Pünktlich zum Horrormonat Oktober ist das lang erwartete Remake von Silent Hill 2 für den PC und die PlayStation 5 erschienen. Wir haben uns den rundum erneuerten Horrorklassiker von Konami und Bloober Team ganz genau anschaut und zeigen euch in unserem Test die technischen Unterschiede des Remakes im Vergleich zur damaligen Version aus dem Jahr 2001.
Eine rätselhafte Handlung

Die spannende Geschichte von Silent Hill 2 beginnt auf einem verlassenen Parkplatz am Rande der gleichnamigen Stadt Silent Hill. Wir schlüpfen in die Rolle von James Sunderland, der einem Brief von seiner verstorbenen Frau Mary folgt. Sie bittet ihn darum nach Silent Hill zu reisen, dem früheren Lieblingsort des Paares.
Doch das romantische Örtchen am Toluca See ist nicht mehr wieder zu erkennen. Was ist in Silent Hill geschehen? Woher kommt dieser dichte Nebel und was verbindet diesen gruseligen Ort mit dem damaligen Liebespaar?
Vergleich: Original (Breitbild) vs. Remake


Die größte Veränderung im Remake von Silent Hill 2 ist die Third-Person-Kamera, die uns weg von den statischen Kamerawinkeln hin zur Sicht über James Schulter bringt. Die neue Version von Silent Hill 2 schenkt uns deutliche mehr Bewegungsfreiheit und zeigt das kleine vernebelte Städtchen aus vielen neuen Perspektiven, die wir dank steuerbarer Sicht selbst wählen dürfen.
Damalige Texte oder Kritzeleien lassen sich heute deutlich besser entziffern, was damals nur findigen SpielerInnen vorenthalten war, die jeden Pixel der Spielwelt abgegrast haben.

Im Remake hat sich so einiges geändert: Unter anderem das Sounddesign, kleine Abänderungen der Dialoge, veränderte Rätsel, Bildschirmtexte und Neupositionierungen von markanten Inneneinrichtungen und Örtlichkeiten. Die neuen Spieloptionen verändern das Erscheinungsbild des Games und lassen uns sogar das komplette HUD ausblenden, Quick Time Events vereinfachen oder mithilfe von barrierefreien Spieloptionen Charaktere und Objekte hervorheben.
Das erwartet dich im Remake von Silent Hill 2
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Silent Hill 2, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
SCHAURIGE ERKUNDUNGSTOUREN

Das namhafte Städtchen Silent Hill möchte erkundet werden und so müssen wir mit James immer wieder aufmerksame Erkundungstouren durch die vernebelte Stadt unternehmen, denn diese ist gespickt mit Hinweisen und Schlüsselgegenständen, die uns weiter durch die Handlung führen.
PACKENDE KÄMPFE

In den engen Gängen der Gebäude können wir mit James kaum den Gegnern entkommen. Daher müssen wir mit gut positionierten Ausweichmanövern den Attacken unserer Widersacher entkommen und mit gezielten Schlägen oder Schüssen diese niederstrecken – doch diese sind flinker als sie aussehen.
ANSPRUCHSVOLLE RÄTSEL

Eine Besonderheit von Silent Hill 2 sind die wirklich gut konstruierten Rätsel, die durchaus etwas Grips fordern. Je nach Einstellung des Schwierigkeitsgrades verändern sich Lösungswege und Komplexität der Knobeleien. Eine öfter auftretende Rätselform besteht daraus, aus Schriftstücken Ableitungen herzustellen, um passende Objekte richtig zu kombinieren.
HORRORMOMENTE

Glücklicherweise bleiben die fürchterlichen Jumpscare-Momente in Silent Hill 2 aus. Es gibt zwar hier und da ein paar sehr intensive Schreckmomente, doch der wahre Schauder baut sich im Spiel eher durch die beklemmenden, vergammelten Umgebungen, die verzerrten Klänge der Hintergrundmusik und durch die eingeschränkte Sicht durch Nebel oder Taschenlampe auf.
Taschenlampe mit Schönheitsfehler

