Testbericht: Minecraft Dungeons – Diablo für Minecraft-Fans

Microsoft schenkt seinen Marken neue Genres. Ob der Wechsel des berühmtesten Sandbox Open-World Spiels der Welt zu einem »Action-Rollenspiel a la Diablo« gelingt, erfahrt Ihr im heutigen Testbericht zu »Minecraft Dungeons«.

Microsoft und Mojang bringen mit Minecraft Dungeons frischen Wind in die Welt der Blöcke. Das Action-Rollenspiel, welches an Diablo und Co. erinnert, erzählt die Geschichte über einen einsamen Illager, der aus seiner Heimat verstoßen wurde. Nun ist er auf der Suche nach einer neuen Bleibe, doch leider ohne Erfolg. Egal wo der Illager hingeht, stößt er auf Abwehr und noch mehr Hass. Auf seiner Reise durch das unbarmherzige Land findet der Illager eines Tages ein mächtiges Artefakt, die Kugel der Dominanz. Und wie es das Schicksal so will, wird aus dem kleinen, einsamen und verzweifelten Illager ein bösartiger Herrscher, der Erz-Illager. Er unterwirft alle, die ihm widersprechen, lässt grausame Konstrukte auf die Dörfer der anderen Illager los und verbreitet Angst und Schrecken.

Diesen fürchterlichen Machenschaften des Erz-Illagers muss unbedingt das Handwerk gelegt werden, doch dazu braucht es würdige Helden, die sich den Armeen aus Kreepern, Magiern, Skelettbogenschützen, Kühen und Zombies entgegenstellen. Ja, ich denke, wir kennen sie alle, die Flora und Fauna aus Minecraft und genau das macht den Charme des Spiels aus, in dem wir uns als Minecraft-Fan der ersten Stunde sofort zurechtfinden. Wir wissen ja bereits, was die Gegner an Attacken für uns bereit halten.

Erz-Illager statt Erzabbau

Der Grafikstil ist zum knuddeln und die Animationen und bekannten Texturen der Klötzchenwelt passen verdammt gut in das Gesamtbild des Action-Rollenspiels, welches nur aus der statischen Isoperspektive gespielt wird. Es ist zwar nicht jeder Baustein 1:1 aus Minecraft entnommen, aber dennoch ist der Gesamteindruck sehr gelungen. Bei den beliebten LEGO-Videospielen war es ebenso, das manche Objekte in der Umgebung nicht nur aus existierenden LEGO-Teilen zusammengesetzt wurden.

Zum aktuellen Spielumfang gehören Biome wie der Kreeper-Wald, nasser Sumpf, Kürbisweiden, Wüstentempel und viele mehr. Wie man es aus Diablo und Co. kennt, haben die Gebiete ein zufälliges Layout, sodass selbst bei mehrmaligen Besuchen in gleichen Biomen immer ein anderer Weg zu erkunden ist, inklusive optionalen Geheimnissen. Das ist wichtig, da man zum Leveln des Spielcharakters diese Umgebungen automatisch mehrmals besucht, um den Unmengen an Gegnern immer bessere Ausrüstungsgegenstände abzuluchsen.

Diese typischen Rollenspielgegenstände, wie Rüstungen, Waffen und Artefakte, droppen nach jedem Sieg über die Widersacher hin und wieder zufällig und lassen sich noch mit mehreren Verzauberungen ausstatten. So können wir zum Beispiel aus einer langsamen Armbrust eine Fernkampfwaffe zaubern, die beim Aufprall ihrer Projektile weitere fünf Pfeile verschießt oder eine Rüstung mit einem zusätzlichen Effekt belegen, der uns nach dem Verzehr eines Heiltranks mehrere Sekunden deutlich weniger Schaden nehmen lässt. Das System der erweiterbaren Verzauberungen ist simpel aber gut und vor allem löst es das klassische Beute-Fieber in uns aus – immer auf der Suche nach besserer Ausrüstung.

Freude mit Freunden

Das Grundspiel alleine bringt bereits einiges an Spielspaß mit sich, doch umso mehr steigt dieser an, wenn wir gemeinsam mit unseren Freunden die Welt des frechen Erz-Illagers erobern. Egal ob Lokaler- oder Online-Koop, wir können mit bis zu vier Spielern gleichzeitig für Unruhe auf dem Bildschirm sorgen. Doch leider bleiben wichtige Mehrspieler-Optionen wie das Handeln von Gegenständen mit eigenen Verbündeten noch auf der Strecke. Uns passierte es auf jeden Fall mehrmals, dass ein Gruppenmitglied unbedingt eine stärkere Rüstung benötigte, aber leider keine finden konnte. Zur gleichen Zeit fand ein anderer in der Gruppe gleich zwei Mal eine legendäre Rüstung, die dann aber leider an den Händler ging und nicht an den Mitspieler, der sie gebrauchen konnte. Ich hoffe, dass Handeln mit anderen Spielern wird noch in den kommenden Erweiterungen oder Updates nachgereicht.

Es gibt zwar keine Rollenspiel-Klassen wie in anderen Spielen aus diesem Genre, doch was im Mehrspieler auffällt sind die unterschiedlichen Spezialisierungen der Gegenstände, die uns einmal mehr zum Fernkämpfer, Nahkämpfer oder Magier machen, da doch jeder Spieler einen anderen Geschmack hat.

Möge das Glück mit Euch sein!

Da es aktuell noch nicht möglich ist, selber bestimmte Gegenstände wie Waffen oder Rüstungen herzustellen, ist es leider eine Frage des Glücks, wann und welche Ausrüstung man erhält. Da jeder Spieler seine eigene Beute aufsammelt, gibt es zwar keine Streitereien in Sachen Ninjaloot (also wer zuerst das Item aufhebt), aber eine Option mit seinen Mitspielern zu handeln gibt es leider auch nicht. Diese Funktion, so hoffe ich, wird es wahrscheinlich erst mit den kommenden Erweiterungen geben.

rushBfast - René Weinberg - Minecraft Dungeons - Illustration: oasentier

Minecraft Dungeons ist ein einsteigerfreundliches Action-Rollenspiel mit wunderschönem Grafikstil für alle Altersstufen.


Minecraft Dungeons

Release Termin:
26. Mai 2020

Genre:
Action-Rollenspiel, Hack and Slay

Spielzeit:
ca. 16 Stunden

Erhältlich für:
PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, Windows PC

Entwickler:
Mojang Studios, Double Eleven

Publisher:
Xbox Game Studios

Pro:
– schöner Grafikstil
– abwechslungsreiche Areale
– Easter Eggs
– viele verschiedene Waffen
– 4 Spieler Online- & Couch-Koop
– drei Schwierigkeitsgrade

Contra:
– online Verbindungsabbrüche (Koop)
– kein Crafting
– Geschichte sehr kurz
– keine typischen Minecraft Aktivitäten


Du hast eine Frage zum Spiel, dann schreibe mir diese doch gerne in die Kommentare. Ich werde versuchen, sie schnellstmöglich zu beantworten.


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