Aloha! In Like a Dragon: Infinite Wealth schlüpfen wir erneut in die Rolle von Ichiban Kasuga (Yakuza: Like A Dragon) und machen uns auf nach Hawaii. Wir haben für euch das Inselleben vorab in vollen Zügen ausgekostet und berichten hier von unserem Spielerlebnis auf der wohl bekanntesten Vulkaninsel der Welt – das alles gibt es bei uns wie gewohnt völlig Spoilerfrei.
Studio mit Spielspaßgarantie

Wie zuvor im Test zu Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name berichtet, ist Ryu Ga Gotoku ein japanisches Entwicklerstudio, welches seinen Sitz in Shinagawa hat und seit 1998 bereits mehrmals umstrukturiert und umbenannt wurde.
Erst seit 2011 ist das Studio Ryu Ga Gotoku, was auf Deutsch so viel wie »wie ein Drache« heißt, ausschließlich mit der Entwicklung der Yakuza-Spiele beschäftigt. Like a Dragon: Infinite Wealth ist der 14. Titel der beliebten Yakuza-Reihe.
Das Lotterleben eines Ex-Yakuza

Unser Abenteuer mit Ichiban Kasuga beginnt anders als gedacht, denn wir befinden uns an einem Schreibtisch der Arbeitsvermittlung von Hello Work. Doch nicht etwa als Arbeitssuchender, sondern als Teilzeitangestellter mit dem Spezialgebiet ehemalige Yakuza-Mitglieder wieder in das soziale System Tokios einzugliedern.
Doch wie es das Schicksal für unseren Wuschelkopf vorherbestimmt hat, soll dieser anständige Job nicht von langer Dauer sein. Ein Skandalvideo im Internet über unseren Helden sorgt für eine baldige Entlassung – doch was ist dran an dieser Gerüchteküche, die sich rund um Ichiban Kasuga zusammenbraut?
Arbeitslos und ohne Plan bekommen wir einen Auftrag eines alten Bekannten, der uns mitteilt, dass sich die Mutter von Ichiban Kasuga auf Hawaii befindet. Kurzerhand packen wir unsere sieben Sachen und ab geht es zum 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Allerdings ist auf der tollen Urlaubsinsel Hawaii nicht alles eitel Sonnenschein.
Von wegen Urlaub!

Like a Dragon: Infinite Wealth bietet eine gewaltige und sehr vielfältige Spielwelt, eine dramatische Geschichte rund um die Vergangenheit von Ichiban Kasuga und typischerweise jede Menge total abgedrehter Nebenmissionen.
Das rundenbasierte Kampfsystem funktioniert einwandfrei und die 18 verschiedenen Klassen (Job-System) sorgen auch nach mehr als 50 Stunden immer noch für ansprechende Kämpfe.
Neben den Charaktereigenschaften, die pro Job-Stufe ansteigen, gibt es auch unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände, die uns im Kampf noch stärker dastehen lassen. Diese Gegenstände können entweder eingekauft oder sogar hergestellt werden, vorausgesetzt, man besitzt die richtigen Ressourcen.
Cosplay und schlagkräftige Freundschaften

Wer es sich besonders einfach machen möchte, kann die spieleigene KI für sich kämpfen lassen und zusehen, wie die chaotischen Teilzeitgangster aus Hawaii mit witzigen Combos und Quicktime Events vollautomatisch von unserer Cosplay-Party vermöbelt werden.
Bei schwereren Gegenüberstellungen dürfen wir mit den im Spiel verdienten Moneten sogenannte Poundmates via App vom Ingame-Smartphone aus als Hilfe rufen.

Diese extrem starken Unterstützer sind vergleichbar mit mächtigen Beschwörungen aus diversen anderen JRPGs. Die rundenbasierten Kämpfe sind extrem gut ausgeklügelt und lassen massig Raum für Kreativität in den Spielzügen. Selbst Kollisionen unter den Gegnern verursachen zusätzlichen Schaden. Da ist man immer bemüht, sich bestmöglich aufzustellen.
Taschengangster-Sammelwahnsinn

Das »Sujimon- Minispiel«, bei dem wir Gangster nach erfolgreichen Begegnungen einfangen oder durch das interne Gatcha Game als Zufallsbelohnung aus dem Automaten ziehen, ist vergleichbar mit einem Pokémon-Spiel.
In diesem Modus werden einzelne KämpferInnen herangezüchtet, weiterentwickelt und als Arbeitskräfte auf unserer Insel eingebunden – dazu später aber mehr.

