Zwei Wochen lang haben wir gemeinsam mit Freunden die Wüste von Dune: Awakening durchkämmt, den gefräßigen Sandwurm geärgert, PvP-Gebiete erobert und mehrere Basen errichtet. Nach über 180 Charakterstufen und knapp 200 Spielstunden ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen.
Die Wüste lebt!

Der Hersteller Funcom ist kein unbekannter in Sachen Online-Multiplayer-Survival. 2018 startete Funcom mit Conan Exiles einen richtigen Dauerbrenner, der auch heute noch zahlreiche SpielerInnen in seinen Bann zieht. Doch mit Dune: Awakening gibt es nun Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Wie gut das neue Online-Multiplayer-Survival-Spiel von Funcom wirklich ist, zeigen wir euch in unserem ausführlichen Testbericht.
Gutes Kampfsystem und viele Klassen

Die ersten 100 Stunden Gameplay von Dune: Awakening überzeugen mit so vielen Erkundungsmöglichkeiten, dass absolut keine Langeweile aufkommen kann. Stetig erforschen wir neue Rezepte, erweitern unsere Basis und schalten neue Klassenfähigkeiten frei. Fünf Klassen stehen zur Auswahl: Truppler, Mentat, Planetologe, Bene Gesserit und Schwertmeister. Das Klassen-Arsenal reicht von Nah- bis Fernkampf, mit manchen Klassen sparen wir Reparaturkosten und andere wiederum überzeugen mit nützlichen Crowd-Control-Eigenschaften. Je nach Belieben kann alle 48 Stunden der Skilltree zurückgesetzt und neu aufgebaut werden. So wechseln wir schnell zwischen PvE- und PvP-Skillungen.
Das Kampfsystem, egal ob im Fernkampf mit unseren Schusswaffen oder via Dune-typischen-Ornithopter aus der Luft, fühlt sich richtig gut an. Mit drei zusätzlichen Fähigkeiten, die wir mit den Tasten »Q«, »X« und »C« aktivieren, können wir Widersacher zusätzlich bearbeiten. So lassen sich zum Beispiel mit den Stimmfähigkeiten der Bene Gesserit Klasse einzelne Gegner komplett aus dem Gefecht nehmen oder mit der Mentat-Klasse ein Schild aufstellen, an welchem die gegnerischen Projektile abprallen.
Kampf um kostbare Ressourcen

Der Kampf um die kostbaren Ressourcen wie Wasser, Duraluminium und Spice sind besonders gut gelungen. Hierbei errichten wir sogar sekundäre Basen, um gefährliche Lieferwege zu verkürzen. In den PvE-Gebieten können wir mit unseren Gebäuden andere SpielerInnen auf dem Server von gesammelten Ressourcen ausschließen, da die Basen nicht zerstört werden dürfen.
Im PvP-Modus der »Tiefen Wüste« sieht das schon ganz anders aus. Dort dürfen nach Sandstürmen gegnerische Basen sogar komplett zerstört oder erobert werden. Es besteht auch jederzeit die Chance in einen packende Luftkampf zwischen den Fraktionen »Haus Atreides« und »Haus Harkonnen« zu geraten, wenn es mal wieder darum geht, die meisten Kontrollpunkte einzunehmen.

Eine Besonderheit von Dune: Awakening ist das Wassermanagement. Da wir uns auf einem Wüstenplaneten befinden und weit und breit kein Tröpfchen kühles Nass existiert, muss man komplett andere Wege gehen. Zum Beispiel können wir unseren Widersachern Blut entziehen und in Filteranlagen zu Wasser umwandeln. Es gibt noch einige weitere Möglichkeiten, aber die wollen wir euch hier natürlich nicht vorwegnehmen. Aber ist das nicht ganz schön ekelhaft?
Damit das Gleichgewicht nicht ganz aus den Fugen gerät, gibt es jede Woche einen gigantischen Sandsturm, der am Ende die Ressourcen- und Dungeons-Fundorte komplett neu verteilt. Mit Blaupausen, die ganze Basenstrukturen übernehmen, können wir binnen weniger Stunden unsere zurückgesetzte PvP-Basis erneut errichten, um es mit den rivalisierenden Gilden blitzschnell wieder aufzunehmen. Übrigens kosten die Bauobjekte in den umkämpften PvP-Gebieten nur die Hälfte, was den Wiederaufbau deutlich attraktiver macht.
Spielelemente von Dune: Awakening
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Dune: Awakening, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Gebiete erkunden

Die Spielwelt von Dune: Awakening besteht aus zwei riesigen Gebieten, dem »Hagga-Becken« welches hauptsächlich ein PvE-Areal ist und die »Tiefe Wüste« in der seltene Ressourcen die Spieler im PvP-Modus gegeneinander aufbringen. Es dürfen wie üblich im Survival-Genre Erze abgetragen, Gegner gelootet und Ausrüstungsgegenstände hergestellt und verbessert werden. In den zwei großen Hauptstädten warten Fraktionshändler, Klassentrainer und andere Spieler, die in den Auktionshäusern ihre Waren anbieten.
Charakter ausbauen

Fast jedes Gebiet kann mit und ohne weitere Mitspieler erkundet werden. Durch jeden eliminierten Gegner und erkundetes Gebiet erhalten wir kostbare Erfahrungspunkte, die unseren Charakter weiter voranbringen. Mithilfe von Kompetenzpunkten dürfen komplexe Skillungen gebaut werden, die zum Beispiel auf den Erzabbau, den Nahkampf oder gar Reparaturen spezialisiert sind. Da die Skillpunkte nicht für alle fünf Klassen ausreichen, muss hier gut kalkuliert werden.
Dungeons bestreiten

