In diesem Testbericht zu Stellar Blade auf der PlayStation 5 haben wir uns durch die Lüfte gezwirbelt, einen Haarschmuck in eine tödliche Klinge verwandelt und uns mit einer Drohne durch die weitläufigen Areale geballert. Was wir sonst so in unseren knapp 35 Stunden Spielzeit mit Hauptprotagonistin EVE erlebt haben und warum uns der Day-One-Patch ein wenig verärgert, verraten wir euch jetzt.
Kampfkunst aus Korea

Das Action-Adventure Stellar Blade, welches exklusiv für die PlayStation 5 veröffentlicht wurde, ist vom koreanischen Entwickler Shift Up. Das Unternehmen besteht aus drei Studios, die alle in Seoul beheimatet sind. Stellar Blade ist ihr Erstlingswerk für eine große Konsole wie die PlayStation 5, denn sonst liegt der Fokus von Shift Up, wie man es aus ihren aktuellen Projekten herauslesen kann, mehr auf dem Mobile-Sektor.
Ein Engel auf Erden

In diesem Souls-like artigen Action-Adventure schlüpfen wir in die weibliche Hauptrolle namens EVE, eine kybernetische und äußerst attraktive Kampfeinheit des 7. Landetrupps. Ziel ist es, die sogenannten Naytibas auf der Erde zu bekämpfen, eine stark mutierte Lebensform, aber es läuft natürlich anders als geplant. Bei unserem Anflug auf die Erde wird bereits ein Großteil der Landungsschiffe zerstört. Nur ein Bruchteil der angeforderten Verstärkung schafft es tatsächlich auf die Planetenoberfläche.
»Ziel ist es, die Naytibas, eine stark mutierte Lebensform, auf der Erde zu bekämpfen – aber es läuft natürlich anders als geplant.«
Nur wenig Schritte nach der holprigen Landung haben wir es gleich mit einem der scheinbar mächtigsten Naytiba zu tun, der uns kurzerhand direkt aus den Latschen haut. Dank einem hilfsbereiten Scavenger namens Adam kommen wir gerade noch so mit dem Leben davon. Er päppelt uns wieder auf und zeigt uns seine Heimat Xion, die als letzter Rückzugspunkt der Menschheit gilt.

Mit neuer Energie im Tank geht es den Naytiba nun an den Kragen und das Beste ist, wir sind nicht mehr auf uns allein gestellt, denn Adam unterstützt uns mit seiner Drohne, wo er nur kann. Sie liefert uns nicht nur Licht und nützliche Informationen in dunklen Bereichen der Spielwelt, sondern lässt sich auch als multifunktionale Schusswaffe einsetzen.
Das erwartet dich in Stellar Blade
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Stellar Blade, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
NAHKÄMPFE

Mit aufgeladenen Angriffen und spektakulären Spezialattacken geht es in guter Souls-like-Manier in die Kämpfe. Fast alle Bosse in Stellar Blade sind typisch für ein Souls-like: besonders starke Widersacher. Die großen Lebensenergiebalken der Elitegegner samt Schilde müssen mit vielen Schlägen und Kombos heruntergewirtschaftet werden. EVE im Gegenzug darf aber nur wenige Treffer einstecken, und die Heilmittel sind stark begrenzt.
SPRUNGPASSAGEN

Einige der Platformer Elemente können sehr fummelig sein, da uns die Steuerung durch die leichte Eingabeverzögerung oftmals einen Streich spielt, auch bei Doppelsprüngen. Bei bewegten Plattformen und mehreren Wallrides in Folge kann etwas Frust aufkommen. Das Abstürzen von hohen Kanten oder in tiefe Schluchten schmerzt nicht allzu sehr, da es sehr viele gut platzierte Checkpoints gibt.
RÄTSEL

In der Spielwelt gibt es zahlreiche Rätsel, die entweder durch ein zeitliches Limit, schnelle Reaktion oder durch das Errechnen kniffliger Rechenaufgaben gelöst werden müssen. Diese nicht immer einfachen Rätsel sind größtenteils optional und beinhalten oftmals Materialien für die Herstellung von Upgrades und Outfits.
FERNKÄMPFE

