Als Fans des Survival-Horrors haben wir uns natürlich sofort auf Resident Evil Requiem gestürzt, dem neunten Teil der legendären Spielreihe von Capcom. Mit diesem Titel verspricht uns Capcom ein noch immersiveres Gameplay und um diese Behauptung zu prüfen, haben wir Resident Evil Requiem auf den rushBfast-Prüfstand gepackt und die Zombiewelt auf links gedreht.
Eine Geschichte, zwei Ansätze

Das besondere an Resident Evil Requiem ist, dass wir die spannende Geschichte aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben – im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen aus der Sicht der FBI-Analytikerin Grace Ashcroft, deren schauderhafter Handlungsstrang aus der Ego-Perspektive präsentiert wird und zum anderen die actionreiche Third-Person-Materialschlacht von Resident-Evil-Veteran Leon S. Kennedy.
Ein spannendes Konzept, denn unterschiedlicher könnten die Erzählungen und Herangehensweisen der beiden Charaktere kaum sein. Das macht Resident Evil Requiem zu einem sehr abwechslungsreichen Spielerlebnis, welches stellenweise deutlich immersiver ist als viele seiner Vorgänger. Auf dem Papier hört sich das Konzept dieses Survival-Horror Hybrides fantastisch an, doch spielt es sich auch so gut, wie es klingt?
Alles eine Frage der Perspektive!?


Capcom scheint auf seine Fans zu hören, denn seit den Neuauflagen der Resident-Evil-Klassiker aus den 90er Jahren wünschen sich die SpielerInnen die Möglichkeit, die RE-Games sowohl in Third-Person- als auch aus der Ego-Perspektive spielen zu können. In Resident Evil Requiem ist der Wechsel zwischen diesen beiden Perspektiven nun jederzeit möglich. Wir finden diese zusätzliche Kameraeinstellung ist eine tolle Bereicherung des Genres und erlaubt uns SpielerInnen die Wahl, wie immersiv das Horror-Erlebnis sein darf.

Jetzt fehlt nur noch eine Einstellung für das Verändern des Sichtfeldes (Field of View), mit dem verhindert werden kann, dass einige SpielerInnen bei einem etwas eingeschränkteren Sichtfeld an Motion Sickness leiden. Vielleicht ergänzt Capcom diese Grafikeinstellung noch in einem der folgenden Patches.
Mehr Splatter, mehr Jumpscare!

Warnung: Fans des stimmungsvollen Survival-Horror werden mit Resident Evil Requiem sicherlich eine Überraschung erleben, denn in dem neunzehnten Teil der RE-Reihe geht es mal so richtig zur Sache. Diesmal wird weder an Splatter-Effekten noch an regelmäßigen Jumpscares gespart. Ebenfalls zu erwähnen sei, dass SpielerInnen mit Arachnophobie besser noch warten sollten, bis es eine Option im Spiel gibt, diese zu Umgehen.
Spielelemente von Resident Evil Requiem
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Resident Evil Requiem, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Schleichen

Anders als in den bisherigen Resident-Evil-Spielen müssen wir in Resident Evil Requiem relativ viel Schleichen. Da Grace Ashcroft schlichtweg die Feuerkraft fehlt, sind wir gezwungen kleine Umwege zu gehen oder nach weiteren Optionen zu suchen, um unsere blutrünstigen Widersacher auszuschalten. Das erfordert durchaus mehr Geduld, als wir es von bisherigen Titeln kennen.
Inventar verwalten

Zu Spielbeginn ist das Inventar sehr stark limitiert und erfordert etwas Kalkulation, welche Gegenstände wir mit uns führen und welche lieber im sicheren Lagerraum bleiben. Ein gut sortiertes Inventar ist also unabdinglich, sonst droht uns nerviges Backtracking, was weitere Munition kosten kann.
Zombies bekämpfen

Leon S. Kennedy ist das absolute Gegenteil von Grace und kann mit seinem umfangreichen Waffenarsenal eine ganze Zombiearmee alleine zur Strecke bringen. Doch selbst unser Lieblingsheld der Resident-Evil-Spielreihe kommt hier und da an sein Limit. Da kann das ein oder andere Stealth-Manöver nicht schaden, doch keine Panik, oftmals ist eher die geballte Feuerkraft gefragt.
Rätsel lösen

Typisch für die Survival-Horror-Spiele von Capcom sind kleine Rätsel, welche gelöst werden müssen, um im Spiel weiter voranzukommen. In den meisten Fällen sind die Lösungen der Rätsel in der unmittelbaren Umgebung versteckt oder mit etwas Gehirnschmalz hilft sogar das Ausschlussverfahren.
Alles schon einmal erlebt?

