Es gab einige Spiele in der Videospielhistorie, die extrem lange auf sich warten ließen und dabei fast zu einem Release-Mythos mutierten, während die Gaming-Community nicht mehr damit rechnete, dass diese Titel jemals erscheinen würden. Oftmals schraubten sich die Ansprüche der Fans, welche die Games mit großem Interesse verfolgten, ins Unermessliche – kaum eine dieser mehrmals verschobenen Veröffentlichungen konnte nach Release den Erwartungen der SpielerInnen gerecht werden. Wie sieht es da mit ROUTINE von Lunar Software aus?
Im Fall von ROUTINE verhielt sich die grade beschriebene Erwartungshaltung mittlerweile ähnlich, denn nach schlappen 13 Jahren Entwicklung und nur sehr spärlichen Lebenszeichen Seitens des Studios Lunar Software, war der stylische Survival-Horror bei vielen Gamern fast schon abgeschrieben. Doch jetzt endlich und ohne große Vorwarnung ist der lang ersehnte Titel für den PC erschienen. Ob ROUTINE seinem Hype gerecht wird, oder ob das Spiel lieber doch besser ein Release-Mythos geblieben wäre, erfahrt ihr jetzt in unserem ausführlichen Testbericht.
Eine Reise in das Unbekannte

Das Survival-Horror-Spiel startet mit einem seltsamen Traum, aus dem wir erwachen und uns inmitten einer sonderbaren Raumstation auf dem Mond wiederfinden. Die Einrichtungen und technischen Instrumente sind im Stil der 1970er bis 1990 Jahre gehalten. Unsere Aufgabe als Software-Ingenieur besteht darin, herauszufinden was an diesem fremden Ort geschehen ist, denn weit und breit ist keine weitere Menschenseele in Sicht. Ausgestattet mit einem Multifunktionsscanner, der uns allerhand Informationen und einen nützlichen Elektroschock liefert, navigieren wir durch das Ungewisse.

Nur kurze Tonaufnahmen und E-Mails vergangener Tage berichten uns von den grausamen Vorfällen auf der Raumstation. So, das ist dann auch schon genug Story für euch – eigentlich schon fast zu viel erzählt – wie immer wollen wir so spoilerfrei wie möglich bleiben und gehen direkt zu den Besonderheiten des Spiels über, damit ihr selbst noch die spannende Geschichte erleben dürft.
Spielelemente von ROUTINE
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von ROUTINE, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Multitool benutzen

Unser Gameplay in ROUTINE dreht sich rund um das richtige Anwenden des Multitools namens C.A.T.. Dieses Werkzeug ist unsere Allzweckwaffe und verschafft uns Licht in dunklen Gängen, hebt Hinweise via UV-Licht hervor und kann einen sehr nützlichen Elektroschock ausstoßen. Über eine weitere Taste an diesem Gerät lassen sich Netzwerkknotenpunkte ansteuern, unseren Spielstand speichern, Missionsstatus überprüfen, gespeicherte Videos ansehen und auf weitere gesammelte Daten zugreifen. Einziger Haken, wir müssen das Multitool regelmäßig mit neuen Batterien aufladen, die wir in der Umgebung finden.
Areale erkunden

Die Gänge der verlassenen Mondstation sind voller Informationen, die von einer Blütezeit der Raumfahrt erzählen, doch was ist hier vorgefallen und wo sind die ganzen Zivilisten? Über alte Notizen, Kassettenrekorder, Plakate und Präsentationen bekommen wir Einblicke auf die Zeit vor der Katastrophe. Je mehr wir von diesen düsteren Gängen, Läden und Laboren erkunden, desto mehr gibt das Spiel ROUTINE von seiner geheimnisvollen Geschichte preis, doch aufgepasst, an jeder Ecke lauern Gefahren.
Hinweise verfolgen

