Nintendo schenkt dem 27 Jahre alten Klassiker Super Mario RPG (Legend of the Seven Stars) einen zweiten Auftritt. Mithilfe eines aufwendig aufbereiteten Remakes für die Nintendo Switch dürfen sich Mario und seine Freunde erneut in rundenbasierten Kämpfen auf die Probe stellen.
Wir haben das überarbeitete Rollenspiel auf den Kopf gestellt und für euch geprüft, ob auch der neue Genreausreißer erneut verzaubern kann.
27 Jahre später


Das Original Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars stammt aus der Blütezeit der JRPGs (Japanese Role-Playing Game) und die erfolgreichsten Schöpfer dieses Genre waren zu dieser Zeit die kreativen Köpfe von Square, heute besser bekannt als Square Enix. Nach Squares Erfolg mit Final Fantasy VI, welches 1994 auf den Markt kam, beschloss Nintendo eine Kooperation mit Square einzugehen, um ein vergleichbares Rollenspiel im Mario-Universum zu entwickeln.
1996 war es dann so weit und Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars erschien in Japan und Nordamerika. Die größte Neuheit von Mario RPG war, sich nun in einer dreidimensionalen Umgebung zu bewegen, denn bis zu diesem Zeitpunkt ist unser liebster Mario immer nur von links nach rechts gelaufen oder gesprungen.
Einen Nachfolger zu Super Mario RPG gab es leider nie, allerdings ist Nintendo dem Rollenspiel Genre treu geblieben und brachte einige Jahre später Spiele wie Paper Mario (2001) auf dem N64 und Mario & Luigi: Superstar Saga (2003) auf dem Game Boy Advance heraus. Bis zum heutigen Zeitpunkt überrascht uns Nintendo immer wieder mit neuen Genre. Nun aber zum eigentlichen Thema, der aufwendigen Neuauflage von Super Mario RPG.
Ein neuer Superbösewicht betritt die Bühne

In der Geschichte von Super Mario RPG geht es ausnahmsweise etwas anders zu als in den üblichen Super-Mario-Abenteuern. Doch beginnen wir mit der Handlung ganz von vorn – und keine Angst, wir sind wie immer völlig spoilerfrei unterwegs.
Es ist ein schöner Tag. Prinzessin Peach pflückt vor Marios Haus auf einer kleinen Blumenwiese ein paar Blümchen, plötzlich zieht ein Gewitter auf und wie aus dem Nichts erscheint Bowser in seinem helikopterartigen Fluggefährt und entführt die Prinzessin. Na toll, irgendwie hab ich es ja geahnt. Von dem Lärm alarmiert stürmt Mario aus seinem Haus – doch jede Rettung kommt zu spät. Scheibenkleister!

Mario verfolgt Bowser bis zu seiner eindrucksvollen Festung, wo wir uns ohne viel Herumgerede dem stacheligen Oberbösewicht direkt gegenüberstellen. Was hier schon wie ein Endkampf wirkt, ist nur das Vorspiel für die eigentliche Handlung, denn diesmal ist Bowser nicht der wahre Superschurke.
Kurz bevor wir erfolgreich die Prinzessin retten können rauscht aus dem Himmel ein gigantisches Schwert herab (später bekannt als Exor, der Eiserne), welches auf dem Weg nach unten einen Stern in sieben Teile zersplittern lässt und inmitten von Bowsers Festung einschlägt.
Um die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müssen wir erst einmal die Sternensplitter wieder zusammenkratzen und der neuen unbekannten Bedrohung auf den Zahn fühlen.
Hammer, Schleuder und Zauberstab

Super Mario RPG besitzt die typischen zwei Grundeigenschaften eines JRPGs, welche in erster Line daraus bestehen, sich im Wechsel zwischen offener Spielwelt und separaten Kämpfen in abgeschlossenen Arenen zu bewegen.
In den instanzierten und rundenbasierten Kämpfen stehen wir im Idealfall mit einer Gruppe aus bis zu drei Spielfiguren einer variablen Gegnergruppe gegenüber. Die Spielzüge werden mit einer Auswahl an Fähigkeiten, Items und Standardangriffen ausgeführt, die je nach angelegter Waffe variieren.

