Testbericht: A Plague Tale: Innocence – Zwei Geschwister beißen sich durchs Mittelalter

Eine Mittelaltergeschichte für Erwachsene, die unter die Haut geht. Das Stealth-Action-Adventure »A Plague Tale: Innocence« lässt uns herausfinden wer wohl das schlimmere Übel im 13. Jahrhundert war, die Inquisition oder eine gigantische Rattenplage, die das ganze Land überrannte!?

Das Stealth-Action-Adventure A Plague Tale: Innocence spielt im mittelalterlichen Frankreich im Jahre 1348 und ist eine herzzerreißende Geschichte über den kranken Jungen Hugo und seine tapfere Schwester Amicia. Beide sind gezwungen ihre adelige und behütete Heimat aufzugeben, um vor der brutalen Inquisition und einer über das Land herfallenden Rattenplage zu flüchten. Da Hugo an einer noch unbekannten Krankheit leidet, ist ihr erstes Ziel der Alchemist/Arzt Laurentius, der vielleicht ein Heilmittel gegen die stetig auftauchenden Schmerzen von Hugo brauen kann. Doch wie es das Schicksal so will, hat die Geschichte der beiden Geschwister eine komplett andere und viel gefährlichere Route vorgesehen.

Da die Handlung und die Inszenierung so fantastisch umgesetzt wurden, möchte ich Euch auf keinen Fall etwas vorweg nehmen, und so werde ich in den folgenden Absätzen möglichst spoilerfrei von meinem Spielerlebnis berichten.

Die kurze französische Idylle

Fast 99% des Spiels steuern wir die tapfere, jugendliche und immer fürsorgliche Amicia durch die wunderbar gestaltete Spielwelt des 13. Jahrhunderts. Der Kleidungsstil, die Landschaft und die Architektur von A Plague Tale: Innocence sehen nahezu fotorealistisch aus und können einem zwischen »Oh, das ist aber schön hier!« und »Wie ekelhaft ist das denn!?« emotional eine Berg- und Talfahrt erleben lassen.

Ich bin ja echt froh, dass noch nicht die Möglichkeit erfunden wurde Spiele, oder besser gesagt das Spielgeschehen, riechen zu lassen. Denn sonst würde ich jedem Spieler von A Plague Tale: Innocence dringlichst davon abraten diese Funktion zu aktivieren…

Düster und einsam durch den Krieg

Normalerweise kann ich Spiele mit sogenannten Begleiter-Quests/Eskort-Quest (Aufgaben in denen der Spieler einen anderen NPC sicher an sein Ziel bringen muss) überhaupt nicht ausstehen. Das liegt aber nicht daran, dass ich kein hilfsbereiter Mitbürger bin, sondern eher daran, dass diese Aufgaben meist nur so lala funktionieren und unser Begleiter oftmals an jeder Ecke hängen bleibt oder im schlimmsten Fall sogar stirbt. Ganz anders in A Plague Tale: Innocence, denn hier nehmen wir mit Amicia den kleinen Hugo freiwillig an die Hand, doch auch ohne unsere direkte Einwirkung verhält sich der kleine Bruder sehr vorbildlich und so folgt er fast immer unseren Ansagen.

Nur mit einer Steinschleuder und ein paar Alchemietricks bewaffnet, bekämpfen wir die Soldaten der Inquisition oder schaffen uns in der Dunkelheit ein wenig Licht, um gefräßige Ratten fernzuhalten. Diese taktischen Kämpfe und Rätsel sind ein stimmungsvoller Hauptbestandteil des Spiels, die bis zum Ende hin sehr gut funktionieren.

Von wegen »ich kau dir ein Ohr ab«!

Ich musste beim Durchspielen der sagenhaften Erzählung von A Plague Tale: Innocence mehrmals an berühmte Filme und Serien wie Die Goonies oder Stranger Things denken. Doch was machten diese Streifen zu dem was sie sind? Richtig, die Ausarbeitung der Charaktere. Diese liebevolle Ausarbeitung ist auch ein großer Punkt in A Plague Tale: Innocence.

Was mich neben der fantastischen Atmosphäre und dem guten Sound aber am meisten beeindruckt hat, ist die verdammt gute deutsche Sprachausgabe auf Hörspielniveau. Evtl. müssen sich unsere deutschen Ohren erst an den kleinen »Ügoo« (Hugo französisch ausgesprochen) gewöhnen, aber das dürfte auch das Einzige sein, was einem Anfangs noch etwas fremd vorkommt. Die deutsche Übersetzung ist so gefühlvoll und gut eingesprochen worden, dass selbst kleine Aktionen wie »verschiebe einen Gegenstand A oder B an seine richtige Position« sprachlich gut und unterhaltsam untermalt sind. Auch die Dialoge der Spielfiguren untereinander lassen einen richtig tief in die Spielwelt eintauchen und so kann es schon mal sehr emotional werden, wenn sich ein Charakter von der Gruppe verabschiedet.

A Plague Tale: Innocence ist für mich das Märchen für Erwachsene schlechthin aus dem letzten Jahr. Ich hoffe, in den kommenden Jahren noch viele weitere dieser wunderschön und liebevoll gestalteten Abenteuer von Asobo Studio zu sehen und natürlich auch zu spielen.


A Plague Tale: Innocence

Release Termin:
14. Mai 2019 (bereits erschienen)

Genre:
Action-Adventure

Spielzeit:
ca. 12+ Stunden

Erhältlich für:
PlayStation 4, Xbox One, Windows PC

Entwickler:
Asobo Studio

Publisher:
Focus Home Interactive

  • Pro:
  • – emotionale Geschichte
  • – Lokalisierung auf Hörspielniveau
  • – sehr gute Grafik
  • – Spannung
  • – Rätsel
  • – Schleich-Mechaniken
  • Contra:
  • – lange Ladezeiten

Du hast eine Frage zum Spiel, dann schreibe mir diese doch gerne in die Kommentare. Ich werde versuchen, sie schnellstmöglich zu beantworten.

  1. […] ist zwar ein Weile her, dass ich »A Plague Tale: Innocence« durchgespielt habe, aber die echt guten »Easter Eggs« haben mich dazu gebracht, nochmals einen […]

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