Testbericht: Astral Chain – Kriminalfälle, Logikrätsel und fette Action

So schön kann Abwechslung in einem Action-Spiel sein! »Astral Chain« von PlatinumGames zeigt, wie verschiedene Genres in einem Spiel perfekt kombiniert werden.

In meiner Vorschau zu Astral Chain schrieb ich bereits, dass mit diesem Nintendo Switch Spiel ein echter Action-Knaller auf uns zukommt – und genau das hat sich auch bestätigt! Die futuristische Polizeisimulation mit japanischem Einschlag lädt uns ein in eine Welt voller Mysterien. Doch bevor wir in die Geheimnisse der plötzlich auftauchenden Chimären eintauchen, retten wir erstmal herrenlose Katzen, balancieren einen schwankenden Turm aus Eiskugeln in einer Waffel über die Straße und suchen nach Alternativen, die man auf dem stillen Örtchen zum Reinigen seiner vier Buchstaben verwenden kann. Ja, Ihr habt richtig gelesen, Astral Chain ist weit mehr als ein gewöhnlicher Button-Smasher.

Die rote Flut 2078

Wir befinden uns auf der sogenannten Arche, eine Insel mit zwei Bergen … hoppla, falscher Text. Die Arche ist eine künstlich geschaffene Insel, die als einziger Rückzugspunkt der Menschheit vor der immer größer werdenden Invasion der grausamen Chimären und deren roter Materie dient. Doch als die Bedrohung aus einer uns noch fremden Dimension auch dieses Ufer erreicht, werden wir zum Teil einer Spezialeinheit (Neuron), die mithilfe übernommener Chimären, den sogenannten Legion, den Kampf gegen die rote Invasion aufnimmt.

Immer wieder hören wir Zeugenaussagen über seltsame Erscheinungen oder merkwürdige Geräusche, dessen Ursprung für die Menschen nicht nachvollziehbar sind. Auch die Fälle, in denen Zivilisten auf unerklärliche Art und Weise verschwinden, häufen sich. Eine wichtige Info dabei, weder die Chimären noch die Legion der Spezialeinheit sind für die Bürger der Arche sichtbar.

Wir entscheiden uns zu Spielbeginn für einen der beiden Zwillinge, die von Neuron Captain Maximilian Howard adoptiert wurden. Nach einer kurzen Charakterkonfiguration starten wir direkt in unseren ersten Einsatz als offizieller Neuron-Beamter. Das Spiel fackelt nicht lange – schnell befinden wir uns in den ersten großen Gefechten, hier aber noch ohne einen Helfer an der Kette. Wir merken jedoch schnell, dass die dunklen Mächte, die hier am Werk sind, nicht mit unserer gewöhnlichen Ausrüstung aus Schlagstock, Schwert und Pistole zu bezwingen sind. Deshalb dürfen wir in unserem zweiten Außeneinsatz mit unserem neuen Schwert-Legion Gassi gehen und der schaut nicht nur mega schnittig aus, sondern bringt auch allerhand Fähigkeiten mit sich, die man zu Spielbeginn noch gar nicht so easy unter einen Hut bekommt.

Freund oder Feind?

Da die Legions nicht einfach nur nützliche Kampfmaschinen an einer Kette, sondern übernommene Chimären aus einer streng geheimen Forschungseinrichtung sind, kann man sich vielleicht nicht zu einhundert Prozent auf die angeketteten Helfer verlassen. Nur eine perfekte Symbiose aus Chimäre/Legion macht den perfekten Neuron-Polizisten aus… Mehr möchte ich aber nicht von der spannenden Handlung von Astral Chain verraten, das müsst Ihr schon selber herausfinden.

Doch zurück zu den Legions, denn die haben so viel zu bieten, das ich Euch hier noch ein wenig mehr von der fantastischen Spiel- und Kampftechnik erzählen möchte. Später stehen uns bis zu fünf verschiedene Legions zur Verfügung, jeder mit eine Spezialfähigkeit, die uns zum Beispiel über Gefahrenzonen am Boden trägt oder uns mit Pfeil und Bogen auf ferne Ziele schießen lässt. Alle Legions können mit Hilfe eines Skilltrees weiterentwickelt werden, um so neue Fähigkeiten und Eigenschaften zu erlernen. Im Kampf selber haben wir es oftmals mit sehr schweren (abhängig vom jeweilen Schwierigkeitsgrad) Chimären zu tun. Diese Monster verlangen dem Spieler eine komplexe Kombination aus verschiedenen Nah- und Fernangriffen ab, die wir ganz normal mit links in das Kampfgeschehen einstreuen.

