Wir haben Post Trauma auf den rushBfast-Prüfstand gepackt und die finstere Spielwelt für euch erforscht – was für ein wilder Retro-Höllentrip! Wir verfolgen die Entwicklung von Post Trauma seit Sommer 2024, wo wir den Entwickler Roberto Serra auf der gamescom am Stand von Raw Fury getroffen haben und bereits einen umfangreichen Einblick in das Horrorspiel erhaschen konnten.
Nächster Halt: Unterwelt!

In Post Trauma schlüpfen wir in die Rolle des U-Bahnschaffners Roman, der in einer seltsamen und extrem düsteren Zwischenwelt feststeckt. Mit ihm erkunden wir die dunklen Gänge einer U-Bahnstation, erforschen ein verlassenes Krankenhaus und stellen uns bösartigen Monstern, die uns nur allzu gerne den Garaus machen möchten. Nur mit einem Brecheisen, Hammer oder einer einfachen Schusswaffe in den Händen bahnen wir uns einen Weg durch die Finsternis.

Post Trauma erinnert vom Gameplay an Silent Hill und Resident Evil aus den 90er-Jahren, bei denen die Kameraperspektive noch statisch in einer Ecke des Raumes oder Gangs ausgerichtet war. Nur der kleine Lichtkegel einer Taschenlampe, die an Romans Hemd befestigt ist, schenkt uns Licht in dieser wirklich sehr finsteren Spielwelt.
Jump-Scares gibt es zum Glück keine, was aber nicht heißt, dass es am Gruselfaktor mangeln würde. Die eingeschränkten Blickwinkel und der gut abgestimmte Soundtrack verursachen oft genug Gänsehaut, so dass die Reise mit Roman niemals langweilig wird.
Spielelemente von Post Trauma
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Post Trauma, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Areale Erkunden

Die Areale sind groß genug, um sich regelmäßig zu verlaufen. Durch die wechselnde Kameraperspektive verlieren wir zwar oftmals die Orientierung, bekommen aber im Gegenzug mehr Atmosphäre. Hilfe gibt es in Form von Gebietskarten, die unseren aktuellen Standort markieren. In friedlichen Aufenthaltsräumen dürfen wir an einem Radio unseren Spielstand speichern. Auf dem Schwierigkeitsgrad Hard geht das aber nur mit einem Tape, wie damals in Resident Evil.
Kreaturen bekämpfen

Der einzige Schwachpunkt von Post Trauma ist das sehr schwammige Kampfsystem. Hierbei gehen unsere Schläge leider oftmals ins Leere. Auch die Schusswaffen garantieren keine sicheren Treffer, selbst wenn wir uns direkt vor dem Gegner befinden. Auch die Ausdauer von Roman im Kampf ist schnell erschöpft und sorgt so für noch mehr Chaos in den fummeligen Kämpfen. Zum Glück sind die Begegnungen mit düsteren Kreaturen überschaubar und einige von diesen Gegenüberstellungen sogar optional.
Rätsel lösen

Eines ist garantiert, die knifflig konstruierten Rätsel von Post Trauma haben es uns wirklich angetan. Teilweise saßen wir zu dritt vor dem Monitor und versuchten, die tollen und gut arrangierten Denksportaufgaben von Studio RED SOUL GAMES zu lösen. Bei diesen durchaus komplexen Rätseln helfen oft schnelle handgeschriebene Notizen ungemein, denn hin und wieder sind die Bestandteile, die für die Lösung benötigt werden, überall im Areal verteilt. Da kommt Retrofeelig auf.
Inventarmanagement

Ein gutes Inventarmanagement erspart uns zusätzliche Laufwege. Neben unserer Bewaffnung müssen in diesem kleinen Inventar noch Medikits, Munition und mehrere Questobjekte ihren Platz finden. Das kann schon mal zum kompletten Umbau des Inhalts führen, wenn wir mal wieder an unserer Lagertruhe im Ruheraum vorbeikommen. Mit einem Patch nach dem Release wurden die Dropraten von Heilung und Munition angehoben, welche nun für mehr Optionen im Kampf sorgen, aber auch mehr Mikromanagement von uns fordern.
Vor- und Nachteile einer statischen Kamera

Die statischen Kameraperspektiven, die einen Raum oder Gang aus einem bestimmten Winkel präsentieren, sind ein tolles und altbewährtes Stilmittel in Horrorspielen. In der Neuzeit ist diese Art der Präsentation leider fast komplett verloren gegangen. Zwar erschwert es uns die Steuerung, wenn wir uns im stetigen Wechsel von der Kamera entfernen bzw. auf sie zulaufen, doch diese tollen Perspektiven, wie sie uns Post Trauma beschert, bekommen wir nur so hin und nicht durch eine Kamera, die kontinuierlich über die Schulter einer Spielfigur blickt.
Post Trauma ist auf jeden Fall ein Spiel, dass auch nach Ende seines Abspanns Rätsel hinterlässt und noch länger nachhallt. Nach ca. 8 Stunden unterhaltsamer Spielzeit haben wir noch viel über Roman nachgedacht.








FAKTEN
| Release Termin: | 22. April 2025 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Horror |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | RED SOUL GAMES |
| Publisher: | Raw Fury |
| Erhältlich für: | PC |

Fazit
Post Trauma
»Post Trauma« erinnert an die guten alten Horrorspiele wie Silent Hill und Resident Evil aus den 90er-Jahren, bei denen die Kamerawinkel in den Räumen fest vorgegeben waren. Dieses doch eher selten gewordene Stilmittel schafft allerdings extrem viel Atmosphäre, da wir eben nicht immer alles perfekt einsehen können. Diese Kameraeinstellung rückt unseren Spielcharakter viel mehr in den Mittelpunkt und lässt uns als SpielerIn fast schon zum Beobachter werden, was in einem Horrorgenre sehr wirkungsvoll ist. Bis auf die schwammigen Kämpfe präsentiert sich das Erstlingswerk von RED SOUL GAMES sehr gut und der niedrige Release-Preis macht den Horrortitel fast schon zum No-Brainer, vorausgesetzt man mag das Gruselgenre. Eines ist aber garantiert, die tollen Rätsel sind auf jeden Fall einen Ausflug durch die Finsternis wert. Wir sind schon gespannt, was das kleine Entwicklerteam als Nächstes auf die Beine stellt.
Pro
- Tolle Licht- und Schatteneffekte
- Sehr atmosphärisch dank statischer Kameraeinstellungen
- Sympatischer Hauptcharakter
- Sehr gut gemachte Rätsel
- Sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis
- Stimmungsvoller Soundtrack
- Gute Vertonung der Charaktere (Leider nur englisch))
Contra
- Kämpfe fühlen sich unausgereift an
Letzte Worte
- Atmosphärischer Oldschool Horror mit tollen Rätseln.













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