Wir haben Paper Mario: Die Legende vom Äonentor auf der Nintendo Switch getestet und freuen uns sehr, das es gerade dieser alte GameCube-Klassiker ist, der mit einem aufwendigen Remake neu belebt wird. In unserem Test erfahrt ihr, was sich im Vergleich zum Vorgänger verändert hat und wie gut sich der 2D-Mario samt seiner Faltkünste in seiner neuen 3D-Umgebung im 16:9 Format zu Hause fühlt.
Stein, Hammer, Papier

In diesem Abenteuer verschlägt es Mario nach Rohlingen, einer recht ruppigen Stadt im Pilzkönigreich. Man munkelt, es gäbe dort sogar einen Mafiaboss! Der Grund für diese Reise ist wieder einmal die geliebte Prinzessin Peach, die ihm eine verzauberte Schatzkarte zusendet und ihn bittet, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Als Mario in Rohlingen ankommt, ist die Prinzessin verschwunden – das Abenteuer entfaltet sich mal wieder größer als gedacht.
Ihre Papiere bitte!?
Oftmals ist die Erinnerung an alte Spiele deutlich farbenfroher und schöner, als diese tatsächlich aussahen. Wir haben extra noch mal die alte GameCube-Version von Paper Mario: Die Legende vom Äonentor aus dem Jahr 2004 für euch angeworfen, um einen passenden Vergleich zu zeigen, wie sehr sich die Grafik von damals zu heute unterscheidet.


Vor 20 Jahren auf dem GameCube konnte man oftmals die angedeuteten Papierstrukturen und Pappkonstruktionen nur erahnen. Heute auf der Nintendo Switch sieht das schon ganz anders aus. In dieser neuen Version des Spiels setzen sich 2D-Charaktere nun viel deutlicher von 3D-Objekten der Level ab.
Die neuen scharfen Texturen und stimmungsvollen Lichteffekte sorgen für viel mehr Räumlichkeit in den einzelnen Umgebungen. Auch die überarbeiteten Hintergründe wirken deutlich lebendiger als noch zuvor im 4:3-Format auf dem GameCube. Grafisch ist die heutige Version auf der Nintendo Switch dem Vorgänger um Längen voraus, was sich sofort in neuen Spielspaß übertragen lässt.
Jetzt gibts auf die Pappnase

Anders als in Paper Mario: The Origami King müssen wir nicht bei jedem Kampf ein Logik- und Geschicklichkeitsspiel bestreiten. In Paper Mario: Die Legende vom Äonentor geht es in klassischer JRPG-Manier den Gegnern an den Kragen. Die rundenbasierten Kämpfe, die immer auf einer zur Umgebung passenden Showbühne stattfinden, sind sehr übersichtlich gestaltet.
Bewaffnet mit robusten Stiefeln und einem Holzhammer geht es mit Mario und seinen Begleitern auf Tuchfühlung. Dabei dürfen wir zusätzlichen Schaden austeilen, wenn wir kurz vor dem Schlag den perfekten Zeitpunkt unserer Attacke treffen.
Das gilt auch für die Verteidigung – blocken wir genau im selben Moment, wie der gegnerische Angriff bei uns einschlägt, minimieren wir den Schaden. Es besteht sogar die Möglichkeit, eingehende Angriffe zu kontern, doch das Zeitfenster für dieses Manöver ist sehr schwer zu treffen.

Mit Items aus unserem Inventar dürfen wir mächtige Zauberangriffe wirken oder Mario und seine Gefährten heilen. Es gibt auch passive Fertigkeiten, wie zum Beispiel das Regenerieren von Lebenspunkten im Kampf oder mehr Ressourcenpunkte für unsere Spezialattacken, die wir durch optional angelegte Orden bekommen können. Diese äußerst nützlichen Orden sind gut versteckte Sammlerstücke in der Spielwelt oder können für Münzen, die wir durch das Besiegen von Gegnern bekommen, bei Händlern eingekauft werden.

Jedes Bühnenbild und jede Zuschauerformation sorgt für Abwechslung in den Kämpfen. Erzeugen wir mit unseren Attacken zu viele Erschütterung auf der Bühne, können Teile der Kulisse oder Scheinwerfer auf uns herabfallen und zusätzlichen Schaden verursachen.
Aufgepasst, nicht jeder Fan ist gleich ein Fan, denn das Publikum kann uns freundlich oder feindlich gesinnt sein. Hin und wieder werfen freche Besucher Objekte auf die Bühne, die weitere Schadenspunkte verursachen. In diesem Fall heißt es schnell reagieren, denn dann dürfen wir diese Störenfriede von ihren Zuschauerrängen verbannen.
Am Ende jeder Gegenüberstellung gibt es Sternenpunkte und eine Handvoll Münzen. Haben wir 100 Sternenpunkte gesammelt, dürfen wir Marios Attribute steigern. Zur Auswahl steht das Erweitern von Kraftpunkte (KP = Lebensenergie), Blütenpunkte (BP = Spezialtechniken anwenden) und Ordenspunkte (OP = Anzahl der ausrüstbaren Orden).
Auch die Attribute unserer Begleiter dürfen verstärkt werden, allerdings benötigen wir dafür Sternensplitter, die oftmals sehr gut hinter den vielen Papierebenen der Spielwelt versteckt sind.
Das erwartet dich in Paper Mario: Die Legende vom Äonentor
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Paper Mario: Die Legende vom Äonentor, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
RUNDENBASIERTE KÄMPFE