Bei den vielen Teststationen auf den Gebietskarten handelt es sich um Dungeons, die für jeden Spieler frei zugänglich sind. Diese sind vollgestopft mit Gegnern und lukrativen Beutekisten. Oftmals benötigen wir unterschiedliche Schlüssel (Armbänder), um verschlossene Türen zu öffnen. Um an den besten Loot dieser Herausforderungen zu gelangen, müssen wir uns bin ans Ende dieser Areale vorkämpfen, da nur dort die großen Behälter voller Blaupausen, Materialien und starken Gegenständen sind.
Basis errichten

Das Errichten einer mehrstöckigen Basis gehört zu den Grundelementen von Dune: Awakening, da wir jede Menge Ressourcen herankarren und verwalten müssen. Wie die Entwickler von Funcom bereits in Conan Exiles bewiesen haben, ist das Dekorieren der Häuser auch diesmal wieder sehr gut gelungen. In dieser Architektur-Sandbox kann man sich so richtig austoben, egal ob es sich um die Inneneinrichtungen oder komplexe Gebäudestrukturen handelt.
Questsystem mit Schwächen

Kritik gibt es von unserer Seite in Sachen guter und abwechslungsreicher Questreihen. Leider ist das spannende und gut inszenierte Storytelling direkt nach der Introsequenz Geschichte. Mit hölzernen Dialogen und eher einfachen Animationen versucht uns das Spiel eine Geschichte zu verklickern, die leider hinten und vorne nicht ankommt. Dabei hätte das Dune Universum so viel mehr zu bieten, sodass wir nach dem Spielen von Dune: Awakening sogar noch Lust auf die vielen Verfilmungen gehabt hätten – doch leider Fehlanzeige.

Auch das PvP-System der »Tiefen Wüste« benötigt noch mehr Pflege und Ideen, denn wie viele andere SpielerInnen auf anderen Servern ebenfalls berichten, herrscht ein starkes Ungleichgewicht bei den beiden Fraktionen. Da viele SpielerInnen als erstes auf den NPC des Hauses Atreides treffen und sich diesem direkt anschließen, gehen die Gilden der Harkonnen fast überall unter. Ebenfalls sind die Aktivitäten in der Tiefen Wüste meist überrannt oder von den größten Gilden des Serverclusters übernommen, so das kleinere Gruppen fast immer leer ausgehen.
Das sorgt nicht nur für Frust, sondern bringt auf Dauer auch schnell Langeweile in das Endgame von Dune: Awakening. Aber wie die Entwickler von Funcom vor wenigen Tagen angekündigt haben, arbeiten sie schon an einer Alternative, wie das Leben in der Tiefen Wüste verbessert werden kann. Kleiner Tipp: Auf privaten Servern lässt es sich leichter Ressourcen farmen.










FAKTEN
| Release Termin: | 10. Juni 2025 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Survival |
| Spieltyp: | Mehrspieler (Koop, MMO) |
| Entwickler: | Funcom |
| Publisher: | Funcom |
| Erhältlich für: | PC |

Fazit
Dune: Awakening
Mit dem neuen Open World Survival- und Crafting-Spiel »Dune: Awakening« zeigt Funcom erneut, dass sie sehr gute Weltenbauer sind. Der Style von Dune mit seinem kargen und gefährlichen Wüstenplaneten ist sehr gut umgesetzt und mit bekannten Survival-Spielelementen verknüpft. Das Kampfsystem funktioniert einwandfrei und geht schon nach wenigen Stunden intuitiv von der Hand. Mit zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten wie einem Greifhaken oder der Sprint-Funktion trotzen wir den Gefahren der Wüste viel einfacher. Wie schon in Conan Exile überzeugt auch diesmal wieder der kreative Basenbau. Hier kann man sich nach Lust und Laune austoben, um die wildesten Bunker und Paläste zu bauen. Der PvP-Modus kommt gerade noch so mit einem blauen Auge davon, da die Luftkämpfe zwar sehr unterhaltsam sind, aber alle anderen kompetitiven Spielelemente brauchen noch mehr Gilden-Balance und deutlich mehr Endgame-Aktivitäten. Wir sind schon sehr gespannt auf die kommenden Updates von Funcom und sind uns sicher, das wir auch noch die 300 Spielstunden zusammen mit unserer ebenfalls begeisterten Gildenmitgliedern knacken werden.
Pro
- Dune Atmosphäre sehr gut eingefangen
- Gute Survival-Mechaniken
- Sehr gutes Crafting-System
- 5 unterschiedliche Klassen mit eigenem Skilltree
- Viele verschiedene Gildenfunktionen
- Mehrere Skillungen möglich
- Wöchentlich neue Ressourcenverteilungen auf den Karten
- Glaubwürdiges Wüstenszenario mit Wasserknappheit
- Sehr gutes Ornithopter-Gameplay
- Gigantisches PvP-Gebiet (Ressourcenkämpfe)
- Stimmiges Koop-Gameplay
- Gut abgemischter Spielsound
Contra
- Dune Geschichte nicht gut inszeniert
- Keine deutsche Synchronisation
- Klassen-Quests zäh und verwirrend
- Gildenmechaniken schlecht erklärt
- Dungeons oft gleich aufgebaut
- Spielwelt wirkt etwas statisch
- Keine globalen Servermeldungen auf privaten Servern (Wartungsarbeiten und Patches)
- Kein Offline-Modus
Letzte Worte
- Hunderte Stunden Survival-Spaß!













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