Mit Death Stranding 2: On the Beach kommt nach sechs Jahren endlich der Nachfolger zur verrückten Botengeschichte mit The Walking Dead-Star Norman Reedus auf die PlayStation 5. Auch diesmal müssen wir uns wieder durch anspruchsvolles Gelände kämpfen, um den Rest der Menschheit zusammenzuführen. Wie sich das neue Abenteuer von Hideo Kojima auf der PlayStation 5 spielt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen und natürlich spoilerfreien Testbericht.
Abenteuerliche Vaterrolle

Die Geschichte beginnt in einem gut versteckten Unterschlupf in Mexiko, in den sich Sam zurückgezogen hat, um das von ihm im ersten Teil gerettete Bridge Baby namens Lou großzuziehen. Als eines Tages eine alte Bekanntschaft vor der Tür steht, ändert sich das ruhige und familiäre Leben der beiden schlagartig. Sam erklärt sich kurzerhand bereit, erneut den tapferen Boten zu spielen, um mithilfe des neuen und privatisierten Unternehmen Drawbridge das angrenzende Mexiko an das im ersten Teil ausgebaute UCA Netzwerk anzuschließen.
Eine vernetzte Wildnis

Doch wie sich schnell herausstellt, ist der Ausflug in das kompakte Mexiko nur der Einstieg, um uns wieder mit den Spielmechaniken von Death Stranding vertraut zu machen. Das große Ziel ist diesmal ein fiktives Australien in das erweiterte Netzwerk zu integrieren. Dort erwarten Sam extreme Wetterbedingungen, wie plötzlich aufkommende Sandstürme, extreme Hitze und Regenschauer, die mit ihren Wassermassen die Flüsse über die Ufer treten lassen. Im Landesinneren gibt es als i-Tüpfelchen noch eine imposante Gebirgsformation, die mit ihren schneebedeckten Gipfeln weit über die Wolkendecke ragt. Um dieses Gebirge zu erklimmen brauchen wir sogar zusätzliche Sauerstoffreserven.

Wie auch schon in Death Stranding, welches vor sechs Jahren erschien, erwarten uns nicht nur anspruchsvolle Landstriche, die stolperfrei durchquert werden müssen, ohne dabei unsere fragile Fracht zu beschädigen, es wimmelt auch wieder vor unheimlichen Teerwesen, den GDs. Dank den Forschungen von Drawbridge stehen Sam im Kampf jetzt völlig neue Hilfsmittel zur Verfügung. Unser Favorit ist die EX-Granate, die es ermöglicht, ein mächtiges Teerwesen wie ein Pokémon einzufangen und in späteren Bosskämpfen für ca. 3 Minuten als Unterstützung herbeizurufen. Gotta Catch ‚Em All!
Spielelemente von Death Stranding 2
In diesem Abschnitt des Tests zeigen wir euch die Kernelemente von Death Stranding 2: On the Beach, auf die ihr am häufigsten in eurem Spielerlebnis stoßen werdet. So könnt ihr auf einen Blick feststellen, ob ihr auf Spielmechaniken trefft, die ihr vielleicht nicht so gerne in Spielen vorfinden möchtet:
Lieferungen zustellen

Auch in diesem Action-Adventure des Studios Kojima Produktion dreht sich wieder alles um die perfekte Zustellung sensibler Fracht. Wir als Bote namens Sam Porter Bridges haben alle Hände voll zu tun, die Wünsche der Bewohner Mexikos und Australiens zu befriedigen. Neben normalen Lieferungen erwartet die SpielerInnen diesmal explosive, giftige, vergängliche und lebende Fracht, die mit besonderer Vorsicht behandelt werden muss. Mit dem Online-Modus (benötigt PlayStation Plus) stehen auch Frachtstücke anderer Spieler zur Verfügung, um nützliche Extrapunkte einzufahren.
Bosse bekämpfen

Immer wieder treffen wir auf übergroße Widersacher, die unsere freigeschaltete Ausrüstung so richtig auf die Probe stellen. Trotz ihrer mächtigen Erscheinung haben alle Bosse klare Schwachpunkte, die meist durch aufleuchtende Bereiche dargestellt werden. Selbst wenn wir gerade nicht ausreichend bewaffnet sind, um einen Boss effektiv zu bekämpfen, finden wir während eines Gefechts immer wieder neue Ausrüstungsgegenstände wie Waffen und Granaten, die teilweise von anderen Spielern gespendet wurden. Im Vergleich zu älteren Spielen von Hideo Kojima sind die Bosse in Death Stranding 2: On the Beach eher einfach gehalten und besitzen nur eine Lebensbalken-Phase.
Vernetzen und Ausbauen

Unsere Aufgabe als Sam besteht primär in der Vernetzung verschiedener Standorte in Mexiko und Australien mit dem Chiralen Netzwerk. Hierbei verbinden wir Städte, kleine Siedlungen und einzelnen Behausungen. So können die zuvor isolierten Einwohner wieder miteinander kommunizieren, technische Neuerungen austauschen und sich sogar über weitere Boten gegenseitig versorgen. Einmal angeschlossen, sind wir als Sam für Sonderlieferungen zuständig, um Siedlungen weiter zu stärken und gleichzeitig von deren Forschungen zu profitieren.
Filmreife Zwischensequenzen