Jetzt kommt der knifflige Part, denn mit dem rechten Stick am Pro-Controller oder dem Nintendo Switch Joy-Con, navigieren wir unseren jeweilen Legion durch den Kampf. Da kann man hin und wieder schon mal mit den beiden Gehirnhälften am Limit sein. Doch hat man die Attacken und Variationen erst einmal verstanden, kann man das kreative Kampfsystem genießen.

Entwickler von der Kette gelassen

Ich glaube Astral Chain kann sich sehr gut zwischen den beiden Spielen Bayonetta und Nier: Automata einreihen, denn man spürt an vielen Ecken das hier selbige Entwickler am Werk waren. Klar definiert sich Astral Chain besonderes über sein ausgefallenes Kampfsystem, doch das Spiel hat neben der vollen Dröhnung Button-Smashing noch so viele andere Reize.

Absolut ungewöhnlich für ein Spiel dieses Genre ist die Vielzahl weiterer Aktivitäten wie Kriminalfälle lösen, Logikrätsel knacken oder uns in der Nintendo Switch Bewegungssteuerung üben, um Gegenstände geschickt zu balancieren, ohne sie fallen zu lassen. Was mir besonders gut daran gefällt: Diese Aufgaben erscheinen nicht als langweilige Füllelemente, sondern sind liebevoll in die eh schon sehr gut gestaltete Spielwelt integriert.

Außergewöhnliches Gesamtpaket

Astral Chain ist für mich der Geheimtipp dieses Jahres! Das japanische Action-Adventure von PlatinumGames zeigt, wie man einen perfekten Genremix aus packender Action, gefüllt mit stimmigen Rätsel– und Geschicklichkeitselementen auf die Beine stellt. Auch die kleinen Minispiele und die großen erkundbaren Areale mit ihren optionalen Aufgaben machen so viel Spaß, dass keine Ecke unentdeckt bleibt. Die Grafik von Astral Chain ist in so einem perfekten Anime-Look, dass es mir manchmal so vorkam als würde ich eine Anime-Serie spielen.

Besonders angetan war ich auch vom Soundtrack des Spiels, denn ich tendiere in Spielen oftmals eher zum Abschalten der Musik, da diese mein Spielerlebnis meist mehr stört anstatt es zu verstärken. Anders bei Astral Chain – der Soundtrack funktioniert bei mir so gut, dass ich total vergessen hatte, dass dieser den Hintergrund untermalt, so schnell hatte ich mich an die Lieder gewöhnt. Die Musik, wenn man durch ein Portal hindurch reist und in der Welt der Chimären landet, erinnert mich total an die Ghost in the Shell Filme, die zu meinen Favoriten unter den Anime-Streifen zählen. Kurz gesagt, ich liebe den Soundtrack und die Optik des Spiels!

rushBfast - René Weinberg - Astral Chain - oasentier

Astral Chain ist mein absoluter Geheimtipp dieses Jahr. Wer Bayonetta, Devil May Cry und Nier: Automata mag, wird Astral Chain lieben.


Astral Chain

Release Termin:
30. August 2019 (bereits erschienen)

Genre:
Action-Adventure

Spielzeit:
ca. 38+ Stunden

Erhältlich für:
Nintendo Switch

Entwickler:
PlatinumGames

Publisher:
Nintendo

  • Pro:
  • – gelungener Genremix
  • – Spiel gleicht einem Anime
  • – grandioser Soundtrack
  • – geniales Spieldesign
  • – sehr gute Animationen
  • – Umfang
  • Contra:
  • – schwierige Steuerung
  • – keine deutsche Sprachausgabe

Du hast eine Frage zum Spiel, dann schreibe mir diese doch gerne in die Kommentare. Ich werde versuchen, sie schnellstmöglich zu beantworten.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: