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TEST: For the King

rushBfast von rushBfast
20. Juni 2022
in Multiplattform, PC, PlayStation 4, Switch
2
Quelle: IronOak Games - For the King

Quelle: IronOak Games - For the King

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Normalerweise schrecken mich die Wabenstrukturen auf einem Spielbrett eher ab, nicht weil ich Angst vor Bienen habe, sondern mich lockt das eher langsame und statische Gameplay, welches oftmals damit verbunden ist, nicht unbedingt aus der Reserve. Das wäre mir bei For the King fast genau so passiert, doch hier gibt es eine entscheidende Komponente, die meine Bedenken komplett verpuffen ließ – den 3-Spieler Koop-Modus. Dieser macht es möglich, sich mit seine Freunden in den eher ruhigen Phasen des Spiels präzise über die nächsten Schritte abzusprechen, Strategien und Routen zu planen oder wie üblich herumzualbern – wir wissen doch alle, jedes Spiel ist besser mit einem Koop-Modus.

Ob ihr wirklich richtig steht …

For the King - Die Charaktererstellung ist leider sehr überschaubar.
For the King – Die Charaktererstellung ist leider sehr überschaubar.

Auf den ersten Blick macht das kleine, 2015 auf Kickstarter finanzierte rundenbasierte Rollenspiel For the King alles richtig. Der durchgehend stimmige Grafikstil und die kleinen Details wie das Verändern des eigenen Aussehens durch Anlegen unterschiedlicher Rüstungen und Waffen. Auch die lustig anzusehende Ragdoll-Physik in den Kämpfen bringt einen hin und wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn der Gegner noch die Klipper herunter fällt oder zappelnd auf dem Boden rumwabbelt.

Ebenfalls schön im Spiel ist der flüssige Tag- und Nachtwechsel, der die strategische Karte immer wieder in eine andere Lichtstimmung versetzt. Die Spielzüge auf dem wabenförmigen Spielbrett gehen einfach von der Hand und auch die unterschiedlichen Gegnertypen, auf die man auf seiner langen Reise trifft, sind sehr gut ausgearbeitet. Gut gefällt mir auch der superstimmige Soundtrack mit seinen authentischen Mittelalterklängen, der selbst nach vielen Stunden das Gameplay angenehm unterstützt.

So weit, so gut, denn mit dieser Basis an soliden Eigenschaften hätte For the King ein grandioses Spiel werden können, doch wie sagt man so schön – hätte, hätte, Fahrradkette.

Ein Leben im Chaos

For the King - Das Spielbrett ist sehr schön gestaltet.
For the King – Das Spielbrett ist sehr schön gestaltet.

For the King bezeichnet sich selbst als eine Mischung aus Strategie, JRPG-Kampf und Roguelike, was an dieser Stelle vielleicht etwas zu viel gewollt ist, denn durch die fehlenden Züge der Gegner auf dem Spielbrett und den einfachen Gegenüberstellungen in den Kämpfen benötigt man für das Spiel nicht viel strategisches Denken. Klar kann man sich überlegen wie man den Chaos Malus, der das Spiel schrittweise schwerer macht, wieder wegbekommt oder welchen Gegner man sich als Erstes in einem Kampf vorknöpfen sollte. Das reicht für mich aber nicht, um sich eine strategische Spielkomponente auf die Brust zu schreiben.

Doch den größten Kritikpunkt habe ich in der Rollenspiel-Komponente gefunden, denn auch nach über 17 Stunden gemeinsamer Spielzeit ist es uns nicht gelungen die Charakterwerte, Würfelproben, Ausweichmanöver der Gegner und die Verteilung des Loots nachzuvollziehen. Da man keine Einsicht auf die gegnerischen Werte hat, wirken oftmals auch fast perfekt ausgewürfelte und trotzdem fehlgeschlagene Angriffe sehr willkürlich. In einer Partie ist ganze 5 Stunden lang keine einzige Waffe für unseren Straßenmusiker abgefallen, erst durch einen Händler in einer weit entfernten Stadt gab es endlich das lang ersehnte und wertesteigernde Instrument.

Wie bereits gesagt, es ist nicht alles schlecht an For the King, vor allem wenn man es gratis durch Promo-Aktionen wie zum Beispiel als Giveaway im Epic Games Store oder auf Prime Gaming bekommen hat. Hätte ich allerdings die 20 Euro in das Indiegame investiert, wäre ich am Ende doch enttäuscht gewesen.

