Mit Screamer von Milestone haben wir endlich mal wieder einen waschechten Arcade-Racer auf dem rushBfast-Prüfstand. Solche Rennspiele, wie wir sie noch von damals aus den Arcade-Cabinet-Zeiten kennen, sind heutzutage sehr selten geworden, deshalb schauen wir bei unserer PC Version ganz genau hin, ob das neue Screamer an seine alte Erfolgsgeschichte anknüpfen kann.
Screamer, kein unbekannter Name!

Retrofans können sich bestimmt noch an den Namen Screamer erinnern, denn das im Jahr 1995 veröffentlichte Rennspiel sorgte mit seinem guten Arcade-Spielgefühl für reichlich Aufsehen. Die Spielreihe glänzte mit stylischen Fahrzeugen, unterhaltsamen Strecken und kleinen Tuningoptionen.
Die Grafik und das Fahrverhalten kam den aufwendigen Titeln aus den Arcade Cabinets sehr nahe und auch der satte Soundtrack der Rennspiele hatte es in sich. Der Hype um die Screamer-Spielreihe, zu der Titel wie Screamer 2, Screamer Rally und Screamer 4×4 gehören, existierte bis ins Jahr 2000, verlor aber bereits nach Screamer 2 schnell den zuvor aufgebauten Erfolgskurs.
Guter Flow und fette Drifts

Man merkt Screamer sofort an, das dieses Spiel aus einer Rennspielschmiede kommt. Hinter dem Steuer dieses Arcade Racers steckt das Team von Milestone, welches ihr vielleicht von Hot Wheels Unleashed Turbocharged und Motorradspielen wie RIDE und MotoGP kennt. Die Fahrphysik der überzüchteten Rennboliden ist stimmig und gibt nach nur wenigen Minuten das richtige Feedback am Controller zurück, vorausgesetzt wir haben den Dreh mit der Twin-Stick-Drift-Steuerung heraus.

Leider wurde in unserer Testversion diese tolle Fahrphysik nicht auf die KI-Gegner übertragen, denn die bretterten auf der Innenseite der Kurve eiskalt an uns vorbei. Wir können leider nicht abschätzen, ob dieses unfaire Fahrverhalten auch in der finalen Version des Spiels vorzufinden ist. Dies sollte aber sicherlich mit einem Patch schnell behoben sein, denn es schaut sowieso viel besser aus, wenn alle Autos gemeinsam und parallel zueinander durch die Kurven driften.
Der Anime Road Trip

In coolen Anime-Sequenzen werden uns die doch eher derben Geschichten der fünf total verschiedenen Rennteams näher gebracht. Jedes der Rennteams besteht aus einem Anführer und zwei weiteren Mitgliedern. Alle FahrerInnen bringen eigene Fertigkeiten mit an den Start, die später im Rennen für Chaos sorgen können. Doch nicht nur die verschiedenen Fertigkeiten bewirken einen Unterschied, auch die Rennboliden sind mit unterschiedlichen Fahrverhalten ausgestattet.

Die wenigen Anime-Einspieler zwischen den Rennen sind so gut gemacht, dass wir gerne deutlich mehr davon gesehen hätten, denn der Großteil der Geschichte wird leider in einer anderen und nicht so stylischen Erzählweise präsentiert.
Spielelemente von Screamer
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Screamer, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Twin-Stick Drifting

Mit dem linken Stick am Controller wird gelenkt, mit dem rechten Stick geben wir den entsprechenden Drift dazu. Durch schnelle und enge Kurven gelangen wir nur durch das Kombinieren beider Sticks, sonst geht es ab in die Leitplanke. Weitere Eingaben, wie zerstörerische Strikes oder zusätzliche Boosts, können sogar in den Kurven gezündet werden, verlangen aber viel Feingefühl am Controller. Eine Tastatursteuerung wird zwar unterstützt, ist aber nicht empfohlen.
Aktives Schalten

Eines der wichtigsten Spielelemente dieses Arcade-Rennspiels ist das perfekte Timing im halbautomatischen Schalten. Bevor ein Gang im Drehzahlbegrenzer ankommt, sind wir als SpielerIn gefragt in den nächsten Gang zu schalten. Dieser Vorgang geht zwar auch automatisch, kostet dann aber leider mehr Zeit als notwendig. Gelingt uns allerdings der perfekte Schaltvorgang, generiert uns das Energie für unsere Sync-Leiste, die uns wertvolle Boosts generiert. Zusätzlich erhalten wir bei jedem erfolgreichen Schaltvorgang einen keinen Schub nach vorne.
Geschichte erleben

Die Geschichte über »Das Turnier«, welches sich eher an ein erwachsenes Publikum richtet, startet in einer sehr sehenswerten Anime-Sequenz. Leider erzählt sich der Handlungsstrang später fast ausschließlich in sehr vielen monotonen Standbildern, bei denen die Dialoge der Sprechblasen sehr aufgesetzt wirken, obwohl diese in vielen verschiedenen Sprachen vorgetragen werden. Später dürfen wir zwar noch ein paar weitere Anime Clips bewundern, diese sind jedoch sehr rar gesät.
Echo-System meistern