Ein Sujimon-Kampf ist immer eine direkte Gegenüberstellung aus drei elementbasierter Ganoven, die mit Standard- und Spezialangriffen dem gegnerischen Team einheizen.
Entscheidend für den Erfolg eines Sujimon-Kampfes ist die Positionierung unserer Schlägertruppe, denn es sollten sich immer die anfälligsten Elemente gegenüberstehen. Wie bei Pokémon gibt es anspruchsvolle Trainer und Arenen, in denen wir uns einen Orden abholen können.
Reif für die Insel

An Spielumfang mangelt es dem neuesten Ableger der Like-a-Dragon-Reihe absolut nicht, denn mit Dodoko Island ist quasi noch ein weiteres Spiel im Spiel enthalten – ein sehenswerter Animal-Crossing-Klon, in dem wir eine unscheinbare Insel zu einem attraktiven Sterne-Resort ummodeln.
Selbstverständlich ist auch hier der Ärger vorprogrammiert, denn die abgelegene Insel hat ein ernsthaftes Müllproblem. Eine gemeine Piratenbande treibt dort ihr Unwesen und hat die einst idyllische Insel in eine riesengroße Müllhalde umgestaltet.
»Jeden Tag müssen wir unser Gebiet verteidigen und die Insel verschönern, um am Schluss vielleicht zu einem angesehenen Sterne-Resort aufzusteigen.«
Wir stellen im Do-it-Yourself-Style alles selber her, vom einfachen Möbelstück bis hin zu mehrstöckigen Gebäuden. Die dafür benötigten Materialien finden wir am Strand, durch das Abholzen von Bäumen und Zerschlagen von Felsen. Doch der größte Anteil an Ressourcen kommt durch den Abbau der Piratenmüllhalde, die wir nicht einfach so bekommen, ohne diverse Kämpfe auszutragen.
Jeden Tag müssen wir unser Gebiet verteidigen und die Insel verschönern, um am Schluss vielleicht zu einem angesehenen Sterne-Resort aufzusteigen. Gelingt uns dies, dürfen wir zahlungskräftige UrlauberInnen beherbergen und uns nach und nach eine goldene Nase verdienen.
SEGA Klassiker

Auch dieses Mal gibt es wieder einige alte SEGA Klassiker als Arcade-Unterhaltung im Spiel. Mit dabei sind unter anderem Brass Fishing und Virtua Fighter. Einige dieser Spiele können direkt aus dem Startmenü gestartet und gegen unsere Freunde im Couch-Koop-Modus gespielt werden.
FAKTEN
| Release Termin: | 26. Januar 2024 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure, Rollenspiel |
| Spieltyp: | Einzelspieler, Minispiele: 2 Spieler |
| Entwickler: | Ryu Ga Gotoku Studio |
| Publisher: | Sega |
| Erhältlich für: | Playstation 4 PlayStation 5 PC Xbox One Xbox Series |

Fazit
TEST: Like a Dragon: Infinite Wealth
Ich spiele die Yakuza-Spiele nun seit einigen Jahren und kann mich immer wieder an der witzigen und gleichzeitig spannenden Inszenierungen erfreuen. Auch in »Like a Dragon: Infinite Wealth« gibt es wieder eine spannende Handlung zu verfolgen und die Charaktere sind sogar noch abgedrehter als üblich. Da die alte Yakuza-Geschichte durch die Auflösung der Clans nun langsam ein Ende findet, bietet sich »Like a Dragon: Infinite Wealth« besonders gut für NeueinsteigerInnen der Spielreihe an, denn in diesem Spiel treffen wir hauptsächlich auf neue Charaktere. Ich habe zwar etwas Heimweh nach den üblichen Gebieten wie Kamurochō und Yokohama, erfreue mich aber ebenso an dem hawaiianischen Neuland, welches es großflächig zu erkunden gilt. Die neue Spielwelt schaut nicht nur gut aus, sie ist auch wieder prall gefüllt mit vielseitigen Aktivitäten, da fällt auch der eine oder andere Übersetzungsfehler in den deutschen Untertiteln nicht besonders ins Gewicht. Besonders gut hat mir das durchdachte rundenbasierte Kampfsystem mit seinen vielen Klassenvariationen gefallen und sobald es an den Aufbau der eigenen Insel ging, schraubte sich die Spielzeit erst recht in die Höhe. Ich könnte aus meinen knapp 50 Spielstunden noch so viel über diese verrückte Spielwelt berichten, aber das wäre dann sicherlich nicht mehr Spoilerfrei.
Pro
- Spannende Geschichte um Ichiban Kasugas Vergangenheit
- 18 unterhaltsame Klassen (Job-System) spielbar
- Rundenbasiertes Kampfsystem ist sehr gut umgesetzt
- Spektakuläre Zwischensequenzen mit Quicktime Events
- Sehr viele Minispiele: Darts, Dating App…
- Sujimon Sammelspaß
- Alte Sega Klassiker spielbar
- Viele witzige Momente
- Das Hawaii-Szenario ist glaubwürdig umgesetzt
- Dondoko Island als Spiel im Spiel
- Crafting von Waffen und Ausrüstung
Contra
- KI gesteuerte Kämpfe (optional) funktionieren zu gut
- Einige Objekte auf der Insel beanspruchen mehr Raum als sie optisch benötigen, dies sorgt für ungewollte Kollisionen
- NPC-Sprüche etwas monoton
Letzte Worte
- Ein total verrücktes Inselabenteuer!












