The Last of Us Part II erschien circa ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung der PlayStation 5. Fast dreieinhalb Jahre später kommt mit The Last of Us Part II Remastered endlich die überarbeitete PlayStation-5-Version des Spiels auf den Markt. Wir analysieren in unserem Test, was sich im Vergleich zur damaligen PlayStation-4-Version verbessert und was der neue Roguelike-Überlebensmodus »No Return« auf dem Kasten hat.
Dieser Test ist ein Update zu unserem sehr ausführlichen Test von 2020, der sich mit der ursprünglichen Version für die PlayStation 4 beschäftigt.
Die Clicker sind wieder da!

Die Geschichte von The Last of Us Part II setzt einige Jahre später nach den schrecklichen Ereignissen mit den Fireflys an. Wir befinden uns nun in Jackson Wyoming, in einer großen Siedlung, in der fast schon ein wenig die Illusion von Friede-Freude-Eierkuchen aufkommt. Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Ellie, die jetzt mit ihren 19 Jahren mit beiden Beinen im Leben steht und sich tatsächlich an das Zusammenleben mit ihren vielen Mitmenschen gewöhnt hat.
»Trotz der jahrelangen Routine läuft eine dieser Standardmissionen gewaltig aus dem Ruder und auf einen Schlag verändert sich Ellies Leben komplett.«
Dank Ellies Kampferfahrungen aus der Vergangenheit ist sie zusammen mit ihren Kolleg*innen regelmäßig auf Erkundungstour, um neue Ressourcen und Überlebende zu finden. Trotz der jahrelangen Routine läuft eine dieser Standardmissionen gewaltig aus dem Ruder und auf einen Schlag verändert sich Ellies Leben komplett. Ab hier sind wir wieder, wie aus den Vorgängern gewöhnt, auf uns allein gestellt und kämpfen uns durch das verwilderte Umland von Seattle.
Grafikvergleich: Original PS4 (2020) und Remastered PS5 (2024)


Die Grafik von The Last of Us Part II Remastered auf der PlayStation 5 unterscheidet sich leider nur gering von der ursprünglichen Version auf der PlayStation 4. Der Hauptunterschied beider Versionen liegt in der Auflösung, der Bildwiederholrate und den Ladezeiten. Dabei läuft die Remastered-Version im Render-Modus »Leistung« flüssig auf 60 FPS und lädt dreimal schneller als der Vorgänger vom Savegame in das Spielgeschehen.
Der optionale Wiedergabetreue-Modus, der das Spiel auf eine 4K-Auflösung hochskaliert, findet bei uns leider keinen so großen Anklang, da dieser Modus nur mit schlappen 30 FPS daherkommt. Optisch gibt es zwar in 4k hier und da schärfere Schriftzüge und feinere Darstellungen in der Ferne, doch die starke Einschränkung in der Performance macht diese Einstellung leider uninteressant.
Sehr positiv aufgefallen sind uns die wenigen und unauffälligen Pop-ups wie zum Beispiel plötzlich erscheinende Grasbüschel im näheren Sichtfeld der Spielfigur. Diese doch oftmals störenden Pop-up-Erscheinungen waren auf der PlayStation 4 noch deutlich häufiger vorzufinden.
Technische Neuerungen

Eines ist ganz klar, bei The Last of Us Part II Remastered handelt es sich nicht um eine 0815-Remastered-Version, die dem Endverbraucher nochmals unnötig Geld aus den Rippen leiern möchte. Das überarbeitete Spiel kommt mit massig neuem Bonusmaterial und zusätzlichen Spieloptionen daher.
Für alle Besitzer*innen der PlayStation-4-Version gibt es für 10 Euro ein günstiges PS5-Upgrade zu erwerben, was ebenfalls ein nettes Angebot ist. Des Weiteren ist The Last of Us Part II Remastered kein erneuter Vollpreistitel, sondern kostet ca. 50 Euro, was für den Umfang sehr fair bemessen ist und erst recht punktet, wenn man dieses packende Abenteuer noch nicht besitzt.

Unter dem Menüpunkt »Verlorene Level« können drei bisher nicht veröffentlichte Spielabschnitte gespielt werden, die aus dem damaligen Release-Titel herausgeschnitten wurden. Diese Level sind optional mit Entwicklerkommentaren ausgestattet und geben noch mehr Einblick in die Entwicklung von The Last of Us. Neu ist auch die Funktion »Sprache zu Vibration«, welches den DualSense Wireless-Controller im Klang der Sprache vibrieren lässt.

