Wir haben die dreistelligen Jägerränge in Monster Hunter Wilds auf der PlayStation 5 erklommen, alle nennenswerten Rüstungsteile hergestellt, altbewährte Talismane aufgewertet und uns dem Glücksspiel der Endgame-Craftmechanik hingegeben. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt ein Fazit zu ziehen und euch unseren ausführlichen Testbericht zu Capcoms neuestem Monster-Hunter-Ableger zu präsentieren.
Monster mit Wetterlaune

Anders als in den bisherigen Monster-Hunter-Teilen spielt in Monster Hunter Wilds das Wetter ordentlich verrückt. Im verbotenen Land, welches diesmal der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, stehen wilde Wetterwechsel auf der Tagesordnung. In diesen Gefilden herrscht an einem Tag praller Sonnenschein, am nächsten tobt ein mächtiger Sandsturm und ein weiteres Mal schüttet es wie aus Eimern. Dieses launische Wettersystem sorgt nicht nur dafür, dass die Gebiete immer etwas anders aussehen, es lockt auch unterschiedliche Monster aus ihren Behausungen.
Was uns sofort beim Spielerlebnis auf der PlayStation 5 aufgefallen ist, das Wettersystem und die großen zusammenhängenden Jagdgebiete fordern der Hardware von Sony alles ab, denn öfter als einmal kommt es zu Rucklern und das, obwohl wir uns schon für die Leistungseinstellungen mit der Priorität auf die Framerate entschieden haben.
Des Weiteren bleibt leider eine Grafikpracht bei diesem Monster-Hunter-Titel aus, denn schon im nahen Umkreis ploppen hier und da Objekte auf und die teils matschigen Texturen sorgen für einen undefinierten Einheitsbrei auf größerer Distanz. Aber wie sagen wir Hardcoregamer immer so schön: Die Grafik eines Spiels ist nicht alles, es kommt auf das Gameplay an!
Autopilot auf Jagd eingestellt

Das Gameplay von Monster Hunter Wilds und besonders das Endgame im Online-Koop-Modus ist wie immer top und funktioniert größtenteils intuitiv. Die Waffenanimationen und das Schwachpunktsystem der Monster fühlen sich auch diesmal wieder sehr stimmig an. Es gibt 29 große und 18 kleine Monster zu jagen, dazu kommen weitere Herausforderungen mit hochrangigen Zielen, die im Endgame noch seltenere Ressourcen versprechen.
Zu den neuen Quality of Life Features gehören unter anderem die automatische Zielverfolgung, welche uns von ganz allein auf dem Rücken unseres Reittiers (Saikrii) zu der ausgewählten Beute führt, egal ob wir gerade ein Monster oder eine Ressource ausgewählt haben, und der neue Fokus-Modus, der es uns ermöglicht, sichtbare Wunden an einem Monster mithilfe eines Fadenkreuzes anzuvisieren und punktgenau zu attackieren. Haben wir ein Monster besiegt, müssen wir aber wie gewohnt unser Messerchen zücken und uns an dem Kadaver bedienen, um die Monstermaterialien zu erhalten.

Das macht die Jagd auf die begehrten Monster nicht nur wesentlich einfacher, sondern auch deutlich schneller. Im Schnitt sind wir fast doppelt oder gar dreimal so schnell mit dem Erlegen der schwersten Brocken als in den vorherigen Monster-Hunter-Spielen. Das neue Monster Hunter Wilds ist gerade für EinsteigerInnen ein guter Anfang in die Spielreihe, da weder viele Gegenstände noch spezielle Jagdtechniken benötig werden, um ein erfolgreicher Jäger zu sein. Es gibt zwar immer noch ein Zeitlimit in welchem eine Jagd abgeschlossen werden muss, aber das ist so großzügig bemessen, dass wir sogar noch optionale Ziele verfolgen können.
Spielelemente von Monster Hunter Wilds
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Monster Hunter Wilds, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Monster jagen

Typisch für die Monster-Hunter-Spielreihe ist das Erjagen von Monstern, die sich in durchnummerierten Jagdgebieten befinden. Mithilfe ihrer Materialien können wir neue Waffen und Rüstungen schmieden lassen. In Monster Hunter Wilds entfällt die Spurensuche komplett, denn mit einem Klick auf das gesuchte Monster auf der Karte dürfen wir via Autopilot auf unserem Reittier bis zu der gesuchten Beute reiten.
Materialien sammeln

