Es ist gar nicht lange her, da haben wir euch die zauberhaft verrückte Welt von Donjon vorgestellt. Nun wollen wir unser Glück in Form eines Interviews mit euch teilen, welches wir auf dem Comic Salon 2026 in Erlangen mit Lewis Trondheim führen durften. Lewis hat zusammen mit Joann Sfar die Welt des Donjon-Universums aus der Taufe gehoben und kümmert sich seitdem mit seinem schnellen Zeichenstrich liebevoll um die Optik der Bewohner.
Eine ganz besondere Signierstunde
rushBfast: Hallo Lewis, vielen Dank, dass du Zeit für uns hast. Als erstes, kannst du uns etwas über eure Donjon- Serie verraten, was bisher niemand weiß?
Lewis: Oh, das ist gar nicht so einfach. Vielleicht, dass es möglicherweise, eventuell, vielleicht in der Zukunft irgendwann eine Fernsehserie von Donjon geben könnte.

rushBfast: Wow! Falls dass möglicherweise passieren sollte, wirst du dann alles selber zeichnen?
Lewis: Wenn, dann würde ich die Rolle der Art Direction übernehmen wollen…. Ich muss nicht mehr alles selber zeichnen. *schmunzelt*
rushBfast: 1998 wurde die allererste Donjon-Geschichte veröffentlicht, gab es da eine Fantasy Inspiration? Hattest du zu der Zeit Dungeons & Dragons oder ein anderes Pen & Paper Spiel gespielt?
Lewis: Nein, Pen & Paper ist nicht so mein Genre, ich bin großer Fan von Science-Fiction der 40er und 50er Jahre. Joann Sfar ist der Rollenspiel-Fan von uns beiden und hat zu der Zeit viel D&D gespielt und sehr in der Materie drin gesteckt.

rushBfast: Wie kam es dazu, dass du den Hauptprotagonisten Herbert als Enterich gezeichnet hast?
Lewis: Ich bin seit meiner Jugend unter anderem ein großer Fan von Donald Duck und Herbert ist quasi eine kleine Hommage an Donald. Ich wollte einen kontroversen Charakter haben, der nicht wie ein typischer Abenteurer aussieht. Daraus ist Herbert entstanden.
Eine überraschende Herangehensweise
rushBfast: Inzwischen gibt es über 60 Hefte zu Donjon, wie behaltet ihr da den Überblick? Haben Joann und Du eine große Wand in eurem Atelier, wo sämtliche Charaktere und Handlungsstränge angepinnt sind, verbunden mit kleinen roten Bindfäden und Notizen?
Lewis: Zero, null, nichts, es ist alles in unseren Köpfen. *grinst* Trotzdem kann uns auch mal ein Handlungsfehler passieren, aber inzwischen haben wir sehr aufmerksame Kinder, die sich bestens in unserem Universum auskennen. Als Joann und ich uns zum Beispiel ein neues Abenteuer ausgedacht hatten, in dem die dicke Sonja vorkommt, und ich die Story dann meinem Sohn präsentiert habe, hat er uns unbeeindruckt darauf hingewiesen, dass der Charakter ein paar Bände zuvor gestorben ist… Es ist uns dann eine tolle Lösung für das kleine Problem eingefallen. *zwinkert*
rushBfast: Wie schafft ihr es, euch immer wieder neue Geschichten für Donjon auszudenken?
Lewis: Joann und ich spielen oft Ping-Pong. Wir nehmen uns ein weißes Blatt Papier und dann schreibt einer von uns beiden einen Satz darauf, was einem so in den Sinn kommt. Danach bekommt der andere das Blatt und schreibt den nächsten Satz. Das geht immer so weiter, bis das Blatt gut gefüllt ist. Daraus entwickeln wir dann eine neue Geschichte.

rushBfast: Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit dem Thema Videospiele, deshalb unsere klassische Frage zum Schluss: Spielst du selber Videospiele? Und wenn ja, hast du einen Favoriten?
Lewis: Angefangen habe ich ganz klassisch mit Pong, später dann Frogger, Asteroid und Pac Man. Dann kam irgendwann der Gameboy mit Tetris dazu. Später habe ich aber lieber Gitarre statt Videospiele gespielt. Als mein Sohn noch jünger war, haben wir zusammen Age of Mythology gespielt, später Shadow of the Colossus, GTA – quasi die Klassiker, kann man sagen. Aktuell spiele ich mehr am Handy, Schach und Poker.
Merci Lewis, für das spannende Gespräch.