Meistern wir die Drifts und können mit KI-Gegnern oder MitspielerInnen mithalten, geht es ans Eingemachte! Mit den Aufladungen der pinkfarbenen Entropie-Leiste dürfen wir den Gegner mit sogenannten Strikes von der Fahrbahn katapultieren. Mit der türkisfarbenen Leiste können Boosts ausgeführt oder Schilde hochgefahren werden, welche ebenfalls Entropieladungen erzeugen. Je nach Fähigkeit der gewählten FahrerIn generieren weitere Rennsituationen ebenfalls diese beiden wichtigen Ressourcen, die klar über Sieg oder Niederlage entscheiden können.
Mit Teamwork über die Rennstrecke

Auf 32 Strecken in vier unterschiedlichen Umgebungen lassen wir unsere Rennreifen qualmen. Es geht entweder im Modus »Jeder gegen Jeden«, »Anführer gegen Anführer« oder nur unter Mitgliedern über die Rundkurse. Die Rennstrecken sind größtenteils mit weitläufigen Kurven bestückt, in denen wir die tollen Drifteigenschaften der stylischen Rennautos so richtig auskosten dürfen. In den spannenden Teamrennen entscheidet dann zusätzlich eine Gesamtpunktzahl, die sich aus Platzierungen und erfolgreichen Strikes unseres Teams zusammensetzt.

Am meisten Spaß haben wir in Screamer ohne die aufdringliche Gummiband-KI, die wir zum Glück in unseren selbst erstellten Rennen mittels weiteren Regeln einfach deaktivieren können. So lassen sich wunderbar coole Rennszenarien schaffen, bei denen wir mit zusätzlichen Bedingungen noch etwas mehr Würze in die Runden bringen.
Zum Beispiel gibt es eine Regel, bei der jeder harte Kontakt mit der Streckenbegrenzung zur Selbstzerstörung unseres Fahrzeugs führt – natürlich ist dieser Modus nichts für Anfänger, sorgt aber für gute Abwechslung im Renngeschehen. Wir können sogar ganz oldschool lokal mit bis zu vier SpielerInnen an einem Bildschirm im Splitscreen-Modus spielen, was wir natürlich sofort ausprobiert haben. Yeah!

Der Ranglistenmodus war in unserer Testversion leider noch nicht verfügbar. Dieser könnte aber die nötige Langzeitmotivation mit sich bringen, vorausgesetzt, dem Team von Milestone ist die Balance gelungen, so dass alle Fahrzeuge samt Fahrereigenschaften sich gut untereinander messen lassen.








FAKTEN
| Release Termin: | 26. März 2026 |
| USK: | Ab 12 Jahren |
| Genre: | Rennspiel |
| Spieltyp: | Einzelspieler, Mehrspieler, Splitscreen |
| Entwickler: | Milestone |
| Publisher: | Milestone |
| Erhältlich für: | PC, PlayStation 5, Xbox Series |
Fazit
Screamer
»Screamer« kommt mit einem frechen Twin-Stick-Drift-Modus daher, der uns sofort fesselt und zum Perfektionieren der Steuerung einlädt. Die stylischen Rennboliden, der brachiale Sound und der stimmige Soundtrack sorgen für einen motivierenden Bleifuß. Allerdings hätten wir uns bei diesem hohen Release-Preis gerne mehr Individualisierungen für unsere Fahrzeuge und deutlich mehr von den tollen Anime-Sequenzen gewünscht. Die einfach gehaltenen Standbilddialoge zerstören leider die zuvor aufgebaute und gute Anime-Stimmung. Nach nur wenigen Wortwechseln aus den monotonen Sprechblasen neigen wir bereits dazu die Handlung zu überspringen. Schade! Ebenfalls negativ aufgefallen sind uns die Waldstrecken, die stellenweise etwas lieblos gestaltet und optisch veraltet wirken. Das größte Hindernis von »Screamer« ist aber für uns die doch eher sehr gewöhnungsbedürftige Benutzeroberfläche während eines Rennens. Der Tacho, der uns anzeigt, wann der richtige Schaltmoment ist, befindet sich ganz unten links in der Ecke. Wenn wir also perfekt schalten möchten, müssen wir den Blick von der Strecke abwenden oder uns auf unser Gehör verlassen. Dabei wäre unten in der Bildschirmmitte noch so viel Platz gewesen. »Screamer« ist ein solider Arcade Racer der mit Freunden und echten GegenspielerInnen sehr viel Spaß bereiten kann, jedoch nicht für diesen hohen Einstiegspreis.
Pro
- Sehr gute Twin-Stick Steuerung
- 15 stylische Fahrzeuge
- Stimmiger Soundtrack
- Mit Freunden sehr unterhaltsam
- Gelungene Anime Sequenzen
- Viele unterschiedliche Spielmodi
- 4-Spieler Splitscreen-Modus
- Ranglistenmodus
- Galerie mit vielen Bonusinhalten
Contra
- Geschichte wird hauptsächlich in Standbildern erzählt
- Benutzeroberfläche im Rennen nicht gut sichtbar
- Krasse Gummiband-KI macht Schwierigkeitsgrade nutzlos
- Strecken wirken stellenweise etwas lieblos
- Kaum Aufholmöglichkeiten wenn man am Ende des Feldes fährt
- Sehr wenige Individualisierungen möglich
- Banale Missionen in der Geschichte
- Hoher Release-Preis
Letzte Worte
- Rasant und stylish, aber mit einigen Schwächen auf der Zielgeraden.












