Testbericht: GRIS – Ein spielbares Kunstwerk

Kunst oder Spiel oder beides? »GRIS« verzaubert jeden, der in diese wunderschöne und eigenartige Welt eintaucht. Lasst Euch mit der gleichnamigen Protagonistin davontreiben und völlig die Zeit vergessen.

Ich bin fast schon ein wenig sprachlos, wie mich dieser wunderschöne Titel überrollt hat. Mit so einer fantastischen Bildsprache, in Verbindung mit dem unfassbar guten Soundtrack, habe ich nicht gerechnet. Klar, vor mir haben bereits viele GRIS in die Stratosphäre gelobt, aber ich bin oftmals doch etwas anderer Meinung als die Masse. Dennoch muss ich bei diesem harmonischen Jump ’n’ Run der Allgemeinheit zustimmen – GRIS ist ein ganz besonderes Spiel, das man schon fast nicht mehr als solches behandeln sollte.

Als das junge Mädchen GRIS zu Beginn ihrer Reise ihre Stimme verliert und damit auch die Farbe aus der Welt verschwindet, begeben wir uns mit ihr auf den Weg ihre Stimme und damit auch die Farben, wieder zurückzuholen. Ein Abenteuer mit eingefärbten Landschaften, wandernden Steinen, formwandelnden Bäumen und niedlichen Wesen beginnt. Die Spielwelten von GRIS sind in einzelne Sternbilder unterteilt, die wir nur passieren können, sobald wir alle weißen Punkte in einem Level gefunden haben.

Spannende Architektur mit guten Logikrätseln

Nicht all zu schwer und nicht zu leicht. Bei meinem Durchspielen von GRIS konnte ich alle Rätsel auf Anhieb lösen und das freut mich extrem, denn dadurch wird der harmonische Flow nicht unterbrochen. Selbst wenn man mal etwas länger auf der Stelle steht, um die Logik hinter den Rätseln zu erfassen. Der zu einhundert Prozent zum Spiel passende Soundtrack der spanischen Band Berlinist untermalt stimmungsvoll jede Szene, wirkt extrem entspannend und transportiert wundervoll die emotionale Berg- und Talfahrt von GRIS.

Die Kreativität der Rätsel und deren Abwechslung haben mir ebenfalls supergut gefallen. So stehen wir einmal vor der Herausforderung, eine Waage in einer Eiswelt ins Gleichgewicht bringen: GRIS friert alle paar Sekunden ein und lässt dabei ihre alte Silhouette als Eisskulptur stehen – nur durch unser »zweites ich« wird dieses Rätsel lösbar. Ein anderes Mal ist ein Vorrücken nur möglich, wenn wir das Kleid von GRIS in einen schweren Klotz verwandeln und vom höchsten Punkt der Spielwelt auf einen Schalter springen.

Tränendrüsen aufgepasst

Keine Ahnung warum mich GRIS zum Schluss so emotional übermannt hat, vielleicht waren es Freudentränen, weil ich das Spiel so schön und extrem gelungen finde. Vielleicht waren es auch die emotionalen Bilder mit diesen grandiosen Klängen – ich weiß es nicht, aber GRIS wird einen ganz besonderen Platz unter meinen Lieblingsspielen bekommen.


GRIS

Release Termin:
13. Dezember 2018 (bereits erschienen)

Genre:
 Jump ’n’ Run, Adventure

Spielzeit:
Nicht wichtig! 🙂

Erhältlich für:
Nintendo Switch, PlayStation 4, Windows PC, Mac OS

Entwickler:
Nomada Studio

Publisher:
Devolver Digital

  • Pro:
  • – einzigartiger Grafikstil
  • – fantastischer Soundtrack
  • – intuitive Steuerung
  • – tolles Design/Illustration

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