Ghost of Yotei ist als Exklusivtitel für die PlayStation 5 erschienen – endlich! Was haben wir sehnsüchtig gewartet, erneut in wunderschöne japanische Landschaften einzutauchen, nachdem uns Ghost of Tsushima vor fünf Jahren so wahnsinnig begeistert hat. Heute erzählen wir euch, ob sich die lange Warterei gelohnt hat und wie sich die Welt durch die Augen von Atsu anfühlt, der weibliche Hauptcharakter, der uns durch das neue Abenteuer von Sucker Punch Productions führt.
Da wir auch in diesem Testbericht wieder möglichst spoilerfrei bleiben möchten, reißen wir die Handlung von Ghost of Yōtei nur kurz an, sodass ihr in eurem eigenen Gameplay alles frisch erleben dürft.
Ein Wechselbad der Gefühle
Die doch eher einfach gestrickte Geschichte von Ghost of Yōtei handelt von der Söldnerin Atsu, die sich an den Yōtei-Sechs, den Mördern ihrer Familie rächt. Dabei holt die Geschichte, wie aus dem Vorgänger Ghost of Tsushima bekannt, erneut bis in die Kindheitstage unserer Hauptfigur aus.

Kindheitstage?! Gesagt, getan – denn als Kind können wir uns im heimischen Garten als Atsu austoben, dabei schauen wir dem Vater bei seinen Schmiedearbeiten zu, lernen den Schwertkampf mit unserem Bruder und spielen das japanische Saiteninstrument Shamisen an der Seite unserer Mutter.

Doch das behütete Insel- und Familienleben hat schnell ein Ende, als die blutrünstigen Yōtei-Sechs auftauchen, den gesamten Hof niederbrennen und die Familie von Atsu kaltblütig ermorden.
Wie durch ein Wunder überleben wir dieses Ereignis – später erfahren wir, dass wir auf das nahegelegene Festland entkommen sind und kehren nach sage und schreibe 16 Jahren mit dem Verlangen nach Rache wieder in unsere alte Heimat zurück, wo unsere Rachegeschichte erst so richtig beginnt.

Übrigens spielt Ghost of Yōtei hunderte von Jahren nach der Invasion der Mongolen auf die Insel Tsushima, weshalb es keinerlei Verbindung zu dem Protagonisten Jin Sakai aus dem Vorgänger Ghost of Tsushima gibt.
Spielelemente von Ghost of Yōtei
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Ghost of Yōtei, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Waffen meistern

Eigentlich müssten wir mit Atsu einen großen Karren hinter uns her ziehen, denn mit Doppelkatana, Kusarigama, Ōdachi, Yari, Kurz- und Langbogen, Schusswaffen und vielen Wurfgegenständen sind wir wirklich für jedes Manöver mehr als genug gewappnet. Für manchen Gamer wirkt das sicherlich etwas übertrieben, bietet dafür aber jedem Spielertyp das richtige Waffenset. So können sich Stealth-SpielerInnen mit lautlosen Waffen heimlich an die Gegner heranschleichen und andere dürfen mit dem brachialen Arsenal mit lautem Getöse direkt mit der Tür ins Haus fallen.
Kampfstil anpassen

Durch Talismane und Rüstungen erhalten wir passive Fertigkeiten, wie zum Beispiel das Schnellfeuern von Pfeilen ohne in den Zielmodus zu wechseln oder ein größeres Zeitfenster für perfekte Konter und Paraden. Allerdings müssen Rüstungen und Talismane mit seltenen Ressourcen aufgewertet werden, um diese Effekte noch zu steigern. Leider gibt es nur wenige Masken und Hüte, die uns mit zusätzlichen Fähigkeiten unterstützen, da wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen.
Open World erkunden

Die Open World von Ghost of Yōtei ist ein absolutes Highlight, die einen allzu gerne von Atsus Racheplan ablenkt. Das liegt vor allem daran, dass wir durch das Erkunden der Insel neue Fertigkeiten erlernen, mehr Lebensenergie erhalten und weitere Waffenkenntnisse meistern dürfen. Auch diesmal können wir wieder durch das Wischen auf dem Touchpad unseres PS5-Controllers den Wind herbeirufen, der uns als sehr gut integrierte Navigationshilfe über die weitläufige Insel führt. Gerne würden wir mehr solcher tollen immersiven Navigationskonzepte auch in anderen Spielen sehen.
Einfache Rätsel lösen

