So lange haben wir auf ein Echtzeit-Strategiespiel im Stil von Command & Conquer aus den frühen 2000er-Jahren gewartet, mit Tempest Rising von Slipgate Ironworks kommt jetzt endlich ein Spiel, welches genau diese Lücke füllt. In unserem Test zu Tempest Rising berichten wir euch, ob den Entwicklern aus Dänemark die aufwendige Command & Conquer-Hommage gelungen ist.
Hinweis: Normalerweise vergleichen wir keine Spiele oder Spielereihen untereinander, doch bei Tempest Rising gibt es diesmal eine Ausnahme, da das Spiel sich eindeutig an Command & Conquer des damaligen Entwicklerstudios Westwood orientiert. Dies wird sogar noch deutlicher durch die vier beigesteuerten Songs des Command & Conquer-Komponisten Frank Klepacki, welche übrigens sehr gelungen sind.
Tempest, das rote Tiberium?

Genug geplänkelt, jetzt geht es ans Eingemachte. Die Geschichte von Tempest Rising handelt von zwei rivalisierenden Fraktionen, welche um die geheimnisvolle und äußerst energiegeladene Ressource Tempest kämpfen. Auf der einen Seite stehen die Global Defense Forces, eine starke Armee mit modernster Kommunikationstechnik. Sie kämpfen unter anderem mit Drohnen und nutzen Stealth-Technik zur Aufklärung oder um ungesehen hinter feindliche Linien zu gelangen.
Die Fraktion der Tempest Dynasty ist dagegen ganz anders aufgestellt und gleicht eher einem militärischen Kult, der sich der neuen Ressource, dem Tempest, verschworen hat. Ihre Technik ist weit überholt, was wir schon am ersten Briefing zu spüren bekommen, sobald der Computer in der Zentrale mit einfachen MS-DOS Befehlen den Statusbericht auswirft. Ihre Einheiten sind zwar technisch überholt, dafür aber sehr robust und nicht zu unterschätzen.
Altbekanntes Gameplay mit neuen Kniffen

Wer schon mal ein Spiel aus der Command & Conquer Reihe gezockt hat, der wird sich in Tempest Risings Echtzeit-Strategie von Anbeginn pudelwohl fühlen. Die Spieloberfläche, das Befehligen von Einheiten und die leicht trashigen Zwischensequenzen fühlen sich so vertraut an, dass man fast denken könnte, Tempest Rising ist ein echter Nachfolger der berühmten Westwood-Spielreihe.
Spielelemente von Tempest Rising
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Tempest Rising, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Haupt- und Nebenziele

Jede Mission in der Kampagne von Tempest Rising beginnt mit einem Briefing und informiert über die Begebenheiten der folgenden Mission. In den einzelnen Missionen werden wir zusätzlich immer wieder auf die Probe gestellt, zusätzliche Missionsziele zu erfüllen. Leider sind einige Ziele an sehr knappe Zeitlimits gebunden, sodass wir schnell unsere Taktik ändern müssen, um nicht zu scheitern. Erfüllen wir die neuen Ziele, erhalten wir Punkte, die später für passive Fertigkeiten ausgegeben werden können.
Tempest ernten

Beide Fraktionen, die Globale Defense Force und die Tempest Dynasty, streiten um den rot leuchtenden Rohstoff namens Tempest. Diese noch relativ unbekannte Ressource wird mit Erntefahrzeugen abgebaut und in den Raffinerien in Credits umgewandelt. Mit Credits werden Einheiten und Upgrades erworben. Vorsicht, die Ressource Tempest hat auch einen negativen Nebeneffekt, denn befinden sich unsere Fahrzeuge darin, wird die Bewegungs- und Angriffsgeschwindigkeit verringert. Leicht gepanzerte Fahrzeuge erleiden sogar Schaden.
Basis aufbauen & verteidigen

Der Basenbau erinnert sehr an die damaligen Command & Conquer Spiele. Mithilfe eines mobilen Baufahrzeugs bestimmen wir den Standort unseres Hauptquartiers. Darauf folgt der Bau von Kraftwerken, einer Kaserne, Gebäude für die Erforschung neuer Upgrades und einem Fahrzeugdepot. Neben Produktionsstätten dürfen auch zusätzliche Verteidigungsmaßnahmen errichtet werden. Hierfür stehen Mauern und Geschütztürme gegen Boden- und Lufteinheiten zur Verfügung.
Passive Fertigkeiten

Einen strategischen Bonus gibt es durch passive Fertigkeiten! Nach Abschluss einer Kampagnen-Mission erhalten wir für erfüllte Haupt- und Nebenziele nützliche Arsenal- und Doktrinpunkte. Im Arsenal können dadurch temporäre Buffs gekauft und ausgerüstet werden. Vor jeder Mission sind diese Arsenalpunkte dann individuell kombinierbar. Mit Doktrinpunkten erhalten wir permanente Stärkungen in den Bereichen Kommunikation, Mobilität und Informationen. Beide passiven Skilltrees dürfen leider nur zweimal komplett zurückgesetzt werden.
Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Es macht Spaß, sich in die unterschiedlichen Einheiten und deren Fähigkeiten von Tempest Rising hinein zu fummeln. Wie sind die Schussreichweiten der Einheiten, welche Schwachpunkte müssen wir beim Befehligen beachten und vor allem welche Kombination aus Einheiten ist am effektivsten? Hierzu braucht man zum Glück kein vollgestopftes Wikipedia, sondern damals wie heute ist die Einheitenauswahl und deren Fähigkeiten sehr überschaubar.
Im Ranglisten- und Mehrspielermodus wird das Perfektionieren des Micromanagements den feinen Unterschied machen. Ein kleines Detail, welches uns sehr gut gefallen hat: Befehligen wir unsere Einheiten zusätzlich bei gedrückter Alt-Taste, passen sich alle Einheiten der langsamsten an. Das verhindert, dass sich unsere leichten und schnellen Einheiten vorschnell ins Gefecht stürzen, bevor unsere langsameren Kettenfahrzeuge den Zielort erreichen.

