Bei Spellforce 3 Reforced handelt es sich um die überarbeitete Version des zuvor veröffentlichten Spellforce 3. Da die eigentliche Veröffentlichung, sagen wir es milde ausgedrückt, ein »Reinfall« war, haben sich die EntwicklerInnen freundlicherweise nochmals zusammengetan, um dem Spiel zu neuem Glanz zu verhelfen.
Doch so wie es scheint war bei vielen SpielerInnen die Enttäuschung so groß, dass sie der generalüberholten Version von Spellforce 3 keine zweite Chance gaben – schade, denn es lohnt sich. Was wir bei unserem ca. 45 Stunden kooperativem Gameplay so alles erlebt haben, berichte ich euch hier in meinem ausführlichen Testbericht zu Spellforce 3 Reforced.
Echtzeit-Strategie und Rollenspiel

Für alle, die es nicht wissen: Die Spellforce Spielreihe ist bereits schon 20 Jahre alt. Alles begann mit dem deutschen Entwicklerstudio Phenomic im Jahr 2003 und dem Release von SpellForce: The Order of Dawn für den PC. Dieser Erfolg des Studios blieb nicht unbemerkt und so wurde Phenomic nach der Veröffentlichung von SpellForce 2: Shadow Wars im Jahr 2007 von Electronic Arts übernommen.
Heute befindet sich die Spellforce-Lizenz bei THQ Nordic, die mit dem Studio Grimlore Games Spellforce 3 und später die Reforced-Version entwickelten, um den fantastischen Genremix aus Echtzeit-Strategie und Rollenspiel wieder aufleben zu lassen.
Völkerverständigung und tiefgründige Gespräche

Die Geschichte von Spellforce 3 Reforced ist überraschend komplex für ein Strategiespiel. Wir spielen den Helden Alrik Tahar, der Aufgrund seines skrupellosen Vaters ein sehr schweres Schicksal zu tragen hat. Isamo Tahar, der Vater von Alrik, zettelte einen Krieg zwischen Magiern und Nicht-Magiebegabten an, der das Volk von Eo mehrere Jahre auf Trapp hielt und die Gemüter bis heute gespalten hat.
Nach seinem Tod versuchen wir als Soldat der königlichen Armee in dieser zwiegespaltenen Welt wieder Fuß zu fassen, doch das ist keine einfache Aufgabe, wenn jeder den vorbelasteten Familiennamen kennt.
»Das überarbeitete Spellforce 3
ist eine ernsthafte Entschuldigung
an die Fans der Serie.«
Kaum ist unser Ruf wieder einigermaßen hergestellt, erschüttert Eo eine unbekannte und äußerst tödliche Krankheit, an der wir nicht ganz unschuldig sind. Nur mit Hilfe des Wissens der anderen Völker ist es möglich dem Grauen ein Ende zu setzten, doch dieser Weg soll kein leichter sein.
Helden, Klassen und Völker

Die Besonderheit an Spellforce 3 ist die gelungene Kombination aus Rollenspiel und Echtzeit-Strategie. Wir spielen im Wechsel eine Gruppe von bis zu vier Helden mit eigenen Fähigkeiten und stetig besser werdenden Ausrüstungsgegenständen. Ein anderes Mal bauen wir eine große Basis auf, produzieren Einheiten und kämpfen in komplexen Schlachten gegen Orks, Menschen und Elfen.
Die actionreichen Gefechte werden immer von einer sehr gut erzählten Geschichte begleitet, bei der jede einzelne Sprechblase aufwendig eingesprochen wurde. So entstehen vollständige Profile eines jeden spielbaren Charakters, samt Hintergrundgeschichte und Gewohnheiten, wie wir sie aus einem richtigen Rollenspiel kennen.
Im späteren Spielverlauf dürfen wir uns sogar frei entscheiden, mit welchen Helden und welcher der drei Fraktionen (Menschen, Elfen und Orks) wir in die Schlacht ziehen.