Resident Evil Requiem fährt alte Geschütze wieder auf und bringt uns dahin zurück, wo die Geschichte ihren Ursprung nahm. Wir befinden uns also nicht in einem der Spin-Offs, wo wir irgendwo im Nirgendwo nach Verbindungen zu Umbrella herumschnüffeln. Das würde zwar erfrischendes Neuland mit sich bringen, aber irgendwann muss die angerissene Geschichte auch einmal weiter erzählt werden, oder?
In Resident Evil Requiem werden Erinnerungen an frühere Teile geweckt- das wirkt sich sowohl positiv als auch negativ aus. Zum einen erinnern wir uns vielleicht an tolle Spielmomente aus den vorherigen Titeln, zum anderen wiederholt sich dann doch so einiges, was uns in diesem neuen Abenteuer begegnet.

Da kann es schon mal vorkommen, dass wir uns fragen: »Haben wir das schon mal erlebt?« Wir sind uns sicher, dass in Resident Evil Requiem so einiges aus den letzten 10 Jahren zweitverwertet wurde, sei es eine Spielidee, eine Textur oder gar eine komplette Umgebung. Das Positive daran: Es stört überhaupt nicht, wenn es so wie in diesem Beispiel gut gemacht ist. Weiter so Capcom!






FAKTEN
| Release Termin: | 27. Februar 2026 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Survival-Horror |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Capcom |
| Publisher: | Capcom |
| Erhältlich für: | PC, PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series |

Fazit
Resident Evil Requiem
»Resident Evil Requiem« präsentiert sich in seinem neuen hybriden Spielstil extrem abwechslungsreich. Sicherlich liegt es an dem Hin- und Herwechseln von Ego- und Third-Person-Perspektive, aber auch an dem guten Kontrast der beiden Hauptcharaktere. Die sensible Grace Ashcroft und der abgebrühte Veteran Leon S. Kennedy könnten kaum unterschiedlicher sein. Hier zeigt Capcom, dass die japanische Ideenschmiede noch Überraschungen auf Lager hat. Auch das Gameplay, das von düsterem Horror zu packender Action wechselt, fühlt sich gut durchdacht an und lockert das Spielerlebnis in den 10-13 Stunden auf. Zusätzliche Schwierigkeitsgrade und Freischaltungen sorgen dafür, dass wir die doch eher kompakte Spielzeit noch deutlich ausreizen können. An die Hardcore-Fans der Spielreihe wurde ebenfalls gedacht und so lässt sich das Speichersystem sogar noch auf die alten Farbbänder umstellen. Optisch ist »Resident Evil Requiem« sehr gut gelungen, was gerade zu Spielbeginn extrem auffällt und mit seinem aufwendigen Motion Capture aus der RE-Reihe sticht. Nur im Mittelteil der Geschichte flaut das Horror-Erlebnis ein wenig ab, was jedoch durch ein sehr gut inszeniertes Finale wieder ausgeglichen wird. »Resident Evil Requiem« ist richtig gut geworden, kommt aber vom Überraschungsfaktor und dessen Erzählweise nicht ganz an manche seiner Vorgänger heran.
Pro
- Zwei unterschiedliche Spielstile in einem Spiel
- Sehr gute Licht - und Schatteneffekte
- Ego- und Third-Person-Perspektive kann umgeschaltet werden
- Sehr gute Charakteranimationen
- Abwechslungsreiche Spielumgebungen
- Viele verschiedene Gegnertypen
- Reichlich Bonusinhalte
- Mehrere Schwierigkeitsgrade und Herausforderungen
- Alternatives Ende
- Sehr große Waffenauswahl
Contra
- Stellenweise verwaschene Texturen
- Lange Schleichpassagen können frustrieren
- Sehr einfache Rätsel
Letzte Worte
- Resident Evil Requiem: Ein technisches Highlight!












