. Kennedy und Claire Redfield. Damals trafen beide in einer Introsequenz an einem namenlosen Diner direkt in Raccoon City aufeinander und heute begegnen sie sich bereits im spielbaren Tutorial an einer Tankstelle am Rande der Kleinstadt. Da die Tankstelle aber bereits nach wenigen Minuten von untoten Fleischfressern überrannt wird, entschließen sich Leon und Claire für eine gemeinsame Flucht mit einem zurückgelassenen Streifenwagen.

Ab diesen Zeitpunkt verläuft die Story fast wie damals, beide Charaktere machen sich ihrem Gegenüber bekannt und es stellt sich heraus, das Leon S. Kennedy, der junge und frischgebackene Polizist, unterwegs zur Polizeistation in Raccoon City ist, um dort seinen ersten Arbeitstag anzutreten. Claire Redfield hat das gleiche Ziel wie Leon, sie ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder Chris, der zur Spezialeinheit S.T.A.R.S gehört und die ebenfalls ihr Büro auf der Wache haben (bekannt aus Resident Evil).

Doch schon nach einer kurzen Fahrt durch die scheinbar leere Kleinstadt, müssen beide mit ihrem Fahrzeug anhalten, da eine blockierte Straße die Weiterfahrt unmöglich macht. Plötzlich taucht im Rückspiegel des Polizeiautos ein großer Tanklastwagen auf und heizt mit Vollgas auf die beiden zu. Claire und Leon können gerade noch aus dem Auto hechten, bevor eine gewaltige Explosion alles im Umkreis zerstört. Beide überleben den Zwischenfall unverletzt, sind aber ab jetzt voneinander getrennt und werden erst wieder im weiteren Spielverlauf aufeinander treffen.

Nach wenigen Metern und vielen hungrigen Zombies, die durch die Explosion aufgescheucht wurden und nun an jeder Ecke auftauchen, erreichen wir in der Rolle von Claire oder Leon endlich die alte Polizeistation. Von Sicherheit fehlt aber jede Spur, denn wie es erst zu Anfang schien, hat kein Einwohner diese Zombie-Invasion überlebt. Was ist in Raccoon City passiert, gibt es Überlebende und wo ist unsere Bekanntschaft abgeblieben?

Nachts im Museum

Früher haben schon ein paar Zombies in lichtdurchfluteten Gängen für Unwohlsein gesorgt, heute erzeugt das bei vielen Spielern keine Gänsehaut mehr. Deshalb musste Capcom das Remake an einigen Stellen deutlich aufpolieren. In der neuen Version von Resident Evil 2 gibt es viel weniger Lichtquellen und teilweise können wir auch nur soweit schauen, wie der Lichtkegel unserer Taschenlampe leuchtet. Auch die vielen verschiedenen Zombietypen mit ihren ekelerregenden Geräuschen und Animationen treffen voll ins Schwarze. Apropos Schwarz: Die düstere und regnerische Nacht, die stetig vor den Fenstern lauert und uns im Außenbereich empfängt, unterstützt das „Ich will nach Hause unter meine Bettdecke“-Szenario ebenfalls sehr gut. Die aus Resident Evil 7 bekannte RE-Engine zaubert auf jeden Fall ganz großes Gruselkino auf unsere Bildschirme.

Messer, Minigun, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht

Es gibt unzählige Items wie Waffen, Schlüssel, Kräuter und noch viele, viele mehr in einem Spieldurchlauf. Eine Schwierigkeitskomponente in den alten Resident Evil-Teilen war immer schon das knappe Inventar, dass man gut organisieren musste. Man sollte sich immer die Frage stellen: Wo muss ich hin, was brauche ich, um weiter zu kommen und was benötige ich um bevorstehende Angriffe zu überleben? Früher war dann auch noch das berühmte Ink Ribbon (Farbband) im Inventar notwendig, um überhaupt seinen Spielstand speichern zu können. Dieses Farbband gibt es immer noch, wird aber nur noch im Hardcore Modus benötigt, was ich sehr fair für die unterschiedlichen Schwierigkeitsmodi finde.

Wie üblich für die Resident Evil-Serie, gibt es auch wieder viele verschiedene Logik-Rätsel in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Da kann es schon mal vorkommen, dass man die eine oder andere Extrarunde durch den jeweiligen Abschnitt rennt, bis man verstanden hat, was eigentlich von einem verlangt wird. Es schadet also nicht, Gegenstände richtig anzuschauen und notfalls mal eine Notiz zu vermerken.