In einigen unterirdischen Gebieten ist die Blutklinge von EVE leider deaktiviert und wir müssen uns mithilfe der Drohne, die auch als Fernkampfwaffe eingesetzt werden kann, den Weg freischießen. Über das Schnellauswahlmenü können wir auf unterschiedliche Munitionstypen zugreifen, diese sind allerdings stark limitiert.
Mehr Power durch Chiptuning

Mithilfe von Chiptuning via Mods von EVEs Exoskelett erweitern wir ihre kämpferischen Fähigkeiten. So erhält die zierliche Schwertschwingerin zum Beispiel mehr Schutzschild oder uns wird das Timing für die schwierigen Ausweich- und Parademanöver erleichtert. Ist uns das dann immer noch etwas zu mühselig, oder kommen wir bei einem Boss oder Elitegegner absolut nicht weiter, gibt es noch einen einfacheren Schwierigkeitsgrad, der im Kampf zusätzliche Hilfestellungen bietet.
Modenschau auf dem Schlachtfeld

Durch zusätzliche Aufträge, die wir meist über das Schwarze Brett in der Stadt Xion erhalten, gelangen wir an Materialien und etwas Kleingeld, um uns noch weiter zu verbessern. Da unsere Heldin eine echte Augenweide ist, sind die vielen freischaltbaren Kostüme besonders motivierend. Immer auf der Suche nach einem neuen Outfit, um vielleicht doch noch etwas mehr nackte Haut zu erhaschen, grasen sich die Gebiete und hintersten Winkel von ganz alleine ab – Sex sells.
ACHTUNG GESCHNITTEN! Wir haben schon lange keine Zensur mehr von Spielinhalten nach einem Release gesehen, doch bei Stellar Blade ist dies der Fall. Mit dem Day-One-Patch wurden ein paar Outfits im Nachhinein verändert, so das sie nun nicht mehr so viel Einblick in das Dekolleté von EVE erlauben, wie es noch zuvor der Fall war. Auch die eine oder andere Actionszene wurde etwas abgeschwächt und sogar die Effekte der Schwerkraft auf EVEs Rundungen sind leicht verändert worden. Wir fragen uns, muss das sein, wenn es sich bei dem Spiel bereits um einen Titel ab 18 Jahren handelt?
FAKTEN
| Release Termin: | 26. April 2024 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Shift Up |
| Publisher: | Sony Interactive Entertainment |
| Erhältlich für: | PlayStation 5 |

Fazit
Stellar Blade
»Stellar Blade« bietet zwar kein spielerisches Neuland, zeigt aber dank starkem Charakterdesign das es voller Potenzial steckt. Offensichtlich haben sich die Entwickler*innen von Shift Up für das Charakterdesign bei Nier: Automata, Bayonetta und Co. bedient - schadet dem Spiel aber überhaupt nicht. Die Kämpfe in »Stellar Blade« sind nicht von schlechten Eltern, allerdings dürften die Bosse in ihrem Auftreten etwas unterschiedlicher sein. Das größte Manko dieses Action-Adventures ist die leicht verzögerte Steuerung, denn diese sorgt gerade zu Spielbeginn für viele Fehlschläge, wenn es an die geforderten perfekten Parade- und Ausweichmanöver geht. Einen Fotomodus suchen wir leider vergeblich, obwohl dieser sicherlich bei vielen Fans gerne gesehen wäre. Auch hätten wir uns noch mehr Hintergrundgeschichte und deutlich mehr Actionszenen von EVE gewünscht, doch vielleicht sehen wir diese dann in einem Nachfolger - diesen dann aber bitte etwas mutiger und ohne Day-One-Patch-Zensur.
Pro
- Gutes Charakterdesign
- Packende Bosskämpfe
- Sehr gute Kampfanimationen
- Viele versteckte Objekte
- Einfach auszuführende Kombo-Angriffe
- Mehrere Enden möglich
- Zwei Schwierigkeitsgrade (jederzeit umstellbar)
- Abwechslungsreiche Rätsel
- Angel-Minispiel
- Schöne Outfits (NG+ Variationen)
Contra
- Steuerung ist leicht verzögert
- Anfangsgebiete etwas monoton
- Sound wirkt flach
- Schwache Texturqualität
- Deutsche Synchronisation teilweise emotionslos
- Day-One-Patch-Zensur
Letzte Worte
- Stellar Blade - eine unterhaltsame Schwertschwingerin mit Ausbaupotenzial.













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