Eine witzige Spielerei ist der Modus, bei dem wir eine Gitarre unabhängig von der Spielgeschichte spielen dürfen. Dabei lassen sich Instrumente, Charaktere und Hintergründe einstellen, die wir aus dem Hauptspiel und dem neuen Roguelike-Überlebensmodus freigeschaltet haben.
Durch Wischen auf dem Touchpad und dem Anwählen der Akkorde via Analog Stick dürfen wir in die Saiten hauen. Wer die passenden Griffe kennt und schnell genug ist, kann hier sicherlich den ein oder anderen bekannten Song nachspielen.

Wer nicht genug von The Last of Us Part II Remastered bekommt, der hat nun die Möglichkeit, sich im spieleigenen Speedrun-Modus nochmals zu fordern.
Und damit sich nicht jeder neue Spieldurchlauf gleich anfühlt, lassen sich mit Bonuspunkten, die es für bestimmte Herausforderungen gibt, neue Outfits und Waffenskins freischalten – die Retro T-Shirts mit den alten Spielelogos von Naughty Dog sind ein echter Hingucker.
Roguelike-Überlebensmodus

Wer das packende Hauptspiel bereits durchgespielt hat, sollte einen Blick auf den neuen Roguelike-Überlebensmodus namens »No Return« werfen. In diesem überraschend umfangreichen Spielmodus treten wir mit unterschiedlichen Charakteren an, um sechs anspruchsvolle und immer unterschiedlich generierte Überlebensmissionen in Folge zu meistern. Die Abwechslung in diesem Modus kommt hauptsächlich durch die wechselnden Gebiete und den verschiedenen Modifikationen zustande.

Die einzelnen Gebiete dieses Roguelike-Überlebensmodus spielen sich ähnlich wie die kampforientierten Umgebungen des Hauptspiels. Wir sammeln Ressourcen, basteln nützliches Zubehör und schalten einen Gegner nach dem anderen aus. Während eines Durchlaufs können zwischen den Gebieten, im sicheren Unterschlupf, Charakter- und Waffenupgrades hergestellt werden, die uns für folgende Begegnungen stärken.

Wer es schafft bis zur letzten Mission an der Pinnwand durchzuhalten, muss sich am Ende einem fordernden Bosskampf stellen. Wir haben für einen erfolgreichen Run, bestehend aus 6 einzelnen Missionen, auf dem mittlerem Schwierigkeitsgrad, etwa eine Stunde benötigt, was dem Spiel nochmals etliche zusätzliche Spielstunden verleiht.
FAKTEN
| Release Termin: | 19. Januar 2024 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Naughty Dog |
| Publisher: | Sony Interactive Entertainment |
| Erhältlich für: | PlayStation 5 |

Fazit
The Last of Us Part II Remastered
Die Remastered-Version von »The Last of Us Part II« auf der PlayStation 5 ist aktuell die beste Wahl, dieses beeindruckende Spiel zu spielen. Das Bonusmaterial wie die drei »Lost Level« inklusive Entwicklerkommentare und der gut durchdachte Roguelike-Überlebensmodus sorgen für viele weitere Spielstunden im Universum von »The Last of Us«. Wer sich als Neueinsteiger*in mit »The Last of Us Part II Remastered« an die Spielreihe herantastet, braucht keine Angst zu haben, denn stimmige Rückblicke, gute Tutorials und fantastische barrierefreie Optionen sorgen für ein sehr einsteigerfreundliches Spielerlebnis. Dieses Spiel bleibt auch mit der neuen Version auf der PlayStation 5 ein absolutes Meisterwerk und das zu einem sehr fairen Preis.
Pro
- Spannende Geschichte
- Realistische Bewegungen dank sehr gutem Motion-Capture
- Sehr gute deutsche Synchronisation
- Roguelike-Überlebensmodus »No Return«
- Umgebungen sehr detailreich und atmosphärisch
- Mehrere Spielstile möglich (Stealth- & Action-Gameplay)
- Gitarren-Minispiel
- Unterhaltsames Making of zum Spiel
- Verbesserte Grafik
- Sehr zugängliche Steuerung (viele Barrierefreie Optionen)
- PS4-Version kann kostengüstig für PS5 aufgewertet werden
- Fairer Release-Preis
Contra
- Sehr viele Sammelobjekte stören die Atmosphäre
- Wenig neue Charaktere
- Optionaler Render-Modus mit 4K und 30 FPS kein Fortschritt
Letzte Worte
- Diese packende Handlung und ihre Erzählweise ist etwas ganz Besonderes.













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