Am Donnerstag, den 30. Mai war es endlich wieder so weit und der Comic Salon in Erlangen öffnete zum einundzwanzigsten Mal seine Türen. Wir haben uns am zweiten Festivaltag unter das Publikum gemischt, um die frisch gedruckten Comics und Graphic Novels genauer unter die Lupe zu nehmen und natürlich den begehrten Comiczeichner*innen vor Ort in die offenen Skizzenbücher zu schauen.
Ein farbenfrohes Event im Herzen der Stadt

Auch dieses Jahr war der Comic Salon wieder in vier große Hauptstationen unterteilt, die vom zentralen Marktplatz bis in den wunderschönen Schlosspark reichten. Früher fand der Comic Salon hauptsächlich in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen statt, doch seit einigen Jahren setzt sich das Konzept von großen Zelten durch, welche die Besucher*innen bei warmen Temperaturen leider gerne mal ins Schwitzen bringen. Diesmal war uns der Wettergott durchaus wohl gesonnen, der versprochene Regen hielt sich in Grenzen und die Temperatur in den Zelten war sehr angenehm.
Über 30.000 Besucher*innen besuchten die vielen Veranstaltungsorte in Erlangen. Neben Verlagen wie Reprodukt, Carlsen, Cross Cult und Splitter gab es auch allerlei Händler mit ausgefallenen Sammelfiguren und Leckereien aus Japan zu entdecken. Kleinere Stände boten Originalzeichnungen als seltene Sammlerstücke an und in Halle A gab es sogar das »Das Lustige Taschenbuch Nr. 1, Der Kolumbusfalter« aus dem Jahr 1966 zu bewundern. Wenn das die Panzerknacker gewusst hätten …
Eine ganz besondere Messe








Für uns ist der Comic Salon immer wieder einen Besuch wert, denn so entspannt wie in dieser besonderen Umgebung bekommt man selten die Gelegenheit, so viele alte und neue Comicperlen zu entdecken. An jedem zweiten Stand möchte man à la Gollum rufen »Mein Schaaaatz«, sobald der nächste Augenschmeichler ins Blickfeld rückt. Ein besonderer Dank geht an Reprodukt, die uns auf ihren Stand in Halle B eingeladen hatten, um uns ihr aktuelles Programm zu präsentieren.
Was gibt es für Leseratten Schöneres als direkt in der vielfältigen Auslage diverser kleiner und großer Comic Verlage zu stöbern. Da freut sich zum Schluss auch der Comic Dealer deines Vertrauens (Huhu Ultra Comix!), wenn du nach dem Salon mit einer langen Einkaufsliste ankommst, weil du vom Salon nicht alle deine Bücherwünsche nach Hause tragen konntest.

Viele Besucher*innen tummelten sich in langen Warteschlangen um die begehrten und sehr begrenzten Plätze bei den Signierstunden an den Ständen der großen Verlage. Ein absolutes Highlight, wenn man zu seinem neuen Lieblingscomic auch noch eine Signatur oder sogar eine kleine Zeichnung ergattern konnte.
In den vielen Ausstellungen, die in Galerien über die Innenstadt verteilt waren, durften seltene Originale und Skulpturen bewundert werden und aus fast jedem Café konnte man etwas über Comics und Graphic Novels flüstern hören – ein Fest für jeden Bücherwurm.
Preisverleihung: Max und Moritz-Preis
Am 31. Mai, im Markgrafentheater von Erlangen, wurden die Max und Moritz-Preise 2024 verliehen. Diese Auszeichnung gilt als eine der höchsten Ehrungen für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum:
- Bester deutschsprachiger Comic: Fürchten lernen
- Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin: Anna Sommer
- Bester internationaler Comic: Hör nur, schöne Márcia
- Bester Sachcomic: United Queerdom
- Bester Comic für Kinder: Boris, Babette und lauter Skelette
- Bestes deutschsprachiges Comic-Debüt: Der Letzte löscht das Licht
- Publikumspreis: Nichtlustig. Cartoons 2022–2024
- Spezialpreis der Jury: Barbara Yelin
- Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk: Joann Sfar
Das fehlt mir noch!

Typisch für den Comic Salon sind die vielen Händler*innen mit ihren alten Comic-Beständen, die kistenweise Schätze im Gepäck haben. Diese alten Hefte oder Bücher müssen nicht teuer sein und sicher ist, man findet fast immer ein fehlendes Exemplar für seine Sammlung. In diesen vielen Kisten verbergen sich tolle Schätze und Raritäten oder auch die eine oder andere Kindheitserinnerung.
Leider nur alle zwei Jahre






Sogar rund um das Thema »Wie entsteht ein Comic« ließ sich einiges erfahren. Ebenso über das Berufsbild des Comiczeichners, Illustrators oder Autors. Dazu gab es begleitende Vorträge, Diskussionsrunden und Infostände, wie den Stand der Illustratoren Organisation und der Initiative Comic in Bayern.
Auch dieses Mal war es leider schlichtweg unmöglich, alles anzuschauen, was in Erlangen zum Comic Salon angeboten wurde, dafür war das Programm einfach sehr umfangreich und für alle Altersstufen toll aufbereitet. Es könnte aber auch daran gelegen haben, dass wir alle paar Meter auf alte Bekannte, neue Freunde oder redselige Gleichgesinnte getroffen sind und deshalb einige Attraktionen verpasst haben. *hüstel*
Jetzt heißt es sehnsüchtig warten und alle Comicschätze in Ruhe studieren, bis 2026 der nächste Salon seine Zelttore öffnet. Wir freuen uns schon jetzt.
Ihr möchtet noch mehr über das tolle Comic Festival erfahren, dann findet ihr hier auf der offiziellen Webseite, wann es übernächstes Jahr wieder losgeht.