Die Taschenlampe und das Taschenradio gehören zu den Hauptgegenständen von Charakter James. Während uns das Radio mit seinem lauter werdenden Rauschen vor Gegnern in der Nähe warnt, sorgt die Taschenlampe für eine dankbare Lichtquelle in den vielen düsteren Abschnitten des Spiels.
Leider ist mit dem Redesign der Taschenlampe, die an der Brustjackentasche von James steckt, ihr physikalisches Verhalten merkwürdig umgesetzt worden. Normalerweise müsste sich der Lichtkegel der Taschenlampe mit der Körperdrehung von James mitbewegen, wie es im Original der Fall ist. Im Remake wurde die Lichtquelle an James Kopfbewegungen ausgerichtet, so als hätte unser Hauptcharakter eine Stirnlampe auf. Hier hätten wir uns gerne eine intelligentere Lösung gewünscht.
Alles hat ein Ende, nur Silent Hill 2 hat …

Das Original hatte gleich mehrere Enden, ganze sechs Stück an der Zahl. Diese wurden aufgrund des eigenen Spielverhaltens und der gesammelten Fundstücke in der Spielwelt ausgelöst. Leider können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bestätigen, ob es alle Spielenden in das Remake geschafft haben oder gar neue hinzugefügt wurden.
Was wir aber mit Sicherheit sagen können, dass das Remake von Silent Hill 2 ein komplett neues und unterhaltsames Horror-Spielerlebnis bietet. Das Remake fühlt sich zwar deutlich kampflastiger an als das Original von 2001, versprüht aber dennoch die alten Gruselvibes von Team Silent.
FAKTEN
| Release Termin: | 8. Oktober 2024 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Survival-Horror |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Bloober Team |
| Publisher: | Konami |
| Erhältlich für: | PlayStation 5, PC |

Fazit
Silent Hill 2 (Remake)
Das Remake von »Silent Hill 2« präsentiert sich überraschend von einer sehr guten Seite. Das Entwicklerstudio Bloober Team hat sichtbar viel Zeit und Mühe investiert um den Horrorklassiker aus dem Jahr 2001 auf heutige Standards zu bringen. Bei dem Remake von »Silent Hill 2« handelt es sich also nicht um eine kostengünstige Überarbeitung, bei der nur ein paar Texturen hochskaliert wurden. Das Remake überzeugt mit komplett neuen Texturen, Klängen und Spielabläufen. Es gibt zwar technisch hier und da ein paar kleine grafische Ungereimtheiten, doch diese fallen nicht weiter ins Gewicht und können im Nachhinein einfach ausgebessert werden. Die neuen Spielelemente fügen sich perfekt in das Original ein und wurden weder mit Comic-Sans-Schriftzügen noch mit auffälligen Wegweisern verschandelt. Extrem gut sind die Texturen der maroden Wände und Objekte gelungen, denn diese lassen uns allein vom Anblick schon erschaudern. Wir freuen uns sehr diesen legendären PlayStation-Klassiker wieder spielen zu dürfen, da die ursprüngliche Version über die Jahre fast schon verloren ging und nur noch BesitzerInnen des physischen Originals vorenthalten war.
Pro
- Extrem hoher Detailgrad der Umgebungen und Inneneinrichtungen
- Toller Nebeleffekt
- Fantastisches Sounddesign
- Neue und unterschiedliche Gegnertypen
- Sehr gut konstruierte Rätsel
- Horrordesign von früher erhalten und gut ergänzt
- Viele gute Spieloptionen, welche die Immersion unterstützen
- Viele neue Musikstücke
- Außergewöhnliches Gegnerdesign
- Stimmungsvolles Spiel aus Licht und Schatten
- Hoher Wiederspielwert, da sich Rätsel mit steigendem Schwierigkeitsgrad verändern
- Mehrere verschiedene Enden der Geschichte möglich
Contra
- Im Vergleich zum Original verlieren ein paar Charaktere etwas an Ausdruck
- Keine deutschsprachige Synchronisation
- Visueller Glitch, verursacht durch zu nahe Objekte im Rücken von James
Letzte Worte
- Dieses äußerst gelungene Remake katapultiert den Gruselklassiker in die heutige Zeit.













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