Ein weiteres Kernelement des Kampfsystems von Super Mario RPG ist das rechtzeitige Reagieren bei Attacken und Paraden, denn drücken wir den »A-Knopf« zu einem perfekten Zeitpunkt während des Angriffs, kann unser ausgeteilter Schaden sogar mehrere Gegner auf einmal treffen. Ebenso verhält es sich mit der Verteidigung, bei welcher der richtige Moment zum kompletten Absorbieren des Schadens führt.
Diese einfache Spielmechanik verschafft dem doch eher statischen und rundenbasierten Kampfsystem ein aktiveres Flair, welches zum Mitfiebern auf größere Erfolgschancen einlädt. Schaffen wir mehrere dieser perfekten Angriffe und Paraden in Folge, baut sich eine Combo auf, die unsere Gruppe weiter stärkt.
»Besonders gut gelungen sind die neuen und aufwendigen 3D-Filmchen der Trio-Fertigkeiten, bei denen die Heldengruppe gemeinsam besonders starke Superangriffe ausführt.«
In diesem Rollenspiel geht es ausschließlich niedlich zu Sache, denn Prinzessin Peach zückt für ihre Angriffe zum Beispiel einen pinkfarbenen Fächer und Mario heizt den Schergen mit dem Holzhammer ein. Besonders gut gelungen sind die neuen und aufwendigen 3D-Filmchen der Trio-Fertigkeiten, bei denen die Heldengruppe gemeinsam besonders starke Superangriffe ausführt.
Außerhalb der Kämpfe lädt die große Weltkarte ein, erkundet zu werden. In dieser relativ offenen Spielwelt wimmelt es von Gegnern, die uns an jeder Ecke in einen Kampf verwickeln wollen. Aber auch friedliche Gesellen treiben sich in dieser Welt herum, einige dieser knuffigen NPCs haben zusätzlichen Aufgaben für uns oder erzählen lustige Geschichten. Natürlich gibt es auch die nützlichen Händler, bei denen wir unsere hart erkämpften Münzen für Items oder Waffen ausgeben dürfen.
Sternschnuppen und Gruppenkuscheln

Ebenfalls typisch für das JRPG-Genre sind die Managementmenüs, in denen wir die Gruppenmitglieder verwalten und deren Ausrüstungsgegenstände organisieren. In Super Mario RPG ergeben unterschiedliche Aufstellungen jeweils andere Spezialangriffe, was hier und da zum Experimentieren einlädt.
Auf dem Weg durch die unterhaltsame Geschichte, den vielen verschiedenen Umgebungen und den witzigen Bosskämpfen werden wir immer wieder mit sehr schön gestalteten Zwischensequenzen belohnt.
Dank den dynamisch generierten Gegnergruppen sorgt das Spiel dafür, das wir nicht immer dieselben Widersacher antreffen, so werden auch optionale Extrakämpfe im Stufengrind nicht öde. Das überarbeitete Rollenspiel präsentiert sich überraschend frisch und wird in seinen knapp 20 Stunden Spielzeit absolut nicht langweilig.
FAKTEN
Release Termin:
17. November 2023
USK:
Ab 6 Jahren
Genre:
Rollenspiel (JRPG)
Spieltyp:
Einzelspieler
Entwickler:
Nintendo, Square Enix
Publisher:
Nintendo
Erhältlich für:
Switch
Award:

Fazit
Super Mario RPG (2023)
Schön zu sehen, dass das neu überarbeitete »Super Mario RPG« kein Stück von seinem guten Humor und seiner Niedlichkeit verloren hat. Zwar ist der überraschende Genreauftritt als Rollenspiel heute keine Überraschung mehr, doch wer die alten Level auf dem Super Nintendo Entertainment System noch kennt, wird sich in diesem Remake sofort wie zu Hause fühlen. All jene, die das 27 Jahre alte Original nicht kennen, dürfen sich ab jetzt von dem etwas anderen Auftritt von Mario und Co. verzaubern lassen. Besonders gut haben mir die neuen Trio-Techniken gefallen, die mit wunderschön animierten Clips den Angriff einleiten. Die Minispiele, die uns während der Handlung unterhalten, sind gut umgesetzt und sorgen für gelungene Abwechslung zwischen den unzähligen Gegenüberstellungen. Das Remake Super Mario RPG (2023) ist für mich das perfekte Spiel für unterwegs, da sich die rundenbasierten Kämpfe jederzeit unterbrechen lassen. Ein wenig Kritik muss ich allerdings doch noch loswerden, denn die diagonale Steuerung in der isometrischen Perspektive sorgt doch regelmäßig für Fehlsprünge, bei denen wir leider am Ziel vorbeischießen. Da wären deutlichere Schatten oder bessere Orientierungspunkte schön gewesen.
Pro
- Aufwendig überarbeitete Fassung des original SNES-Spiels von 1996
- Gutes reaktionsbasiertes Combo-System
- Süße Spielwelt voller Geheimnisse
- Spektakuläre Trio-Techniken
- Abwechslungsreiche Rätsel
- Unterhaltsame Kämpfe
- Guter Soundtrack (Umschaltbar Modern/Retro)
- Unterschiedliche Aufstellungen bringen andere Fertigkeiten
- Viele verschiedene Gegnertypen
- Witzige Minispiele in Handlung eingebunden
- Unterhaltsame Bosskämpfe
- Guter Humor
Contra
- Steuerung in Gebieten etwas gewöhnungsbedürftig
- Manche Audioschleifen sehr monoton
- Charakterausbau sehr linear
Letzte Worte
- Ein würdevoller Auftritt eines 27 Jahre alten Klassikers.













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