TEST: Stray – Ein bildgewaltiges Abenteuer nicht nur für Katzenfans
Die Streuner sind los! Direkt zu Spielbeginn erwachen wir als süße kleine rothaarige Katze im grünen Dickicht und schmusen und kuscheln mit drei Stubentiger-Weggefährten in den Tag. Auf einer Erkundungstour mit unseren haarigen Verbündeten klettern wir über Stock und Stein, schlüpfen durch enge Gänge und balancieren über dünne Geländer. Aber dann, an einer kniffeligen Sprungpassage über einige rostige Abwasserrohre, verlieren wir plötzlich den Halt und rutschen in eine dunkle, ungewisse Tiefe.
Unten angekommen, in einer total verschmutzten Kanalisation, lässt sich nichts weiter erblicken als Müll. Nur gut, dass Katzen bei ihren abenteuerlichen Stürzen meist glimpflich davon kommen, denn so stehen wir nach nur wenigen Sekunden wieder auf allen flauschigen Vieren! Wo sind wir hier nur gelandet und werden wir unsere schnurrenden Katzenfreunde jemals wieder sehen?
Den richtigen Riecher haben

Normalerweise würde ich an dieser Stelle im Testbericht etwas über das Entwicklerstudio von Stray und dessen bereits veröffentlichten Spiele berichten, doch über das Studio BlueTwelve gibt es bisher leider noch nicht so viel zu erzählen, außer das es ein kleines französisches Studio voller Katzenfans ist. Aber eins sei gewiss, wenn ein Studio gleich mit so einem Riesenerfolg durchstartet, dürfen wir uns sicherlich auch in den nächsten Jahren über tolle Spiele von BlueTwelve freuen.
(Mi)st, (Au)sgerutscht!

Weit weg von unseren Katzenfreunden schlängeln wir uns durch spärlich beleuchtete Gassen und erkunden die leblose Geisterstadt um uns herum. Immer wieder stoßen wir auf leuchtende orangefarbene Neonschilder und altmodische Monitore mit Pfeilen und Katzensymbolen darauf, die uns scheinbar einen Weg zeigen wollen. Folgen wir dieser Spur aus digitalen Brotkrumen, gelangen wir in die Wohnung eines verstorbenen Wissenschaftlers, der sein Bewusstsein vor langer Zeit in das Netzwerk hochgeladen und uns mit all den digitalen Hinweisen zu sich gelotst hat.

Nach einem kurzen Rätsel gelingt es uns, dieses Bewusstsein in eine kleine, fliegende Drohne hochzuladen, die uns ab jetzt mit Informationen zu unserem Umfeld versorgt und alte Erinnerungen mit uns teilt. Wie sich herausstellt, ist die Menschheit scheinbar vor vielen Jahren ausgestorben und nur die Roboter, die damals mit einfachen Wartungsarbeiten beschäftigt waren, haben überlebt. Diese sehr sympathischen Roboter haben menschliche Gewohnheiten adaptiert und leben seither in friedlicher Gemeinsamkeit unter einer riesengroßen Schutzkuppel zusammen.
Vorsicht nicht Abk(r)atzen

Auch wenn Stray manchmal mehr eine Katzensimulation als ein Action-Adventure ist, lebt es sich in den Tiefen der von Robotern belebten Stadt nicht gerade ungefährlich. Eine bösartige Parasitenart Namens Zurks frisst sich binnen Sekunden durch alles, was ihnen in den Weg kommt. Die aus eierartigen Behausungen schlüpfenden Zurks wirken fast wie eine Miniversion der aus Half-Life (Ego-Shooter von Valve) bekannten Headcrabs. Diese kleinen, aber eher niedlich aussehenden Biester sind zu unserem Vorteil nicht die schlauste Spezies unter der Kuppel und so lassen sich die einäugigen Viecher doch relativ leicht abschütteln, sobald wir die Pfoten in die Hand nehmen.

Der Schwerpunkt von Stray liegt im Erkunden der wunderschön gestalteten Umgebung und deren Bewohner. Hin und wieder werden wir mit kleinen Rätselaufgaben beschäftigt oder liefern Gegenstände von Roboter zu Roboter, doch das Hauptziel des Spiels ist es, aus dieser dunklen Stadt zu entkommen.
Release Termin:
19. Juli 2022
USK:
ab 12 Jahren
Genre:
Action-Adventure
Spieltyp:
Einzelspieler
Entwickler:
BlueTwelve Studio
Publisher:
Annapurna Interactive
Erhältlich für:
PlayStation 4
PlayStation 5
PC
Fazit
Stray
Stray ist leider nur ein kurzes Katzenabenteuer von ca. 5 Stunden, die gerne noch etwas mehr hätten sein dürfen, denn so einem niedlichen Protagonisten möchte man doch gerne mehr Aufmerksamkeit schenken. Apropos Aufmerksamkeit, dies bringt mich direkt zu meinem größten Kritikpunkt, dem fehlenden Fotomodus. Das ist zwar nur etwas Katzengejammer, aber ein echter Katzenfan möchte eben auch die schönsten Momente mit seinen Vierbeinern teilen können. Stray als Erstlingswerk von BlueTwelve Studio zeigt eine fantastische Spielwelt, die jeder Stubentiger-Fan sicher gerne erkundet. Was mir besonders gut gefällt ist das instinktive Adaptieren der typischen und teils zerstörerischen Eigenschaften einer Katze. So spielen wir gerne den friedlichen Robotern den ein oder anderen Streich, stürzen uns in ordentlich aufgestellte Gegenstände, hinterlassen Kratzspuren oder farbige Tatzenabdrücke und das völlig ohne Eingabeaufforderung im Spiel - und sind wir doch mal ganz ehrlich, wer kann dieser süßen Katze schon böse sein?
Pro
- außergewöhnliche Spielwelt zu erkunden
- süße Katze als Spielfigur
- Roboterdesign der NPCs sehr gut gelungen
- spannende Kurzgeschichte
- Rätsel und Sammelobjekte
- stimmiger Soundtrack
- viele Easter Eggs
- fairer Release-Preis
Contra
- Maus- und Tastatursteuerung mit Schwächen
- Kein Fotomodus!
- kleinere Performance-Ruckler in vereinzelten Szenen (wird bereits gepatched)
- Kameraführung manchmal etwas seltsam
- kurze Spielzeit von ca. 5 Stunden
- Wiederspielbarkeit kaum vorhanden
Letzte Worte
- Dieses Spiel ist wie Katzenminze - Widerstand zwecklos!












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