In den einfachen rundenbasierten Kämpfen wechseln sich die Spielfiguren ab. Die Gegnertypen unterscheiden sich hauptsächlich durch stachelige und nicht stachelige Widersacher. Springt Mario auf einen stacheligen Feind, bekommt er Schaden statt diesen wie üblich auszuteilen.
SPEZIALFÄHIGKEITEN

Durch gemeine Flüche erhält Mario neue Superkräfte, wie zum Beispiel die Verwandlung in einen Papierflieger oder sich so platt zu machen wie ein Blatt Papier. So gelangen wir an besondere Orte, die mit einfachen Sprüngen nicht so einfach zu erreichen wären.
RÄTSELAUFGABEN

Die Rätsel in Paper Mario: Die Legende vom Äonentor sind relativ einfach gestaltet, da sie entweder auf Wissen aus dem Spiel oder auf Suchaufgaben basieren. Solltet ihr dennoch einmal nicht weiter wissen, werft einen Blick in unsere Guides, dort findet ihr auch die Lösung zu diesem Rätsel.
BACKTRACKING

Immer wieder ermöglichen neue Fertigkeiten, entweder von Mario selbst oder dessen Begleitern, neue Bereiche in zuvor bereisten Umgebungen zu erkunden. In diesem Beispiel dürfen wir uns nun dank »Blattform« endlich durch einen Spalt im Zaun des Bürgermeisterhauses zwängen.
Nur ein kleines Eselsohr

Ganz perfekt ist die Neuauflage allerdings nicht, denn damals wie heute ist die Steuerung des Papierfliegers oder das Springen mit Mario von Plattform zu Plattform gewöhnungsbedürftig. Das Paper Mario: Die Legende vom Äonentor leider nur mit 30 statt 60 FPS läuft, ist zum Glück selten wirklich spürbar. Dafür gibt es jetzt verbesserte Hilfestellungen und etwas Bonusmaterial in Form von Artwork- und Musik-Galerien, was Neueinsteiger und Fans sicherlich nach all den Jahren gerne mitnehmen.
FAKTEN
| Release Termin: | 23. Mai 2024 |
| USK: | Ab 0 Jahren |
| Genre: | Action-Rollenspiel |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Intelligent Systems |
| Publisher: | Nintendo |
| Erhältlich für: | Switch |

Fazit
Paper Mario: Die Legende vom Äonentor
Wie doch die Zeit vergeht - 20 Jahre ist der damalige Release von »Paper Mario: Die Legende vom Äonentor« her und das bezaubernde Papierabenteuer rund um die sieben Sternenjuwelen überzeugt auch heute noch. Dieses Mario Abenteuer ist ein Must-have für alle Nintendo Fans, denn so viel guten Humor, witzige Begleiter und freche Fertigkeiten bietet kaum ein anderer Mario-Titel. Wer die GameCube Ära verpasst hat, bekommt mit der Neuauflage nun die beste spielbare Version von »Paper Mario: Die Legende vom Äonentor«. Die intuitive Steuerung und das klassische JRPG-Kampfsystem sind kinderleicht zu verstehen und sorgen für viele Stunden Spielspaß. Uns gefällt besonders gut der Humor in diesem Titel, der immer wieder durch sehr schöne Sprechblasentexte transportiert wird. Das Bonusmaterial wie die neuen Artwork- und Musik-Galerien, mehr Hilfestellungen im Spiel und die vielen kleinen Quality of Life Veränderungen, wie das Abkürzen von Laufwegen durch Überspringen von Hindernissen, machen das damalige Spielerlebnis noch runder. Einzig und allein die Papierfliegersteuerung und die schlappen 30 FPS halten »Paper Mario: Die Legende vom Äonentor« vom 5-Sterne-Titel ab.
Pro
- Überarbeite Grafik ist sehr gut gelungen
- Tolle 2D-Papieroptik
- Abwechslungsreiche Begleiterfähigkeiten
- Guter Humor
- Gebiete mit neuen Lichteffekten und Hintergründen
- Deutsche Bildschirmtexte sind gut formuliert
- Toller überarbeiteter Soundtrack
- Orden sammeln motiviert
- Neue Hilfeoptionen erleichtern den Einstieg
- Nebenaufgaben sorgen für mehr Suchspiele in den Gebieten
- Neue Schnellreisefunktion unter Rohlingen
- Zusätzliche Artwork- und Musik-Galerien
Contra
- Sprünge in der Tiefe etwas fummelig
- Papierfliegersteuerung manchmal anspruchsvoll
- Keine 60 FPS
Letzte Worte
- Die neue Mario RPG-Krone geht an das überarbeitete Paper Mario: Die Legende vom Äonentor.













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