For the King - Die Gegenüberstellungen sind grafisch hübsch aufbereitet.
For the King – Die Gegenüberstellungen sind grafisch hübsch aufbereitet.
For the King - Die Items gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen.
For the King – Die Items gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen.
For the King - Diese Geisel ist ein kleiner Zwischenboss.
For the King – Diese Geisel ist ein kleiner Zwischenboss.
For the King - Es gibt zahlreiche Events, Quests und zufällige Ereignisse auf dem Spielbrett.
For the King – Es gibt zahlreiche Events, Quests und zufällige Ereignisse auf dem Spielbrett.
For the King - Auch die See kann mit einem Boot unsicher gemachte werden.
For the King – Auch die See kann mit einem Boot unsicher gemachte werden.
For the King - Die Bosse in den Dungeons machen richtig was her.
For the King – Die Bosse in den Dungeons machen richtig was her.
For the King - In der Stadt kann sich die Gruppe ausruhen oder neue Ausrüstung einkaufen.
For the King – In der Stadt kann sich die Gruppe ausruhen oder neue Ausrüstung einkaufen.
For the King - Über den Wissenladen lassen sich weitere Ereignisse, Waffen, Klassen und optionale Skins freischalten.
For the King – Über den Wissenladen lassen sich weitere Ereignisse, Waffen, Klassen und optionale Skins freischalten.
For the King - Der rote Bereich zeigt Verbündete und Feinde die im nächsten Kampf involviert sind.
For the King – Der rote Bereich zeigt Verbündete und Feinde die im nächsten Kampf involviert sind.
For the King - Mit dem steigenden Schwierigkeitsgrad kommen immer mächtiger Items zum Vorschein.
For the King – Mit dem steigenden Schwierigkeitsgrad kommen immer mächtigere Items zum Vorschein.
For the King - Das Verspotten der Gegner als Tank Klasse macht es für die gesamte Gruppe einfacher.
For the King – Das Verspotten der Gegner als Tank-Klasse macht es für die gesamte Gruppe einfacher.

Release Termin:
28. Februar 2017

USK:
ab 12 Jahren

Genre:
Rundenbasiertes Rollenspiel, Rogue-like

Spielzeit:
so lange es Spaß macht

Entwickler:
IronOak Games

Publisher:
Curve Digital

Erhältlich für:
PC
Switch
PlayStation 4
Mac
Linux

Fazit

For the King

2.5 Sterne

For the King hätte ein verdammt gutes Spiel werden können, vor allem durch den 3-Spieler Koop-Modus. Leider macht es aber bis auf einen äußerst gut gelungenen Grafikstil nicht allzu viel richtig. Die entscheidenden Rollenspielelemente sind sehr überschaubar, das Taktieren ist so gut wie gar nicht vorhanden und das Rougelike, mit dem damit oftmals verbundenen Widerspielwert, hält sich eher in Grenzen. Wer das Spiel in einem Gratis-Giveaway bekommen hat, kann gerne mal mit seinen Freunden den ein oder anderen Abend das Spielbrett unsicher machen, da die kooperative Gruppendynamik einige Schwächen des Spiels durch gute Stimmung im Sprachchat wieder gutmachen kann. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, das IronOak Games mit diesem Erstlingswerk noch wachsen wird und der nächste Titel sicherlich mehr überzeugt.

Pro

  • schöner minimalistischer Grafikstil
  • 3-Spieler Koop-Modus
  • guter Soundtrack
  • verschiedene Klassen
  • freischaltbare Ereignisse und Gegenstände
  • Ausrüstung ist am Charakter sichtbar
  • abwechslungsreiche Gebiete

Contra

  • Handlung nach wenigen Minuten vergessen
  • Werte, Attribute und Fähigkeiten teilweise rätselhaft
  • Koop-Modus ohne Vorkenntnisse nicht selbsterklärend
  • Controller-Steuerung nur teilweise nutzbar
  • Individualisierung des Charakters sehr begrenzt
  • Oldschool-Menüs, kein Drag & Drop
  • Deutsche Lokalisierung leider nur akzeptabel
  • Spiel frisst viel Grafikleistung

Letzte Worte

  • Hätte, hätte, Fahrradkette!

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Tags: Curve DigitalIronOak GamesLinuxMac OSPCPlayStation 4Rogue-likeRollenspielSwitch
rushBfast

rushBfast

Am Rande der fränkischen Einöde groß geworden, entflammte Renés Leidenschaft für elektronische Spiele mit dem ersten Gameboy 1990. Wer hätte geahnt, dass sich daraus Jahre später eine Leidenschaft für nerdige und popkulturelle Sammlerstücke entwickelt.

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