Nicht nur Monsterteile werden für eine erfolgreiche Jagd benötigt, auch Nahrungsmittel, Pflanzen und weitere Materialien sind gefragt. Mit ihnen lassen sich Fallen, stärkende Speisen und heilende Tränke herstellen. Ein gut ausgerüsteter Jäger geht bereits mit einem halb vollen Inventar auf Beutefang, denn für jede Blessur gibt es ein passendes Mittelchen. Tipp: Mit Fallen gefangene Monster ergeben die bessere Beute.
Gebiete erkunden

In Monster Hunter Wilds erwarten euch 5 große Areale, eine Arena und ein kleiner Trainingsbereich. Jedes der Gebiete hat seine eigenen Anforderungen, bei denen ihr mal mit bitterer Kälte oder erbarmungsloser Hitze zurechtkommen müsst. Wer die Monster-Hunter-Spiele kennt, wird hier nicht auf Neuland stoßen. Alles ist altbewährt und funktioniert, wie man es aus den vorherigen Spielen kennt.
Rüstungen und Waffen herstellen

Nach dem Abspann ist noch lange nicht Schluss! Das Endgame von Monster Hunter Wilds bietet wie seine Vorgänger zig Auswahlmöglichkeiten, seinen Charakter für die Monsterjagd perfekt auszustatten. Mit zahlreichen Rüstungen und den unterschiedlichsten Waffentypen samt elementaren Schadensarten bietet das Arsenal für jeden Jäger die passende Ausstattung.
Etwas Katzenjammer zum Schluss

Das neue Monster Hunter Wilds wirkt in seiner Erzählung und in seiner Art, wie die Spielwelt präsentiert wird, deutlich erwachsener. Die Geschichte über den jungen Nata und das verbotene Land ist emotionaler erzählt, als Capcom das in seinen Vorgängern gepflegt hatte. Leider rückt bei so viel Ernsthaftigkeit die Aufmerksamkeit von den niedlichen Maskottchen und hilfreichen Begleitern, den katzenartigen Felyne, in den Hintergrund. So bereiten wir uns nun selbst mit einem spärlichen Campingkocher stärkende Gerichte zu und werden nicht mehr wie früher mit witzigen Kochsequenzen von supersüßen Kätzchen belustigt. Schade!










FAKTEN
| Release Termin: | 28. Februar 2025 |
| USK: | Ab 12 Jahren |
| Genre: | Action-Rollenspiel |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Capcom |
| Publisher: | Capcom |
| Erhältlich für: | PlayStation 5, PC, Xbox Series |

Fazit
Monster Hunter Wilds
Obwohl uns die emotionale Geschichte von »Monster Hunter Wilds« kaum berührt hat und die weitläufigen Gebiete eher für Performance-Einbußen sorgen, haben wir im Endgame von »Wilds« unsere helle Freude. Die Gebiete mit ihren unterschiedlichen Wetterphasen sind abwechslungsreich und machen den Endgame Grind deutlich unterhaltsamer. Hier dürfen wir in gewohnter Monster-Hunter-Manier viele verschiedene Skillungen spielen und das Min-Maxing unseres Spielecharakters auf die Spitze treiben. Wer bereits den ein oder anderen Monster-Hunter-Titel gespielt hat, findet sich sofort wieder heimisch. Leider gibt es aktuell noch etwas Probleme mit der Performance, so dass selbst im gleichnamigen Grafikmodus auf der PlayStation 5 mit Framerate Einbrüchen gerechnet werden muss. Dies kann aber noch mit einem nachträglichen Patch behoben werden. Wir freuen uns schon auf die regelmäßigen Updates und weitere Monster, die Capcom bereits angekündigt hat. Waidmannsheil.
Pro
- Große Waffenauswahl
- Viele Skillungen möglich
- Gutes 4-Spieler Koop Gameplay
- Toller Soundtrack
- Regelmäßige Updates und Events
- Große und abwechslungsreiche Gebiete
- Viele verschiedene Monster mit eigenen Kampfmechaniken
- Tolles Rüstungsdesign
- Sehr viele Individualisierungsmöglichkeiten
- Einsteigerfreundliches Gameplay dank Fokus Modus und Saikrii-Autopilot
Contra
- Extrem hardwarehungrig
- Kein zusätzlicher Spielmodus
- Schwache Handlung
- Menüführung könnte ein Update vertragen
Letzte Worte
- Nach dem Abspann gehts erst richtig los!













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