Typisch für ein Spiel von Hideo Kojima sind die sehr gut inszenierten und oftmals lang andauernden Filmsequenzen mit echten SchauspielerInnen. Die Starbesetzung in Death Stranding 2: On the Beach besteht aus einer Mischung von Filmemachern und SchauspielerInnen. Mit von der Partie sind unter anderem Norman Reedus (The Walking Dead), Elle Fanning (The Great), George Miller (Furiosa: A Mad Max Saga), Fatih Akin (Aus dem Nichts) und Léa Seydoux (James Bond 007: Keine Zeit zu sterben). Auch die NPCs in diesem Spiel sind oftmals berühmte Persönlichkeiten, wie der Modedesigner Errolson Hugh von Acronym, der SpielerInnen in Mexiko begrüßt.
Teer im Metallgetriebe

Der zweite Teil von Death Stranding erstrahlt wie sein Vorgänger in der beeindruckenden und superflüssigen Decima Spiele-Engine von Guerrilla Games. Egal ob wildes Wetterphänomen, wunderschöner Ausblick auf beeindruckende Landschaften, das Verdrängen von Tiefschnee beim Laufen oder in den langen und fotorealistischen Filmsequenzen, man sieht dieser Engine das Alter nicht an.
Was uns aufgefallen ist, das viele neue Spielelemente noch mehr an die älteren Spiele von Hideo Kojima erinnern, wie zum Beispiel das U-Boot, die DHV Magellan, das wie ein Teil von Metal Gear Rex aussieht. Auch einige Unterhaltungen unter den Hauptprotagonisten zitieren alte Abenteuer – sind wir etwa in einem Paralleluniversum von Metal Gear Solid gelandet?
Stealth-Gameplay oder Materialschlacht

Anders als noch im Vorgänger stehen Sam deutlich schwerere Geschütze zur Verfügung, die sowohl gegen menschliche als auch GDs (Teerwesen) sehr effektiv sind, obwohl so gut wie keine dieser Waffen tödlich ist. Es muss also diesmal nicht unbedingt heimlich still und leise zugehen, was sicherlich viele SpielerInnen begrüßen dürften. Da Sam ein sogenannter Wiederkehrer ist, ist auch das Ableben unseres Spielcharakters kein Frustfaktor, denn auf Knopfdruck kommen wir einfach wieder zurück zu den Lebenden und genießen unsere wohlverdiente Rache an den Widersachern. Wer Death Stranding 2: On the Beach mit allen Erfolgen komplettieren möchte, dürfte so wie wir ca. 100 Spielstunden benötigen. Aber gönnt Sam ruhig die eine oder andere Pause, vielleicht gibt es ja auch selbst dann noch was zu entdecken!?










FAKTEN
| Release Termin: | 26. Juni 2025 |
| USK: | Ab 18 Jahren |
| Genre: | Action-Adventure |
| Spieltyp: | Einzelspieler |
| Entwickler: | Kojima Productions |
| Publisher: | Sony Interactive Entertainment |
| Erhältlich für: | PlayStation 5 |

Fazit
Death Stranding 2: On the Beach
Moment mal!? Ein Protagonist mit Stirnband, ein U-Boot, welches aussieht wie ein Teil von Metal Gear Rex, ein Regisseur, der laut und deutlich »Phantomschmerzen« betont und viele neue Ausrüstungsgegenstände, die eindeutig für ein Spionageabenteuer ausgelegt sind – befinden wir uns noch im richtigen Spiel? Ja, es handelt sich tatsächlich um »Death Stranding 2: On the Beach«, auch wenn viele Spielelemente eher an ältere Abenteuer von Hideo Kojima erinnern. Während im ersten Teil von »Death Stranding« das vorsichtige Erkunden der mysteriösen Spielwelt im Vordergrund stand, stürzen wir uns diesmal Hals über Kopf in die neuen Herausforderungen. Mit dem Unterschied ein durchschlagskräftigeres Waffenarsenal und verbesserte Fortbewegungsmöglichkeiten im Gepäck zu haben. Trotzdem müssen wir uns immer noch vor Stolperfallen und Hindernissen auf unwegsamem Gelände hüten, denn wir wollen auch diesmal nicht unsere empfindlichen Transportgüter beschädigen. Besonders beeindruckend und zugleich aber typisch für ein Hideo Kojima Spiel ist das imponierende Staraufgebot aus SchauspielerInnen und Regisseuren, welche in aufwändigen Motion-Capture-Zwischensequenzen ihr Schauspiel präsentieren. Für das Videospielegenre sind solche aufwendigen Szenen inklusive toller Kamerafahrten immer noch einzigartig und absolut sehenswert, auch wenn die Geschichte diesmal leider etwas schwächer daher kommt als im ersten Teil.
Pro
- Große Spielwelt voller Aktivitäten
- Sandstürme und steigende Wasserpegel sorgen für Abwechslung
- Fantastische Sequenzen mit tollen Kamerafahrten
- Riesiges Waffenarsenal
- Sehr gutes Stealth Gameplay
- Lizensierter Soundtrack passend zum Spiel
- Sehr gute deutsche Synchronisation
- Unzählige Missionen und Freischaltungen
- Viele verschiedene Animationen für gleiche Tätigkeiten
- Fantastische Designs von Fahrzeugen, Kleidung und Arsenal
- Tolle Besetzung mit echten SchauspielerInnen
- Beeindruckende Landschaften
- Teer-U-Boot ist eine tolle Ergänzung
Contra
- Bossgegner wiederholen sich
- Lieferaufträge stellenweise sehr monoton
- Nur mit PlayStation Plus mehr Spielerbauwerke
- Fahrphysik manchmal zickig
- Alberne Gesangseinlagen
- Handlungsverlauf mit Schwächen
Letzte Worte
- Dieses Staraufgebot muss man gesehen haben!













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