Ab und an müssen wir tatsächlich das eine oder andere Rätsel lösen, welche aber nicht sonderlich schwer ausfallen. Einige Logikrätsel, bei denen wir Statuen richtig anordnen oder kleine Rätselkästchen öffnen müssen, lassen sich allein durch einfaches Ausprobieren und Schlussfolgern entschlüsseln. Keines der Rätsel hat uns aus der Reserve gelockt. Also keine Angst vor etwas Knobelei – bei einigen Rätseln erhalten wir sogar zusätzliche Hinweise durch Atsus Kommentare.
Japanische Bilderbuch-Open World

Wie bereits erwähnt, kann sich die Open World von Ghost of Yōtei echt sehen lassen, denn in dieser wunderschön ausgearbeiteten Bilderbuchlandschaft gibt es einiges zu entdecken. Die Spielwelt ist gespickt mit heißen Quellen, kleinen Dörfern, malerischen Aussichtspunkten und spannenden Verstecken. Das Erkunden dieser japanischen Idylle ist mit Abstand das größte Highlight des Nachfolgers und liefert wochenlangen Spielspaß in Form von Haupt- und Nebenaufgaben, Waffenherausforderungen und kleinen Rätseln.

PlayStation 4 vs. PlayStation 5
Im Vergleich zur PlayStation 4 auf der Ghost of Tsushima veröffentlicht wurde, bietet der Release des Nachfolgers auf der PlayStation 5 deutlich mehr grafische Spielereien. Die Flora und Fauna von Ghost of Yōtei präsentiert sich noch detailreicher, Licht- und Schattenspiele, sowie die allgemeine Texturqualität überzeugen auf ganzer Linie und stellen Ghost of Tsushima technisch gesehen in den Schatten.

Zwar könnten die Aktivitäten im Vergleich zum Vorgänger deutlich abwechslungsreicher und innovativer ausfallen, diese sind aber immer noch um Welten unterhaltsamer als die Copy/Paste-Spielelemente der Genre-Konkurrenten.










FAKTEN
| Release Termin: | 2. Oktober 2025 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Sucker Punch Productions |
| Publisher: | Sony Interactive Entertainment |
| Erhältlich für: | PlayStation 5 |

Fazit
Ghost of Yōtei
»Ghost of Yōtei« ist ein wunderschönes Open-World-Abenteuer, auch wenn es aufgrund der doch eher einfachen Rachehandlung etwas seinem Vorgänger hinterherhinkt. Technisch ist die PlayStation-5-Version sehr gut optimiert, was vielleicht auch daran liegt, dass die gigantische Spielwelt in einzelne, ebenfalls sehr große Areale unterteilt wurde. Besonders gut haben uns erneut die physikalischen Spielereien mit all dem herumfliegenden Blattwerk und Funkenpartikeln gefallen, die in manchen Szenen wieder für ein sehr cineastisches Erlebnis sorgen. Leider gibt es im Nachfolger sehr wenige neue Spielelemente, denn erneut spalten wir Bambus, folgen Füchsen zu Schreinen und sinnieren in heißen Quellen. Wer in Ghost of Tsushima seine helle Freude hatte, der bekommt auch in »Ghost of Yōtei« wieder sehr gute und packende feudale Japan-Action.
Pro
- Wunderschöne Spielwelt
- Sehr gute Schleichmechaniken
- Viele individuelle Anpassungsmöglichkeiten
- Sinnvolle Integration von Bewegungs- und Touch-Steuerung
- Sehr faire Checkpoints
- Stimmungsvoller Soundtrack
- Gelungene animierte Artworks unterstützen Erzählungen
- Kampfanimationen sehr gut eingefangen
- Sehr viele Sammelobjekte laden zum Erkunden ein
Contra
- Deutsche Synchronisation etwas steif
- Eher einfach gestrickte Rachegeschichte
- Kleine Anzeigefehler und hakelige Interaktionspunkte
- NPCs ähneln sich zu sehr
- Keine Koop-Missionen wie im Vorgänger
Letzte Worte
- Cineastische Martial-Arts-Momente in einer wunderschönen Open World.













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