In unserem Testbericht zu Marvel’s Wolverine, dem PlayStation 5 Exklusivtitel von Insomniac Games, den Machern von Marvel’s Spider-Man, könnt ihr nachlesen, wie sich das neue Superhelden-Abenteuer auf unserem Prüfstand behaupten kann. Wie immer präsentieren wir unseren Test so spoilerfrei wie nur möglich, damit ihr selber das spannende Spielerlebnis in vollen Zügen genießen könnt.
Filmreifer Start ins Abenteuer

Die ersten Spielminuten von Marvel’s Wolverine begeistern! Geballte Action, trockene Sprüche und aufregende Zwischensequenzen geben sich die Klinke in die Hand in diesem Marvel Action-Adventure, welches ganz ohne Open World auskommt. Dieses Wolverine Abenteuer setzt voll und ganz auf die brachialen Nahkampf- und Regenerationsfähigkeiten des kanadischen Superhelden James »Logan« Howlett, welcher übrigens 1974 aus der kreativen Feder von Len Wein (Autor), John Romita Sr. (Design) und Herb Trimpe (Künstler) entsprang.

Allerdings müssen wir schnell feststellen, dass Wolverine mit seinen ausfahrbaren Klauen aus Adamantium gegenüber anderen Mutanten und trainierten Fernkämpfern sehr limitiert ist. Sind wir allerdings mit dem haarigen Logan in der Reichweite eines Gegners angekommen, gibt es kein Halten mehr, was in diesem Fall auch für die Gliedmaßen der Gegner gilt.
Schade, dass viele durchaus spannende Kämpfe durch vordefinierte Scripte gesteuert werden. Das bedeutet, dass wir zwar das Gefühl haben einen Fortschritt im Kampf zu erzielen, das Spiel jedoch für uns entscheidet, wann dieser endet. So fühlen sich die packenden Materialschlachten leider nicht sonderlich belohnend an, da viele kein echtes Ende haben.
Vom Superhelden zum heldenhaften Praktikanten

Spoiler-Warnung: Wer sich durch den kompletten Handlungsstrang von Marvel’s Wolverine schnetzelt, wir leider relativ schnell feststellen müssen, dass die Teamkonstellation aus Logan und Jean mehr schlecht als recht funktioniert. Zirka ab der Hälfte der Geschichte, sobald Jean ihre Superheldenfähigkeiten besser kontrollieren kann, wirken wir als Wolverine fast schon nutzlos, denn was kann ein Nahkämpfer im Vergleich zu einem Omega-Level Mutanten mit telekinetischen Kräften ausrichten?

Nichtsdestotrotz sind die packenden Nahkämpfe gegen große Gegnergruppen gerade zu Spielbeginn sehr unterhaltsam. Durch perfekte Paraden und gut abgestimmte Ausweichmanöver laden wir sogar zusätzliche Spezialmanöver auf, die es Wolverine ermöglichen, gleich mehrere Gegner in den Tod zu reißen. Füllen wir Logans Rage-Meter, gibt es für Widersacher kein Entkommen mehr, denn ab hier reicht ein einfacher Knopfdruck und der Bildschirm färbt sich rot.
Spielelemente von Marvel’s Wolverine
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Marvel’s Wolverine, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne vorfinden möchtet:
Geschichte erleben

Die Stärke von Marvel’s Wolverine sind die vielen unterhaltsamen und aufwendigen Filmsequenzen, mit denen die Geschichte des Spiels untermalt wird. Da die Handlung mitten in Wolverines Werdegang startet und leider keinen Rückblick auf die Entstehung dieses Superhelden liefert, richtet sich dieses Abenteuer hauptsächlich an SpielerInnen, die gut mit dem Comic- und Film-Universum von Marvel vertraut sind.
Techniken lernen

Es ist zwar möglich Wolverine mithilfe der erlernten Techniken noch stärker werden zu lassen und so noch mehr Spezialattacken aneinander zu reihen, allerdings liegt Logans wahre Stärke darin, sich von allerlei Wunden zu erholen. Die Fähigkeit sich im Kampf vollständig zu regenerieren, ist in einem weiteren Skilltree vertreten und wird zum Beispiel durch Parieren oder dem Ausführen bestimmter Attacken weiter verstärkt.
Den Nahkampf meistern