In den verlassenen Räumen und Gängen gibt es allerhand Hinweise zur Ursache des geheimnisvollen Vorfalls auf der Raumstation zu finden. Folgen wir diesen Hinweisen, bekommen wir oftmals Zutritt zu neuen Bereichen der Mondstation, die größtenteils von merkwürdigen Wachandroiden kontrolliert wird. Hierzu ist regelmäßiges Backtracking nötig, denn die Raumstation kann wie ein Labyrinth auf einige SpielerInnen wirken. Die sehr düsteren und einheitlichen Strukturen der Laufwege gestalten eine Orientierung nicht immer einfach. Wer hier erfolgreich durchkommen möchte muss Zeit mitbringen.
Unentdeckt bleiben

Da wir laut Beschreibung ein leitender Software-Ingenieur sind und deshalb keine schlagkräftigen Waffen mit uns führen, müssen wir wohl oder übel an unseren Widersachern im Schleichmodus vorbei. Durch diesen passiven Stealth-Spielstiel sind wir gezwungen uns auf unser Gehör zu verlassen. Dank Steuerungsmanövern wie ducken, liegen, strecken oder um die Ecke blicken, können wir auch dorthin Blicke erhaschen, wo wir sonst schnell auffliegen würden. Sind wir jedoch aufgeflogen, hilft nur noch rennen und gut verstecken.
Detailverliebtheit im Weltraum

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Spiele wie ROUTINE ganz ohne permanente Benutzeroberfläche (HUD/UI) auskommen, was bedeutet, dass wir kein Fadenkreuz in der Mitte des Bildschirms (nur wenn Aktion möglich), keine Lebensenergieanzeige und auch keine Ressourcenübersicht dargestellt bekommen – ROUTINE präsentiert sich wie ein Film, ganz ohne all den Schnickschnack, dafür aber mit reichlich Immersion. So wirkt die Bildsprache und der ausgezeichnet abgemischte Sound noch viel stärker.

Ebenfalls punktet das Spiel in Sachen Retro-Design. Die alten Computer, Kassettenrecorder und Displayformate sind wunderschön ins Szene gesetzt und absolut Detailverliebt. Leider sorgen das starke Bildrauschen und die verschobenen Farben manchmal für Probleme mit der Lesbarkeit einiger Texte, jedoch erzeugen diese Stilmittel auch eine einzigartige Atmosphäre. Dennoch würden wir uns gerne einen Regler in den Grafikoptionen wünschen, wo wir diese Effekte vielleicht etwas reduzieren könnten.






FAKTEN
| Release Termin: | 4. Dezember 2025 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Survival-Horror |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Lunar Software |
| Publisher: | Raw Fury |
| Erhältlich für: | PC |

Fazit
ROUTINE
Der Sci-Fi-Horror von »ROUTINE« präsentiert sich äußerst künstlerisch, reduziert und sehr immersiv. Dieser spezielle Stil wirkt auf viele SpielerInnen sicherlich zu minimalistisch und entschleunigt. Jedoch bietet »ROUTINE« für Horror-Fans und Cineasten genau das richtige Level an Gruselstimmung. Hier spalten sich garantiert die Meinungen, ob das Spiel zu wenige Hinweise auf nicht immer einfache Lösungswege liefert oder es mit genau diesem Weg die Stimmung der Verlorenheit auf der rätselhaften Mondstation multipliziert. Für diesen besonderen Horrortrip braucht man ganz klar die richtige Stimmung, denn »ROUTINE« ist absolut kein Spiel für schnell mal zwischendurch. Wer sich aber voll auf dieses besondere Weltraumabenteuer einlässt, darf sich auf ein einzigartiges Spielerlebnis freuen.
Pro
- Gelungener Grafikstil
- Sehr gute Rätsel
- Sehr schön ausgearbeitete Designelemente
- Beeindruckendes immersives Gameplay
- Sehr gutes Sounddesign
- Gruselmomente auf den Punkt
- Codes ändern sich je nach Spieldurchlauf
Contra
- Texte stellenweise schwer zu lesen
- Kaum Grafikoptionen
- Steuerung gewöhnungsbedürftig
Letzte Worte
- Künstlerisch und super immersiv!













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