Erschrecken will gelernt sein

Capcom schafft die perfekte Balance aus actiongeladenen Kämpfen und gut platzierten Schockmomenten, so dass man sich nie richtig sicher sein kann, ob nicht doch nochmal einer der niedergestreckten Widersacher urplötzlich wieder aufwacht. Auch auf bereits erkundeten Wegen können jederzeit neue, noch furchterregendere Gegner auftauchen und einem das Leben schwer machen. Genau das ist es, was die alten Resident Evil-Teile schon immer besonders machte und warum die Fans die Serie lieben. Obwohl ich den alten Teil kenne und jedes bisher erschienene Resident Evil gespielt habe, bin ich das eine oder andere Mal so richtig zusammengezuckt – wunderbar – so muss das sein!

Heutzutage ist auch ein perfekt abgestimmter Surround Sound ein wichtiger Faktor, um ein beklemmendes Gefühl beim Spieler zu erzeugen. Mein Test-Setup beinhaltet ein dickes 5.1 Soundsystem von Teufel und ich kann Euch sagen, ich habe mich selten so verfolgt gefühlt wie von Tyrant im Resident Evil 2 Remake.

Auch die Steuerung auf der Konsole (PS4) und dem PC (Steam) finde ich sehr gut umgesetzt. Capcom hat sich bei der PC-Version richtig ins Zeug gelegt, das sieht man vor allem an den unzähligen Einstellungen. Schönes Detail: Dank der Vorschau neben den Grafik Settings erkennt jeder auf Anhieb wie sich die Darstellung im Spiel verändert, ohne Fachbegriffe (z.B. Umgebungsverdeckung, Mesh-Qualität, etc.) zu kennen. Good Job, Capcom!

Zuuuugabe!… Zuuuugabe!… Zuuuugabe!…

In Resident Evil 2 (Remake) gibt es viel zu tun, denn nach den Kampagnen mit Leon oder Claire ist noch lange nicht Schluss. Es wartet noch der 2. Durchgang, in dem die restlichen Lücken des Handlungsstrangs gefüllt werden, inklusive neuer Wege, Gegner und Bosse. Des weiteren können noch die beiden etwas anderen Spielmodi freigeschaltet werden, der 4th Surviver– und der Tofu-Modus.

4th Survivor Modus: Wir spielen den Special-Agent Hunk vom Umbrella Security Service, der ebenfalls den Raccoon City Vorfall überlebt hat. Wir versuchen mit ihm aus dem Horror-Szenario zu flüchten.

The Tofu Survivor: Im Tofu-Modus sind wir, wie der Name schon sagt, ein Klotz aus Tofu, nur mit einem Messer bewaffnet. Ein sehr fordernder Spielmodus, in dem es um Fressen oder gefressen werden geht.

The Ghost Survivors: Am 15. Februar erscheint die kostenlose Download-Erweiterung Ghost-Survivors, die drei DLCs enthält: Einen Waffenladen-Besitzer, die Tochter des Bürgermeisters und einen Soldaten. Alle drei Personen sind aus Raccoon City und haben es nicht geschafft, dem G-Virus zu entkommen.

Ebenfalls am 15. Februar erscheinen zwei kostenlose Retro-Kostüme für Claire und Leon. Einmal angezogen sehen die beiden aus, wie frisch dem Original von 1998 entschlüpft, sowohl was die Klamotten als auch die Formen der Spielfiguren angeht.

Insgesamt, wenn man versucht alles freizuschalten und alle im Spiel vorhandenen Modi durchspielt, kommt man locker auf eine Gesamtspielzeit von ca. 40-50 Stunden. Das ist mal ein schönes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Resident Evil 2 (Remake)

Release Termin: 25. Januar 2019, Genre: Horror-Survival
Spielzeit: ca. 18+ Stunden (Leon & Clair „Kampagne – Schwierigkeit: Normal“)
Erhältlich für: PlayStation 4, Windows PC, Xbox One
Entwickler: Capcom, Publisher: Capcom
Website: www.residentevil2.com

rushBfast - René Weinberg - Resident Evil 2 - oasentierIch habe Remake-Blut geleckt! Die Neuauflage von Resident Evil 2 setzt sich für mich wieder an die Spitze der Serie. Capcom zeigt, wie man mit viel Feingefühl, Respekt und Detailverliebtheit einen Klassiker erneut zum Leben erweckt. Ich will mehr davon!

 

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