Eine sehr starke Fahrzeug-Kombination konnten wir bereits herausfinden: Der Truppentransporter der GDF kann mit sechs unterschiedlichen Soldaten beladen werden, die sich mit ihren Fertigkeiten gegenseitig sehr gut unterstützen – wie und vor allem, mit welchen Einheiten wir dieses Vehikel kombiniert haben, verraten wir an dieser Stelle jedoch nicht.
Wir mussten allerdings ein wenig schmunzeln, da wir bei diesem Beispiel an Command & Conquer: Generäle denken mussten, bei welchem die Kombination aus Rocketsoldiern und Humvees eine sehr effektive Rush-Taktik ist. Für den Kampagnenmodus mit seinen 22 Missionen ist dieses Micromanagement allerdings absolut nicht relevant, hier darf oftmals gemütlich aufgebaut und frei Schnauze taktiert werden.
Einheiten mit Eigenleben

Auch wenn sich Tempest Rising super präsentiert und wir im Vorfeld mit unserem Test schon richtig viel gute Command & Conquer Vibes empfangen haben, gab es in unserer Testversion kleine Spaßbremsen. Zum Beispiel haben sich unsere Fahrzeuge sehr oft zwischen den Gebäuden und Defensivanlagen verfahren, sodass sie nicht das von uns angegebene Ziel erreichten. Auch unser Tempest-Sammler blieb ab und an einfach in der Pampa stecken. Ebenfalls komisch waren die Sichtlinien einiger Einheiten, die sogar durch Häuserblocks schießen konnten, obwohl sie eigentlich keine Sicht auf die Gegner hatten.
Diese Fehler sind uns nur in der Einzelspielerkampagne aufgefallen und nicht im Mehrspielermodus. Die genannten Probleme können via Patch bis zum Release oder zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich noch ausgebessert werden. Da sich das Balancing der Einheiten in den nächsten Wochen und Monaten stark durch den Ranglistenmodus verändern wird, ist hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Wir sind uns sicher, dass Tempest Rising Bestnoten erreichen kann, sobald die Ungereimtheiten verschwunden sind.










FAKTEN
| Release Termin: | 24. April 2025 |
| USK: | Unbekannt |
| Genre: | Echtzeit-Strategie |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Slipgate Ironworks |
| Publisher: | 3D Realms, Knights Peak |
| Erhältlich für: | PC |

Fazit
Tempest Rising
Die Spielelemente und die Aufmachung von »Tempest Rising« fühlen sich für uns alte Command & Conquer Veteranen sofort vertraut und intuitiv an. So gut, dass wir während unseres Tests sogar ab und zu vergessen haben, dass »Tempest Rising« gar kein Nachfolger der beliebten Westwood-Spielreihe ist. Die Missionen der zwei rivalisierenden Fraktionen sind abwechslungsreich und gut inszeniert. Der Soundtrack, die kurzen Zwischensequenzen und die gut gemachten Briefings schmücken das Setting rund um die teils über zwei Stunden langen Missionen gut aus. Die Zähigkeit der Einheiten und die Darstellung der Feuergefechte sind gut ausgeklügelt und geben uns genügend Zeit zu reagieren, wenn wir mal außerhalb der Sichtweite unserer ins Gefecht verwickelten Truppen sind. Doch neben all dem Lob gibt es auch Kritik, denn die Wegfindung der Einheiten machte uns hier und da Probleme. Auch die Sichtlinien scheinen bei manchen Höhenunterschieden oder Gebäuden nicht richtig zu funktionieren. Wie bereits erwähnt können diese Probleme mit den kommenden Patches leicht behoben werden. Wer ein solides Echtzeit-Strategiespiel sucht, ist mit »Tempest Rising« genau an der richtigen Adresse, vor allem bei diesem fairen Release-Preis.
Pro
- Cooles Design von Charakteren und Fahrzeugen
- Gutes Basebuilding im Stil von Command & Conquer
- 22 Missionen in der Einzelspielerkampagne
- 2 spielbare Fraktionen
- Toller Soundtrack
- Songs können während Missionen über Jukebox geändert werden
- Abwechslungsreiche Schlachtfelder
- Kampagne mit vier Schwierigkeitsgraden
- 9 Mehrspielerkarten für bis zu 4 SpielerInnen
- Ranglistenmodus zum Launch
- Fairer Release-Preis
Contra
- Wegfindung von Einheiten manchmal fehlerhaft
- Einheiten der Infantrie nicht klar zu unterscheiden
- Keine Taste für schnelles Aufteilen von Einheiten bei Flächenangriffen
- Snipereinheit ignoriert Hindernisse wie Gebäude (fehlerhafte Sichtlinie)
Letzte Worte
- Wie früher, nur anders - top!













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