Logans Kampfbewegungen als Wolverine sind sehr gut in Szene gesetzt. Mit seinen messerscharfen Klingen aus Adamantium geht es ab ins Getümmel aus Reavern, Ninjas und Robotern. Allerdings ist das Kämpfen ohne Fernkampfwaffe nicht immer fair, weshalb wir oftmals so schnell wie nur möglich zwischen unseren Zielen hin- und herwechseln müssen, was manchmal dazu führt, dass die Kamera nicht mehr folgen kann.
Herausforderungen bestehen

Einen zusätzlichen Anreiz, weitere nützliche und sogar austauschbare Fähigkeiten freizuschalten, bieten die Prüfungen der Albtraumtüren, welche in den einzelnen Kapiteln der Geschichte erscheinen. Diese Prüfungen bestehen aus einer bestimmten Anzahl an Gegnergruppen oder Hindernisparcours, die unter Zeitdruck zu meistern sind. Je besser wir abschneiden, desto mehr Punkte erhalten wir.
Es muss nicht immer Open World sein

Wechselnde Schauplätze sorgen für Abwechslung. In Marvel’s Wolverine besuchen wir mit unserem kanadischen Superhelden Gebiete in Tokio, Kanada und dem Inselstaat Madripoor. Die Umgebungen sind detailreich ausgeschmückt, aber leider sehr schlauchartig konstruiert. Es gibt zwar stellenweise Gebiete, die sich etwas weiträumiger erkunden lassen, diese sind aber leider rar gesät. Was uns auch nicht so gut gefallen hat: Viele Spielabschnitte sind leider sehr dunkel ausgefallen und machen so manche Kämpfe deutlich anstrengender.
Der Spielinhalt von Marvel’s Wolverine reicht für ca. 12 bis 20 Spielstunden, je nachdem, ob ihr euch schnell durch die Handlung prügelt, alle Outfits freischalten wollt oder PlayStation-Trophäen jagt.








FAKTEN
| Release Termin: | 15. September 2026 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Insomniac Games |
| Publisher: | Sony Interactive Entertainment |
| Erhältlich für: | PlayStation 5 |
Fazit
Marvel's Wolverine
»Marvel's Wolverine« ist verdammt brutal, und das nicht nur in den gnadenlosen Nahkämpfen, sondern auch in der leider sehr lückenhaften Erzählweise. Wer den Superhelden Wolverine nur von den X-Men kennt, wird bei dieser Marvel-Geschichte leider mit vielen unbekannten Fraktionen, Verbündeten und Widersachern konfrontiert, auf die nicht wirklich weiter eingegangen wird. Obwohl das Spiel zu Beginn der Handlung ein filmreifes Action-Feuerwerk abfeuert, trüben viele Gameplay-Wiederholungen und kleine Unstimmigkeiten in den Kollisionen/Interaktionen den Spielspaß. Beeindruckend ist jedoch, welche Grafikpracht Insomniac Games mit »Marvel's Wolverine« aus der PlayStation 5 herauskitzelt, denn die vielen Zwischensequenzen lassen uns hin und wieder sogar kurzzeitig vergessen, dass wir ein Spiel spielen. SpielerInnen, die sehr gut mit dem Marvel-Universum vertraut sind und Wolverines Krallen zum Glühen bringen möchten, die werden in diesem ca. 15-stündigen Action-Adventure sicherlich ihre helle Freude haben und das selbst ohne Open World.
Pro
- Beeindruckende Grafik
- Tolle Kampfanimationen
- Viele verschiedene Schauplätze
- Stimmungsvoller Soundtrack
- Viele freischaltbare Outfits
- Hoher Detailgrad mit zahlreichen Anspielungen an Marvel Filme und Comics
- Solide deutsche Synchronisation
- Gemeinsame Angriffe mit anderen Mutanten sehr unterhaltsam
Contra
- Geschichte funktioniert leider nur für Hardcore-Marvel-Fans
- Kollisionen und Interaktionen etwas hakelig
- Kaum Abwechslung im Gameplay
- Kameraführung in den Kämpfen nicht optimal
- Kämpfe fühlen sich nicht belohnend an
Letzte Worte
- Ein rasantes Abenteuer für echte Marvel-Fans.