Die Karten und Dungeons in denen wir uns mit unserer Heldengruppe oder den Armeen bewegen sind abwechslungsreich, schön gestaltet und verbergen viele Geheimnisse, wie neue Verbündete, besondere Händler oder Blaupausen, die neue Gebäude und deren Kostensenkungen freischalten.
Die gesamte Kampagne kann im Koop-Modus mit bis zu drei SpielerInnen gespielt werden. Neben den stimmungsvollen Schlachten und Dungeons bauen wir uns im sogenannten Nexus eine völkerübergreifende Basis auf, die uns als Rückzugsort für neue Ausrüstungen und Bindungen zu weiteren Gefährten dient.
Basen, Stützpunkte und Außenposten

Die Schlachten laufen nach folgendem Muster ab: Außenposten errichten, Grenzen erweitern, Gebäude und Einheiten bauen, Gebiete verteidigen, nächsten Außenposten angreifen und das so lange, bis wir die komplette Karte in Besitz genommen haben.
Die Echtzeitstrategie von Spellforce 3 Reforced spielt sich eher aggressiv, das bedeutet, je schneller wir die Karte übernehmen, desto weniger gelangen wir in die immer knapper werdende Ressourcen-Bredouille. Die Spezialfertigkeiten unserer Helden können unsere Einheiten an der Front, je nach ausgebautem Skilltree, mit Heilung und Wiederbelebungen unterstützen oder deutlich für den Kampf stärken.
Release Termin:
7. Juni 2022
USK:
Ab 12
Genre:
Echtzeit–Strategie, Rollenspiel
Spieltyp:
Einzelspieler
Mehrspieler
3-Spieler-Koop
Entwickler:
Grimlore Games
Publisher:
THQ Nordic
Erhältlich für:
PC
PlayStation 4
PlayStation 5
Xbox One
Xbox Series
Fazit
Spellforce 3 Reforced
Ich war kurz davor der überarbeiteten Version von »Spellforce 3« ganze vier Sterne zu geben, doch der extrem schwankende Schwierigkeitsgrad in den Missionen und die mittelmäßige Wegfindung unter den Einheiten drücken ein wenig den Spielspaß. Nichtsdestotrotz ist »Spellforce 3 Reforced« mit all seiner Liebe zum Detail und dem Spielumfang eine sehr gute Partie in Sachen Echtzeitstrategie und es gibt noch eine ordentliche Portion Action-Rollenspiel oben drauf. Die drei unterschiedlichen Rassen Orks, Menschen und Elfen, die sich alle etwas unterschiedlich spielen, bringen jede Menge Abwechslung ins Spielgeschehen und sind überraschenderweise frei wählbar in den Missionen – Wiederspielwert garantiert. Wer »Spellforce 3 Reforced« in einem Sale findet und dazu noch ein bis zwei FreundInnen hat, die das Genre ebenso mögen, der sollte sich das komplett überarbeitete Spiel nicht entgehen.
Pro
- Action-Rollenspiel und Strategiespiel kombiniert
- 3 unterschiedliche Völker spielbar
- Völker und Helden in Missionen frei wählbar
- Helden dürfen individuell ausgebaut und ausgerüstet werden
- Alle Texte sind sehr stimmungsvoll eingesprochen
- Liebevoll gestaltete Karten mit gut modellierten Höhenunterschieden
- Viele verschiedene Einheiten samt eigenen aktiven und passiven Fähigkeiten
- Spannende Geschichte
- Guter Soundtrack
- Unterstützt bis zu 3 Spieler im Koop-Modus
- Mod-Support
Contra
- Kollisionen bei der Wegfindung der Einheiten
- Aggro-Management fummelig (Einheiten laufen zu oft von alleine in den Tod)
- Kameraperspektive ist zu nah an den Charakteren
- Schwierigkeitsgrade der einzelnen Karten variieren stark
- Baumenü: weiße Gebäude-Icons schwer zu erkennen
- Weltkarte schön anzusehen aber Hardwarehungrig
- Karten werden mehrmals besucht
Letzte Worte
- So gute kooperative Echtzeit-Strategie samt spannender Geschichte gibt es leider viel zu selten.













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