Im September haben wir euch SILENT HILL: Townfall in unserer ausführlichen Vorschau vorgestellt und euch vorgeschwärmt, wie atmosphärisch der Survival-Horror von Screen Burn ist. In unserem Test zu SILENT HILL: Townfall verraten wir euch, ob die Neuinterpretation der legendären Silent-Hill-Formel auch in dieser Geschichte aufgeht.
Auch diesmal präsentieren wir unseren Test natürlich so spoilerfrei wie nur möglich, damit ihr selber das packende Spielerlebnis in vollen Zügen genießen könnt.
Gefangen im Nebel

Wie in unserer Vorschau bereits berichtet, spielt sich SILENT HILL: Townfall nicht in der gewohnten Third-Person-Perspektive sondern aus der Sicht der Ego-Perspektive. So sind wir oftmals näher am Geschehen als uns lieb ist, denn bei dieser fotorealistischen Grafik, inklusive dem beeindruckenden Detailgrad, kann man die Umgebungen fast erfühlen.

Zu Spielbeginn übernehmen wir die Rolle des Simon Ordell (Schauspieler: Jovan Adepo, unter anderem bekannt aus der TV Serie 3 Body Problem) und durchstreifen mit ihm das kleine, sehr rätselhafte schottische Städtchen St. Amelia. Typisch für ein Silent Hill, ist die Umgebung in so dichten Nebel gehüllt, dass wir nur schemenhaft Dinge in der Ferne erkennen können. Die Geschichte des Spiels ist am Anfang noch sehr mysteriös: Warum sind wir eigentlich hier, was ist unsere Aufgabe und warum wirkt St. Amelia wie eine Geisterstadt?
Horror bis ins kleinste Detail

Der Detailgrad und die Texturqualität der Umgebungen sind unglaublich. Das fällt zum Beispiel auf, wenn wir uns Plakate, Notizen oder einfach das Innenleben eines Schrankes oder einer Schublade genauer ansehen. SILENT HILL: Townfall spielt im Jahr 1996 und die liebevoll ausgestatteten Räume und Umgebungen spiegeln diese Zeit perfekt wieder. Die Geräuschkulisse des Spiels muss sich ebenfalls nicht verstecken, denn oftmals entsteht die kribbelige Gänsehaut auf unseren angespannten Unterarmen schon lange bevor wir den eigentlichen Schockmoment in St. Amelia erleben.

Ein Horrorerlebnis der anderen Art werden sicherlich neue Generationen erfahren, wenn sie die im Spiel integrierte Hardware der 90er-Jahre benutzen müssen, denn die Entwickler von Screen Burn haben sogar passend alte Telefone, Tonbandgeräte und Computer in das Survival-Horror-Erlebnis eingebaut. Ja, so umständlich war das damals alles! Besonders geschmunzelt haben wir an einer Stelle des Spiel, bei der wir drei Floppy-Disketten in ein Laufwerk einlegen mussten, um ein einfaches Schwarz-Weiß Foto ausdrucken zu können.
Spielelemente von SILENT HILL: Townfall
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von SILENT HILL: Townfall, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
St. Amelia erkunden

Die kleine schottische Küstenstadt St. Amelia ist wunderbar detailreich ausgestattet und präsentiert sich in der Blütezeit der 90er-Jahre. Schmale Gassen, verlassene Läden und dichte Nebelschwaden dominieren das Gesamtbild. Allein die düstere Atmosphäre dieser Kleinstadt sorgt bereits für Gänsehaut, und das sogar ganz ohne Einfluss jeglicher Monster. Um die Orientierung nicht zu verlieren, helfen uns Karten und persönliche Notizen.
Rätsel lösen

Die komplexen und sehr kreativen Rätsel von SILENT HILL: Townfall sind das Highlight dieses Survival-Horrors. Um sie zu lösen müssen wir die Areale sehr aufmerksam und ganz genau untersuchen, um jedes kleinste Detail zu finden und für die Lösungen in Betracht zu ziehen. Leider verändern sich die Rätsel in diesem Abenteuer nicht mit dem Umstellen des Schwierigkeitsgrades.
Horror überleben

Die Ressourcen zur Heilung von Wunden, Nahkampfwaffen und Munition sind stark limitiert, was die Gegner zu echten Hindernissen macht. Diese wandern, schleichen oder rennen umher und attackieren uns, sobald wir in ihr Sichtfeld gelangen. Da sich das Angreifen und Blocken mit den wenigen Nahkampfwaffen, die sich obendrein sehr schnell abnutzen, vage anfühlt, empfiehlt es sich oftmals, kampflos an ihnen vorbei zu schleichen.
Geschichte erleben

Die spannende Geschichte von SILENT HILL: Townfall startet mit sehr vielen Fragezeichen, wird aber nach und nach in kleinen informativen Häppchen preisgegeben. Es gibt leider sehr wenige Begegnungen mit anderen Charakteren. Zwar werden einige textlich erwähnt, tauchen in den Zwischensequenzen aber nicht auf. Vieles müssen wir uns selbst ausmalen.
Rätsel der Extraklasse

Besonders gut haben uns die komplexen Rätsel des Spiels gefallen. Hier müssen oftmals mehrere Bilder/Situationen analysiert und Zahlen kombiniert werden. Rätselhafte Drehscheiben, alte Hardware, Zahlenschlösser und das Kombinieren von Gegenständen im Inventar gehören zur Tagesordnung in SILENT HILL: Townfall. Wären einige Passagen des Spiel nicht gar so zäh, würden wir uns sofort erneut in die Rätsel stürzen, doch leider passen sich die Knobeleien dem Schwierigkeitsgrad nicht an und bleiben unverändert.
Neue Perspektive als Gamechanger

Mit SILENT HILL: Townfall schlägt Konami mit seiner altbewährten Survival-Horror-Reihe eine neue Richtung ein. Townfall bietet mehr Immersion durch den Wechsel auf die Ego-Perspektive. Dieser schottische Fiebertraum ist realistischer denn je und präsentiert sich mit einer Spielzeit von ca. 10 Stunden. Wer Lust auf eine einzigartige Atmosphäre und absolut gelungene Rätsel hat, und die vielen langsamen Schleichpassagen nicht scheut, ist mit diesem Titel aus dem Hause Screen Burn genau an der richtigen Adresse.






FAKTEN: SILENT HILL: Townfall
| Release Termin: | 24. September 2026 |
| USK: | Ab 16 Jahren |
| Genre: | Survival-Horror |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Screen Burn |
| Publisher: | Konami |
| Erhältlich für: | PC, PlayStation 5 |

Fazit
SILENT HILL: Townfall
»SILENT HILL: Townfall« ist kein Silent Hill, wie wir es von den Vorgängern kennen, auch wenn es der typischen Formel folgt. Allein die Ego-Perspektive sorgt im Vergleich zu den Vorgängern für ein komplett neues Spielgefühl. Diese neue Silent-Hill-Erfahrung ist überraschend gut gelungen, und wir haben kein einziges Mal darüber nachgedacht, wie sich Townfall wohl aus einer Third-Person-Perspektive spielen würde. Die Ortung der Gegner mithilfe des tragbaren Mini-TVs und des Pagers ist ein gelungenes Spielelement und fügt sich gut in die Formel ein. Technisch überzeugt das Spiel mit einer fantastischen Grafik mit einem extrem hohen Detailgrad. Leider sorgen die anspruchsvollen Kämpfe mit den vielen widerspenstigen Gegnern und die damit verbundenen trägen Schleichpassagen für einige frustrierende Spielmomente, denn nach zwei Treffern gehen uns bereits die Lichter aus. Wie auch schon in den Vorgängern gibt es mehrere mögliche Spielenden zu entdecken, die durch bestimmte Ereignisse im Spiel ausgelöst werden können. Für uns sind es die Rätsel, bei denen »SILENT HILL: Townfall« nochmals extra Punkte sammelt, denn die Kreativität und wie die Rätsel in die Spielwelt integriert wurden, ist sehr gut, ebenso wie die äußerst stimmige Soundkulisse.
Pro
- Fotorealistischer Detailgrad bis ins kleinste Detail
- Sehr gut konstruierte Rätsel
- Wechsel auf Ego-Perspektive sehr gelungen
- Stimmiges Charakter- und Monsterdesign
- Mehrere Spielenden möglich
- Stimmungsvoller Soundtrack
- Mehrere Schwierigkeitsgrade verfügbar
Contra
- Schleichpassagen zu träge
- Sehr linearer Aufbau der Level
- Kämpfe mit Gegnern anstrengend
- Fremdartige Zwischenwelten sehr nüchtern
- Keine Veränderung der Rätsel durch den Schwierigkeitsgrad
Letzte Worte
- Schottischer Fiebertraum mit beeindruckender Grafik und tollen Rätseln.











